Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Achtung: heiß und plötzlich! Tagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Kiel

21.03.2011
Kernfusion, Laserforschung, Medizintechnik: In der nächsten Woche treffen sich an der Universität zu Kiel rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um über aktuelle Forschungsergebnisse der Plasma- und Kurzzeitphysik zu diskutieren. Anlass dafür ist eine vom 28. bis 31. März stattfindende Tagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

In der Physik bezeichnet „Plasma“ ein gasähnliches Gemisch aus elektrisch geladenen Teilchen. Bisweilen auch als „4. Aggregatzustand“ bezeichnet, ist ein Plasma von Fall zu Fall höchst unterschiedlich. Das Tagungsprogramm spiegelt diese Vielfalt wider.

In Kiel geht es einerseits um Großprojekte der Fusionsforschung. Sie haben das Ziel, die auf der Sonne stattfindende Kernverschmelzung nachzuahmen und die dabei freigesetzte Energie nutzbar zu machen. Beispiele dafür sind der internationale Testreaktor ITER, der in Frankreich gebaut wird, und die Versuchsanlage „Wendelstein 7-X“ in Greifswald. Die technischen Herausforderungen sind enorm: Um das Fusionsfeuer zu zünden, muss der Brennstoff – extrem heißes Wasserstoffplasma – auf Temperaturen von rund 100 Millionen Grad Celsius erhitzt werden.

Im Tagungsprogramm finden sich jedoch auch Beiträge, die sich mit dem Einsatz weitaus kühlerer Plasmen in Technik und Medizin beschäftigen. Dabei geht es beispielsweise um die Herstellung hochwertiger optischer Bauteile, etwa von Linsen- und Spiegelsystemen, und um die Behandlung von Hauterkrankungen.

Der andere Tagungsschwerpunkt, die „Kurzzeitphysik“, behandelt ein breites Spektrum an Phänomenen, die sich alle innerhalb von Sekundenbruchteilen abspielen. Die Zeitspannen können im Bereich einiger Hundertstel Sekunden liegen oder sogar nur Attosekunden (10^-18 Sekunden) umfassen. Kurzzeiteffekte treten etwa bei der Bearbeitung von Werkstoffen mit Laserstrahlen auf. Auch in Zusammenhang mit „Freie-Elektronen-Lasern“ sind sie von Bedeutung. Derlei Laser können nämlich Lichtblitze von extrem kurzer Dauer aussenden. Wie mit einer Superzeitlupe lassen sich mit diesen Lichtblitzen ultraschnelle Prozesse innerhalb von Atomen und Molekülen erforschen. Vor diesem Hintergrund geht es während der Tagung beispielsweise um Untersuchungen, die mit FLASH, dem Freie-Elektronen-Laser des Hamburger Forschungszentrums DESY, durchgeführt werden.

Schüler-Uni und öffentlicher Abendvortrag

Neben dem Fachprogramm bietet die Tagung zwei Vorträge für Schülerinnen und Schüler sowie einen öffentlichen Abendvortrag. Diese Veranstaltungen finden am Mittwoch, dem 30. März, im Audimax der Universität zu Kiel statt. Der Eintritt ist frei.

Schüler-Uni, 16:00 Uhr
„Das Universum – eine Welt des Plasmas“
Prof. Dr. Holger Kersten
Universität zu Kiel
Schüler-Uni, 17:00 Uhr
„Was Newton von komplexen Plasmen hätte lernen können“
PD Dr. Dietmar Block
Universität zu Kiel
Abendvortrag, 20:00 Uhr
„Fusion – die neue Energie?“
Prof. Dr. Thomas Klinger
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Greifswald
Ort der Vorträge:
Universität zu Kiel
Audimax, HS G
Christian-Albrechts-Platz 2, Kiel

Dr. Marcus Neitzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.dpg-physik.de/presse/tagungen/2011

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kongress Meditation und Wissenschaft
19.01.2018 | Universität Witten/Herdecke

nachricht LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen
18.01.2018 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Simulation: Neuartiger zweidimensionaler Schaltkreis funktioniert mit magnetischen Quantenteilchen

22.01.2018 | Physik Astronomie

Vogelmonitoring leicht gemacht: Erfassung der Brutvögel wird digitalisiert

22.01.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

22.01.2018 | Physik Astronomie