Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

8. Europäischer Kongress für Roboter-Operationen in der Urologie in Hamburg

07.06.2011
Immer häufiger werden chirurgische Eingriffe in der Urologie mit Roboterunterstützung durchgeführt. Und immer öfter fragen Patienten direkt nach dieser minimal-invasiven Operationstechnik, die ihnen zahlreiche Vorteile verspricht.

Die technische Entwicklung der Roboter und ihre Einsatzmöglichkeiten schreiten stetig voran. Unter diesen Vorzeichen findet vom 5. bis 7. Oktober 2011 in Hamburg der 8. Europäische Kongress für roboter-assistierte Operationen in der Urologie statt. Etwa 900 Teilnehmer aus rund 50 Ländern werden zu dieser Veranstaltung der European Robotic Urology Society (ERUS) erwartet.

Ausgerichtet wird das „8. European Robotic Urology Symposium“ vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und seinem Prostatakrebszentrum Martini-Klinik. Prof. Dr. Margit Fisch, Chefärztin der Klinik für Urologie am UKE: „Drei Tage lang werden die jüngsten Entwicklungen in der roboter-assistierten Chirurgie von Top-Experten aus aller Welt demonstriert und diskutiert. Im Mittelpunkt steht das daVinci-System, das in der Urologie längst Einzug in den klinischen Alltag gefunden hat.“ Eine breite Fort- und Weiterbildung der Operateure ist deshalb Hauptanliegen des Kongresses. Mit dem „Junior ERUS“ wendet sich ein Extra-Programmteil außerdem direkt an junge Urologen, die erste Erfahrungen an der Konsole sammeln.

Einen modernen daVinci-Roboter, Kostenpunkt etwa 1,6 Millionen Euro, bedient der Chirurg über eine Steuerkonsole. Durch fünf kleinstmögliche Schnitte in den Körper des Patienten werden die winzigen Instrumente sowie eine Miniatur-Kamera des Robotersystems eingebracht. Der Operateur arbeitet am Monitor, seine Handbewegungen an der Konsole werden im Operationsfeld umgesetzt. Die 3D-Minikamera überträgt die Situation im Operationsgebiet in HD-Qualität und mit bis zu zehnfacher Vergrößerung auf den Monitor. In der Martini-Klinik, die im April dieses Jahres ein neues daVinci-System der jüngsten Generation in Betrieb genommen hatte, werden während des Kongresses 18 Roboter-Operationen von internationalen Spezialisten durchgeführt und live ins Tagungszentrum im Hotel Grand Elysée gesendet.

Dort werden zudem zwei Simulatoren zur Verfügung stehen, an denen Kongressteilnehmer auch ihre praktischen Fertigkeiten verfeinern können. Erfahrung des Chirurgen mit dem Roboter ist Voraussetzung für exzellente Operationsergebnisse. Nach Ansicht der Experten braucht es dafür etwa 50 bis 60 Eingriffe mit dem weltweit rund 1500 Mal verkauften daVinci-System. Gut 35 Geräte sind in Deutschland im Einsatz, im Norden einzig im UKE und in der Martini-Klinik. Spezialisten wie der leitende Arzt der Martini-Klinik, Priv.-Doz. Dr. Alexander Haese, verfügen über die Erfahrung von mehr als 500 roboter-unterstützten Prostataentfernungen. Die Klinik erwartet, allein in diesem Jahr über 400 dieser Eingriffe bei Prostatakrebs durchzuführen. Darüber hinaus hat sich der Einsatzbereich des OP-Roboters kontinuierlich ausgeweitet: Inzwischen kommt er ebenfalls bei Operationen an Nieren, Harnblase und Lymphsystem zur Anwendung und bewährt sich auch in der Kinderurologie.

Die Vorteile der roboter-assistierten Operation liegen für den Patienten hauptsächlich in der Präzision des Eingriffs und der Schonung des Körpers: kleinere Schnitte mit weniger Blutverlust sowie später entsprechend kleineren Narben, vermindertes Infektionsrisiko, geringere postoperative Schmerzen, zügigere Heilung und kürzere Klinikaufenthalte. „Die größten Vorteile beobachten wir wegen des erleichterten Zugangs und geringerer Wundheilungsstörungen bei stark übergewichtigen Patienten“, sagt Prof. Dr. Markus Graefen, Chefarzt der Martini-Klinik. Nach seinen Worten wollen Patienten immer öfter ausdrücklich mit dem daVinci-System operiert werden.

Priv.-Doz. Dr. Felix Chun, Oberarzt in der Urologie des UKE, ist dort für die Ausweitung der Roboter-Chirurgie zuständig. Als bedeutenden Schritt für die Zukunft sieht er, wie alle Hamburger Gastgeber des „ERUS 2011“, die Etablierung der so genannten Single-Port-Operation, also den Eingriff durch nur noch einen Zugang statt bisher fünf.

Weitere Informationen:

Matthias Heining
Osterbrook 42
20537 Hamburg
Tel.: 040 - 76 96 89 63
Mobil: 0179 - 1241457
E-Mail: info@hansewort.de

Christine Jähn | idw
Weitere Informationen:
http://www.erus2011.com
http://www.uke.uni-hamburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge
17.01.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau