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9. Internationales CAR Symposium

28.01.2009
Strenge Gesetze für Banken

Zukunftstrends und Expertengespräche zur Lösung der aktuellen Autokrise standen im Mittelpunkt des 9. Internationalen Car Symposiums vom 27. bis 28. Januar 2009 unter der Leitung von Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Zentrale Themen der jährlichen Auftaktveranstaltung der Automobilwirtschaft im RuhrCongress Bochum waren deshalb die akademische Nachwuchsgewinnung und die künftige Branchenentwicklung.

Mehr als 850 Manager und Wissenschaftler sowie 1.450 Hochschulabsolventen, Studenten und Abiturienten reisten teils von weither an und unterstrichen damit erneut die Bedeutung dieses Branchentreffens. Unter dem Titel „Produkte-Prozesse-Personal: Nachhaltig Wettbewerbsvorteile gestalten“ diskutierten die Teilnehmer zentrale und aktuelle Themen der Automobilwelt.

Am 27. Januar fand bereits die größte Akademiker Job-Messe für diese Schlüsselindustrie statt. Dabei präsentierten 57 Unternehmen Karriere-Chancen in ihren Betrieben. Aussteller waren alle deutschen Autobauer sowie große Zulieferer, Importeure und Dienstleister. „Dieser große Zuspruch zeigt, dass es gerade in der Krise für die Autoindustrie wichtig ist, junge Menschen zu gewinnen“, unterstrich Prof. Dudenhöffer.

Vor Mitte 2010 keine Entspannung erwartet

Dabei ist das Umfeld für die Autoindustrie derzeit alles andere als rosig. „Die Branche durchläuft ihre schwerste Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Die Talfahrt wird aus heutiger Sicht bis ins erste Halbjahr 2010 anhalten“, prognostiziert Dudenhöffer. Wie der Autoexperte der Universität Duisburg-Essen auf dem CAR Symposium hervorhob, werden in diesem Jahr weltweit 15,4 Prozent weniger Neuwagen als im Boomjahr 2007 verkauft. Dies wären 49,9 Millionen Pkw, womit der Weltabsatz an Pkw unter das Jahr 2003 zurückfällt.

Kurzarbeit, Produktionsstopps und rasant schrumpfende Gewinne kennzeichnen die Lage bei Autobauern und Zulieferern. Dudenhöffer kritisierte die Entscheidungen der deutschen Politik wie die Abwrackprämie oder die Steuerbefreiung. Diese werden der Fahrzeugproduktion in Deutschland nicht helfen. „Es gibt zwar kein Patentrezept gegen die Krise, aber das Wichtigste ist jetzt der gegenseitige Informationsaustausch“, bekräftigt Dudenhöffer.

Magna-Gründer Stronach verlangt strenge Gesetze für Banken

Auch Frank Stronach, Gründer und Chairman der Magna International, des drittgrößten Zulieferers der Welt, sieht den Tiefpunkt der Branchentalfahrt noch nicht erreicht. Der austro-kanadische Unternehmer verlangte auf dem 9. CAR Symposium von der Politik ein klares und nachhaltiges Handeln: „Es braucht strenge Gesetze für das Banken- und Finanzsystem, um die Spekulationsgeschäfte zu unterbinden und das Jonglieren mit Geldern, die es nur auf dem Papier gibt, zu verhindern“.

Der erfolgreiche Selfmademan warnte davor, zu viel Zeit verstreichen zu
lassen: „Die Maßnahmen müssen schnell gesetzt werden, denn die Wirtschaft braucht funktionierende Regeln“. Ein beherztes und schnelles Vorgehen würde helfen, „den Menschen die Angst und die Verunsicherung zu nehmen. Das Vertrauen der Menschen müsse zurückgewonnen werden, damit wieder investiert wird“, brachte es Frank Stronach, einer der mächtigsten Männer der Automobilwelt, auf den Punkt.

Ford Europa-Chef fordert Strukturveränderungen in Europa

Zu einem ähnlichen Fazit kommt der Ford Europa-Chef John Fleming, ein weiterer Topmanager und Kongressredner: „Nach all dem, was uns die Ökonomen sagen, werden sich im Laufe des Jahres 2009 die Automärkte nicht verbessern.“ Fleming sieht viel zu hohe Produktionskapazität im Markt. Die Überkapazität müsse dringend abgebaut werden, meint Fleming. Nach Berechnungen des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen spitzt sich die weltweite Überkapazität 2009 auf 16 Millionen Autos zu. Ford Europa-Chef Fleming: „Strukturen müssen verändert werden“.

Die Chancen des Automobilgeschäfts trotz Krise betonte Audi-Chef Rupert Stadler als Schlussredner des Internationalen CAR Symposiums. Die Premiummarke des VW-Konzerns will auch in dem schwierigen Marktumfeld wachsen: „Wir wollen unseren Marktanteil in Deutschland und Westeuropa ausbauen“, kündigte der Audi-Chef an.

Hybrid-Antrieb als große Chance

Bei der Podiumsdiskussion kristallisierten sich der Hybrid-Antrieb und das Elektroauto als große Hoffnungsträger für neues Branchenwachstum heraus. Das ist die Überzeugung hochrangiger Vertreter von Daimler, des Stromerzeugers RWE und des Lithium-Ionen-Batterieherstellers JohnsonControls-Saft. Die Leistungsfähigkeit der Hybride demonstrierte Rennfahrer Heinz Harald Frentzen, der eigens mit seinem Hybrid-Rennwagen zum CAR Symposium angereist war.

Als ein Ergebnis der Diskussion zeichnete sich ab, dass Nordrhein-Westfalen als Kernland der Energie- und Chemieindustrie durch den Trend zur Elektrifizierung bedeutender für die Autobranche werden kann.

So gab die Evonik AG (Essen) am Rande des Kongresses bekannt, dass sie die Arbeitsplätze für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien um 900 auf 1000 Stellen bis 2016 erhöhen werde. Die Chancen für den Strukturwandel durch die Antriebstechnik kamen ebenso deutlich in den Präsentationen der Unternehmen Better Place, Bosch, Deutsche BP, Evonik, RWE und Volkswagen zum Ausdruck.

Hohe Resonanz bei Kongress und Hochschul-Job-Messe

In den insgesamt 13 Infoshops des 9. Internationalen CAR Symposiums stellten Autokonzerne wie BMW, Mazda, Opel, Porsche wichtige Innovationen und Prozessverbesserungen zur Diskussion. Mit 86 Unternehmens-Partnern, 882 Konferenzteilnehmern und einer Fachausstellung, an der 81 Firmen teilnahmen, hat das CAR Symposium in Bochum einen neuen Rekord erzielt. Die erstmals durchgeführte Job-Messe mit über 1.450 Studenten und Abiturienten war ein durchschlagender Erfolg. Sie wird auch beim 10. Internationalen CAR Symposium, das am 2. und 3. Februar 2010 stattfinden wird, ein wesentlicher Baustein der Veranstaltung sein.

Weitere Informationen: Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Tel. 0203/379-1487, 0170/407-1277, ferdinand.dudenhöffer@uni-due.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430

Cathrin Becker | Universität Duisburg-Essen
Weitere Informationen:
http://www.car.fh-gelsenkirchen.de

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