Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

50. European Marine Biology Symposium

23.09.2015

Langzeitforschung - Meeresbiologen aus aller Welt treffen sich auf Helgoland

Vom 21. bis 25. September 2015 findet auf Helgoland das 50. Europäische Meeresbiologie-Symposium statt. Knapp 200 Teilnehmende aus 24 Ländern treffen sich, um über langfristige Veränderungen von Umweltbedingungen und Ökosystemen zu diskutieren.


Helgoland

Foto: U. Nettelmann / Alfred-Wegener-Institut

Das Jubiläum ist eine Rückkehr zu den Wurzeln: Die Biologische Anstalt Helgoland richtete im Jahr 1966 auch das erste dieser Symposien aus, die seitdem jährlich an wechselnden Orten stattfinden.

Langzeitdatenreihen sind das übergeordnete Thema des Meeresbiologie-Symposiums. Dabei stellen Forscher vor, mit welchen Methoden sie heute und in Zukunft Langzeitdaten erheben und nutzen und wie man dieses in Einklang miteinander bringen kann.

Solche Langzeitbeobachtungen haben am AWI-Helgoland lange Tradition: Seit 1962 analysieren Mitarbeiter täglich Wasser- und Planktonproben und haben mit der sogenannten Helgoland Reede Planktonzeitreihe eine der längsten Zeitreihen Europas, die zusätzlich die zeitlich am höchsten aufgelöste ist.

Vergleiche mit Daten aus anderen geografischen Regionen wie der Arktis sind wichtig, um die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Meeresbewohner fundiert einschätzen zu können. So stellen Langzeitforscher aus aller Welt ihre aktuellen Arbeiten vor und tauschen sich unter anderem darüber aus, wie man große Datensätze managt und verknüpft.

Auch am Alfred-Wegener-Institut arbeiten Biologen, Klimaforscher und Modellierer zusammen, die ihre Daten in verschiedenen Regionen erheben. „Das Symposium ist eine tolle Plattform, um unsere Erfahrungen mit der internationalen Forschungsgemeinschaft zu teilen und gegenseitig voneinander zu lernen“, sagt AWI-Biologin Dr. Alexandra Kraberg, die das Symposium mitorganisiert.

Ein praktisches Beispiel für die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Meereslebewelt ist das Auftreten von Planktonblüten. Veränderte Temperaturen verschieben den Zeitpunkt, zu dem bestimmte Kleinstalgen in hoher Zahl im Meer vorkommen. Dies kann sich über verschiedene Glieder des Nahrungsnetzes auch auf die Nahrungsverfügbarkeit für Fischlarven auswirken.

Welche Folgen das auf die Fischbestände oder andere Ökosystemleistungen hat, ist Gegenstand der Gespräche der Symposiumsteilnehmer. Daneben stehen auch der Küstenschutz, die Effekte eingewanderter Arten auf die Ökosystemfunktion und die Bedeutung neuer Beobachtungstechniken für die Langzeitdatenforschung im Fokus.

„Das Symposium bringt Meeresbiologen aus der ganzen Welt zusammen, die mit sehr diversen Methoden und in sehr unterschiedlichen geografischen Gebieten arbeiten. Es bietet daher großes Potential zur Vernetzung“, sagt Prof. Dr. Karen Wiltshire, Vizedirektorin am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), zu dem die Biologische Anstalt Helgoland heute gehört.

Der direkte Austausch war auch für Prof. Dr. Otto Kinne das Ziel, als er im Jahr 1966 erstmalig zum European Marine Biology Symposium (EMBS) auf die Insel einlud. Die Meeresforschung sollte vom unmittelbaren Gedankenaustausch profitieren, die im Zuge der wachsenden Zahl von Forschern und Institutionen unübersichtlich und unpersönlich zu werden drohte.

„Wir sind stolz darauf, das Jubiläum hier auf Helgoland ausrichten zu können“, sagt Wiltshire. „Besonders freut es mich, dass das EMBS auch nach einem halben Jahrhundert nach wie vor Spitzenforscher anzieht und wir dieses Jahr sogar Gäste aus Kanada, Australien und Neuseeland begrüßen können“, so die Meeresbiologin weiter.

Hinweise für Redaktionen:
Ihre Ansprechpartnerin in der Pressestelle des Alfred-Wegener-Instituts ist Dr. Folke Mehrtens, Tel. 0471 4831-2007 (E-Mail: medien(at)awi.de). Druckbare Bilder finden Sie auf unserer Homepage unter: http://www.awi.de/nc/ueber-uns/service/presse/pressemeldung/meeresbiologen-aus-aller-welt-treffen-sich-auf-helgoland.html

Ralf Röchert | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?
28.06.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Willkommen an Bord!
28.06.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive