Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

500 Wolkenforscher aus aller Welt tagen in Leipzig

19.07.2012
Vom 30. Juli bis zum 3. August 2012 findet im Hörsaalgebäude der Universität Leipzig die 16.Internationale Konferenz zu Wolken und Niederschlag (ICCP 2012) statt. Gastgeber sind das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (IfT) und das Leipziger Institut für Meteorologie (LIM) der Universität Leipzig.

Beide Institute verbindet seit Jahren eine intensive Kooperation, die sich nun auch in der gemeinsamen Organisation der diesjährigen Konferenz manifestiert. Dieses alle vier Jahre organisierte Treffen der Wolkenexperten aus aller Welt wird nach 1988 erst zum zweiten Male in Deutschland ausgerichtet.

Die ICCP ist für Wolken- und Niederschlagsforscher die weltweit wichtigste und größte Konferenz. Erwartet werden rund 500 Teilnehmer aus 37 Ländern, die fast 650 verschiedene Beiträge präsentieren werden. Damit wird die Leipziger Konferenz voraussichtlich die größte aller bisher veranstalteten Wolken- und Niederschlagskonferenzen werden.

Die große Zahl der Konferenzteilnehmer spiegelt die wissenschaftliche Aktualität der Wolkenforschung wider. Wolken spielen eine entscheidende Rolle im Wetter- und Klimageschehen und beeinflussen den Strahlungshaushalt der Erde und damit das Klima. Ein besseres Verständnis von Wolken und der mit ihnen verbundenen Prozesse ist essentiell zur Verbesserung der Wettervorhersage (speziell Niederschlag) und der besseren Quantifizierung der gegenwärtigen und zukünftigen Klimaveränderungen. Die Wichtigkeit von Wolken wird im letzten Bericht des Weltklimarates unterstrichen, der Wolken als den größten Unsicherheitsfaktor in den gegenwärtigen Klimavorhersagen benennt.

Spezielle Themen der Konferenz sind unter anderem die Grundlagen der Wolken- und Niederschlags-Physik, die Ursachen der Bildung von verschiedenen Wolkenarten, der Einfluss von Eiskernen und Wolkenkondensationskeimen bei der Entwicklung von Wolken sowie die Wolkenchemie. Auch aktuelle messtechnische Verfahren und Probleme werden bei diesem Kongress eine wichtige Rolle spielen. Mit Spannung erwartet wird außerdem eine Podiumsdiskussion zum Thema "Geoengineering" - also zur Frage, ob und wie der Mensch absichtlich in das Klima eingreifen sollte.

Die Wissenschaftler des IfT und des LIM werden auf der Konferenz prominent vertreten sein und zu annähernd allen Themengebieten beitragen. So werden z.B. neue Ergebnisse aus dem Leipziger Wolkenlabor des IfT, von Messkampagnen mit einer hubschraubergetragenen Messplattform und aus Messungen mit Fernerkundungstechniken vorgestellt. Auch Messungen auf Berggipfeln wie z.B. in Thüringen und auch im fernen Puerto Rico lieferten wichtige Erkenntnisse, über die berichtet werden wird. Ergebnisse aus Modellstudien und der Auswertung von Satellitendaten werden ebenso nicht fehlen.

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung in Leipzig werden Mischphasenwolken sein, also Wolken, die aus Eis und Wasser bestehen. Die Meteorologen des LIM stellen dazu auf der Veranstaltung mehrere neue Forschungsergebnisse vor. "Es geht unter anderem darum, wie man den Eisgehalt von arktischen Wolken bestimmen kann", so Prof. Manfred Wendisch, Direktor des LIM. "Anhand dessen lassen sich Modelle entwickeln. Diese ermöglichen dann Aussagen über Strahlungsverhältnisse im Umfeld der Erde." Außerdem werden die die Forscher des IfT und der Universität neue Verfahren zur Messung von Wolken- und Niederschlagseigenschaften vorstellen.

"Wir freuen uns, dass Leipzig den Zuschlag für die in unserem Fachgebiet wichtigste Konferenz bekommen hat, die für uns so etwas wie die Olympischen Spiele ist. Diese Konferenz findet nur alle vier Jahre statt und die Wahl Leipzigs zeigt, dass die Arbeiten auf dem Gebiet der Atmosphärenforschung, die hier in den letzten zwei Jahrzehnten durchgeführt wurden, sehr stark auch international wahrgenommen werden", berichtet Dr. Heike Wex vom IfT, die Vorsitzende des Organisationskomitees der Konferenz.

Weitere Details zur ICCP:
Veranstalter der Konferenz ist die Internationale Kommission für Wolken und Niederschlag (ICCP), eine Institution der Internationalen Assoziation für Meteorologie und Atmosphärische Wissenschaften (IAMAS).
Ziel der ICCP ist es, durch die Organisation von Konferenzen, Workshops und Symposien die Forschung im Bereich von Wolken und Niederschlag in der Welt zu stimulieren. Das erste Internationale Wolkenphysik-Meeting fand 1954 in Zürich statt.

http://www.iccp-iamas.org/

Homepage der Tagung: http://iccp2012.tropos.de/ Programm der Tagung:
http://iccp2012.tropos.de/iccp_program.html
Die Tagung wird gefördert von der DFG (Deutschen Forschungsgemeinschaft), der WMO (World meteorological Organization), der IUGG (International Union of Geodesy and Geophysics) und IAMAS (International Association of Meteorology and Atmospheric Sciences).

Marlis Heinz

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Manfred Wendisch
Leipziger Institut für Meteorologie (LIM)
Telefon: +49 341-97 32851
E-Mail: m.wendisch@uni-leipzig.de
Dr. Heike Wex, Dr. Frank Stratmann
Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (IfT)
Telefon: +49 341-235-2159, -2862
E-Mail: wex@tropos.de

Susann Huster | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.tropos.de
http://www.uni-leipzig.de/~meteo/en/index.php

Weitere Berichte zu: IAMAS ICCP IfT Meteorologie Niederschlag Troposphärenforschung Wex Wolke Wolkenforscher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie