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6. International Conference of Critical Geography zu Ursachen aktueller globaler Krisen

11.08.2011
Vom 16. bis 20. August findet an der Goethe Universität die mittlerweile 6. International Conference of Critical Geography statt.

Zur dieser Konferenz, die unter dem Motto „Crises – Causes, Dimensions, Reactions“ steht, werden gut 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 30 Ländern erwartet. Das Themenspektrum reicht von Fragen der wirtschaftsräumlichen Entwicklung über ökologische Probleme bis hin zur aktuellen Umstrukturierung der Hochschulen. Ausgehend von zehn Oberthemen werden über 300 Vorträge zu verschiedenen Aspekten krisenhafter Entwicklung präsentiert.

Im Rahmen der Konferenz wird mit Prof. Dr. Peter Marcuse von der Columbia University, New York, einer der weltweit führenden Stadtforscher und ein angesehner Kommentator der politischen Lage in den USA einen Vortrag zur dortigen „Tea Party“-Bewegung halten. Er wird die Fragen diskutieren: Wer beteiligt sich an der Bewegung, wofür steht sie, warum kommt sie gerade jetzt auf, und was hat sie mit der Präsidentschaft Obamas zu tun? Der öffentliche Vortrag „The Tea Parties in the U.S. and the far right under Obama” (in englischer Sprache) findet statt am 18. August (Donnerstag) um 20 Uhr im Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5.

Die beiden öffentlichen Keynote Lectures (in englischer Sprache) werden gehalten von Prof. Dr. Heide Gerstenberger (Bremen), die am 16. August (Dienstag), 16 Uhr, zum Thema „State, Capital, Crisis” sprechen wird, sowie von Prof. Dr. Alex Demirovi? (Berlin), der am 19. August (Freitag), 16 Uhr, die Aktualität der Frankfurter Schule zum Verständnis der Krise diskutiert („The Actuality of Critical Theory and the Frankfurt School“). Veranstaltungsort der öffentlichen Vorträge ist der Hörsaal VI im Jügelhaus, Mertonstraße 17-21, Campus Bockenheim.

Organisator Bernd Belina, Professor für Humangeographie am Institut für Humangeographie der Goethe Universität, ist mit der Resonanz sehr zufrieden. „Die zahlreichen Anmeldungen zeigen uns, dass viele Kolleginnen und Kollegen aus der Geographie die Notwendigkeit sehen, sich jenseits der etablierten Fachvereinigungen zu treffen und einige der brennendsten Fragen unserer Zeit zu diskutieren.“ Zudem betont er, dass die Geographie wertvolle Beiträge zur Diskussion um die aktuelle Krise und mögliche Auswege leisten kann: „Auch wenn sich viele bei ihrem Geographie- oder Erdkundeunterricht an ganz andere Inhalte erinnern werden: Die heutige Geographie ist eine interdisziplinär orientierte, kritische und gerade deshalb bei vielen Themen kompetente Wissenschaft. Ihre Vertreterinnen und Vertreter werden etwa im angloamerikanischen Raum als wichtige Stimmen zu sehr unterschiedlichen Themen wahrgenommen, sei es zur Wirtschaftskrise, zur ökologischen Krise, zur Krise der Städte oder zur Transformation von Geschlechterverhältnissen.“

Die Konferenz wird im Turnus von zwei bis drei Jahren auf wechselnden Kontinenten organisiert. Die bisherigen Konferenzen waren in Vancouver/Kanada (1997), Taegu/Südkorea (2000), Békéscsaba/Ungarn (2002), Mexiko Stadt/Mexiko (2005) und Mumbai/Indien (2007). Organisiert werden die Veranstaltungen von der International Group of Critical Geography, einem Mitte der 1990er gegründeten Netzwerk kritischer Geographinnen und Geographen. Unter „Critical Geography“ wird dabei geographische Forschung und Lehre verstanden, die das Hinterfragen räumlich organisierter Machtverhältnisse sowie die Herstellung sozialer Ungleichheiten ins Zentrum der Analysen stellt.

Die Organisation der Tagung wurde von rund 40 Geographinnen und Geographen des Netzwerks International Group of Critical Geography gemeinsam geschultert. Die Fäden liefen am Institut für Humangeographie zusammen, wo ein 12-köpfiges Team um Prof. Dr. Belina die Hauptorganisation übernahm.

Informationen: Prof. Dr. Bernd Belina, Institut für Humangeographie, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798 23547, belina@em.uni-frankfurt.de

Ulrike Jaspers | idw
Weitere Informationen:
http://www.iccg2011.org/

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