Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

5. NRW Nano-Konferenz in Dortmund ist Plattform zur Information der Öffentlichkeit

31.08.2012
Expertengruppe Sicherheit: Zu Risiken und Nebenwirkungen von Nanopartikeln

Längst kommen sie in Sportsocken, Autolacken und in der IT zum Einsatz: Nanopartikel machen Textilien frischer, Lacke kratzfest und die Kommunikation schneller. Doch was passiert, wenn Menschen mit Nanomaterialien in Kontakt kommen? Und welche Auswirkungen haben Nanopartikel auf unsere Umwelt?

Den neuesten Stand der Sicherheitsforschung und aktuelle Fragen diskutieren Kapazitäten aus Wirtschaft und Wissenschaft vom 18. bis 19. September bei der 5. NRW Nano-Konferenz in Dortmund.

Die aktuellen Entwicklungen der Nanotechnologie sind vielversprechend, aber welche Risiken diese bergen, ist so schwer zu ergründen wie die winzigen Nanopartikel selbst. „Hier geht es um die Sicherheit vor allem von Nanopartikeln, die weltweit in immer mehr industriellen Produkten zum Einsatz kommen“, erklärt Dr. Jürgen Schnekenburger. Der Leiter des Biomedizinischen Technologiezentrums an der Universität Münster spricht von Partikeln, die zwischen einem und hundert Nanometer groß sind. Ein Nanometer ist das Milliardstel eines Meters, schon der Durch­messer eines menschlichen Haares ist 1.000 Mal größer.

Kein Anlass, das Risiko von Nanomaterialien zu dramatisieren

Im Bereich der industriellen Anwendung sieht Schnekenburger derzeit „absolut keinen Anlass, das potenzielle Risiko von Nanomaterialien zu dramatisieren.“ Jedoch müsse man vorausschauend handeln und die Sicherheit bei der Verwendung von Nanopartikeln heute erforschen, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Hier ist sich die „Expertengruppe Sicherheit“, die sich für die 5. NRW Nano-Konferenz gebildet hat, einig: „Fehler, die man mit anderen Technologien oder Materialien gemacht hat, wollen wir bei der Nanotechnologie nicht wiederholen.“ Deshalb richten die Akteure ihre Forschung von Anfang an auf die Sicherheit aus, um Nanomaterialien vernünftig einschätzen zu können.

Risiko ist nicht gleich Giftigkeit

An einem Punkt stehen die Forscher noch am Anfang: Nur wenige Nanopartikel sind auf ihre Aktivität im Kontakt mit Mensch und Umwelt untersucht worden. „Nanopartikel werden als ‚biologisch aktiv‘ bezeichnet, wenn Zellen auf sie reagieren. Nur dann können sie überhaupt eine Wirkung auf den Menschen haben“, erläutert Schnekenburger.

Hierbei ist es wichtig, zu wissen, dass Risiko nicht gleich Giftigkeit bedeutet: „Um das Risiko beim Umgang mit Nanomaterialien zu beurteilen, muss neben der Toxizität auch die Exposition beachtet werden – also die Dauer und Intensität des Kontakts mit dem Menschen“, so Schnekenburger.

Winzige Teilchen mit riesiger Oberfläche

Die Bewertung, ob etwas giftig ist, ist immer an Tierversuch-Modelle gebunden. „Es gibt leider noch kein Zellkultur-Modell, das dies ersetzen kann“, berichtet Schnekenburger. Daher testen die Forscher in Zellkulturen zunächst, welche Nanopartikel überhaupt eine Reaktion auslösen. Nur diese sollen zukünftig im Tierversuch weiter untersucht werden. Anschließend geht es um das Verständnis der toxikologischen Wirkung von Nanomaterialien: Was verursacht biologische Wirkung? Welche Eigenschaften der Partikel sind dafür verantwortlich?

Eine weitere aktuelle Fragestellung lautet: Was passiert eigentlich an der Oberfläche der Nanopartikel? Denn im Vergleich zu ihrer winzigen Größe besitzen Nanopartikel eine riesige Oberfläche. Nimmt man ein Gramm von ihnen und rollt die gesamte Oberfläche aller Partikel flach aus, dann würde ihre Oberfläche 250 bis 300 Quadratmeter bedecken. „Wir wissen, dass diese riesige Oberfläche andere Materialien aufnimmt – zum Beispiel Fette, Proteine oder Zucker. So entsteht ein besonderer Überzug, der verschiedene Wirkungen verursachen kann“, erläutert Schnekenburger. Diese gilt es nun zu erforschen.

Alle Forschungsergebnisse für die Öffentlichkeit

Darüber hinaus bietet die „Expertengruppe Sicherheit“ bei der 5. NRW Nano-Konferenz einen kurzen Überblick über die aktuelle Datenlage zur Sicherheitsforschung. Dazu gehört unter anderem das Projekt „DaNa“: Hier bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Online-Datenbank, in der sich Interessierte über die einzelnen Stoffe informieren oder Wissen zu Themen wie Verhalten, Risiko oder Exposition abrufen können. „Alle Forschungsergebnisse werden hier einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht“, erläutert Schnekenburger. „Ein wesentlicher Schritt für den objektiven und sicheren Umgang mit Nanomaterialien.“

Nordrhein-Westfalen ist ein wichtiger Standort für die Sicherheitsforschung der Nanotechnologie: Hier sind z.B. zahlreiche Forschungsinstitute, Hochschulen und Unternehmen am BMBF-Projekt „NanoGEM“ beteiligt. Für eine Risikoabschätzung tragen die Beteiligten Daten zum internen und externen Kontakt von Nanopartikeln mit Organismen zusammen.

Info-Kasten:
5. NRW Nano-Konferenz in Dortmund
18. – 19. September 2012
Veranstaltet wird die 5. NRW Nano-Konferenz vom 18. bis 19. September im Kongresszentrum der Westfalenhallen Dortmund vom Innovationsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Dortmund und dem Cluster NanoMikro+Werkstoffe.NRW. Partner der Konferenz sind die MST.factory dortmund und der IVAM Fachverband für Mikrotechnik.

Anmeldung und Programm siehe http://www.nrw-nanokonferenz.de

Mona Okroy | idw
Weitere Informationen:
http://www.nrw-nanokonferenz.de
http://www.pure-public-relations.de/pressebox.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli
26.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie