Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

5. Karlsruher Leittechnisches Kolloquium 2015 des Fraunhofer IOSB

19.10.2015

Am 19. November 2015 veranstaltet das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Karlsruhe das
5. Leittechnische Kolloquium (KLK) zum Thema »Industrie 4.0 – wie sieht die Steuerung der Fabrik der Zukunft aus?«
Eine der zentralen Fragen ist das Thema Fertigungssteuerung. Ob nach dem PUSH- oder PULL-Prinzip, ob mit einer zentralen Planungs- und Steuerungsinstanz oder durch dezentrale Verhandlung der Werkstücke. Diese Aspekte beleuchten Experten beim KLK2015.

Der Schwerpunkt des Kolloquiums ist die produktionsnahe Informationstechnik. Industrie 4.0 ist dabei einer der Schlüsselbegriffe: Dieses Mal befasst sich das Kolloquium mit dem Thema der Steuerungslogik der Zukunftsfabrik: wenn Werkstücke sich selbst organisieren und den Arbeitsplan in sich tragen, wenn sie mit den Maschinen und Materialflusssystemen die Reihenfolge ihrer Bearbeitung verhandeln, wenn die Maschinen ihren Status und ihren nächsten Wartungszyklus kennen – braucht man dann ein zentrales Planungs- und Steuerungssystem? Oder gibt es Mechanismen und Regeln, nach denen die Reihenfolge dezentral ausgehandelt wird?


Die Steuerungsintelligenz entscheidet über die Effektivität der industriellen Fertigung.

Manfred Zentsch © Fraunhofer IOSB

Fertigungsunternehmen sollen selbst Fahrplan für die Steuerung zukünftiger Fabriken entwerfen.

Das Fraunhofer IOSB hat sich bereits vor über 10 Jahren, d.h. schon lange vor der aktuellen Diskussion um Industrie 4.0 mit Agentensystemen befasst, aber auch »Scheduling-Algorithmen« für sogenannte »Advanced Planning and Scheduling-Systeme (APS) « entwickelt. Solche Algorithmen berechnen die Reihenfolge der Arbeitsgänge, die auf den verschiedenen Maschinen in der Fertigung abgearbeitet wird.

Dabei berücksichtigen sie Kriterien wie Durchlaufzeiten, Rüstzeiten, Bestände, Energieverbräuche, etc. Die Qualität solcher Pläne kann je nach den eingesetzten Algorithmen schwanken – so können geeignete Algorithmen Verbesserungen bei vorgenannten Kriterien von rd. 20 Prozent erreichen. APS-Systeme visualisieren diese Pläne, z.B. in Plantafeln oder Kapazitätsgebirgen, und sind wichtige Hilfsmittel für Disponenten oder Fertigungsplaner.

Die fünfte Auflage des Karlsruher Leittechnischen Kolloquiums soll nun Vor- und Nachteile von zentraler Steuerung und dezentraler Selbstorganisation abwägen und mögliche Lösungen für die zukünftige Fertigungssteuerung aufzeigen.

Ziel ist es, dass sich Fertigungsunternehmen selbst einen Fahrplan für die Steuerung ihrer zukünftigen Fabriken entwerfen können. »Mit diesem Kolloquium wollen wir das Bewusstsein dafür schärfen, dass die Geräteintelligenz der Industrie 4.0 Anlagen alleine nicht ausreicht. Die Logik der Steuerung entscheidet über den Erfolg einer Fabrik«, erklärt Dr.-Ing. Olaf Sauer, Initiator des Expertentreffens am Fraunhofer IOSB.

Nach einem einleitenden Vortrag aus der industriellen Praxis zu Anforderungen an Planung und Steuerung zur Thematik Industrie 4.0 gibt es weitere Vorträge zu einzelnen Aspekten der zukünftigen Steuerung einer Smart Factory. Vor allem mit der in Industrie 4.0 propagierten Idee der Selbststeuerung setzen sich die Teilnehmer kritisch auseinander. Die Referenten werden dazu Lösungsvorschläge vorstellen.

In einer abschließenden Brainstorming-Runde können sich die Teilnehmer aktiv einbringen: so wird unter anderem die Frage gestellt, warum sich Scheduling-Systeme in der Praxis noch nicht wirklich durchgesetzt haben, obwohl seit Jahren bekannt ist, dass gute Algorithmen Pläne erzeugen, mit denen signifikante Einsparungen erzielt werden können.

Für diese Tagesveranstaltung, die mit hochkarätigen Referenten aus Industrie und Wissenschaft aufwartet, werden 30 bis 40 Teilnehmer erwartet.

Die detaillierte Tagesagenda mit dem Referentenverzeichnis ist unter der folgenden Adresse zu finden: www.klk2015.de

Weitere Informationen:

https://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/59243/

Angelika Linos | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Weitere Berichte zu: Algorithmen Bildauswertung Fabriken IOSB Optronik Steuerung Systemtechnik Werkstücke

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen