Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

44. DDG-Tagung: Rolle des Gehirns bei der Entstehung des Diabetes

18.05.2009
Im Gehirn regulieren komplexe Mechanismen den Energiestoffwechsel. Sie sorgen unter anderem dafür, dass Organe ausreichend Blutzucker erhalten.

Diese Vorgänge könnten einen größeren Einfluss auf Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Diabetes Typ 2 haben, als bisher angenommen. In wieweit die im Tierexperiment nachgewiesenen Zusammenhänge auch auf Menschen übertragbar sind, ist eines der Themen der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft vom 20. bis 23. Mai 2009 im Congress Centrum Leipzig.

Neben dem Insulin gehört Leptin, das in den Fettzellen gebildet wird, zu den wichtigsten Hormonen des Energiestoffwechsels. "Beide informieren das Gehirn ständig über die im Fettgewebe vorhandenen Energievorräte des Körpers", erläutert Professor Dr. med. Jens Brüning, Leiter der Abteilung für Mausgenetik und Metabolismus, Institut für Genetik der Universität zu Köln. Beide Hormone gelangen mit dem Blut ins Gehirn. Sie wirken dort auf eine Ansammlung von Nervenzellen - den sogenannten Nucleus arcuatus. Er befindet sich mitten im Gehirn, im Hypothalamus, wo auch andere Körperfunktionen wie Temperatur oder Tag-Nacht-Rhythmus kontrolliert werden.

Im Nucleus arcuatus haben Forscher zwei Nervenzellgruppen untersucht. Eine, POMC genannt, vermittelt das Gefühl der Sättigung, die andere mit der Bezeichnung AgRP/NPY erzeugt ein Hungergefühl, wenn es von Hormonen stimuliert wird. Zu ihnen gehören das im Magen produzierte Ghrelin und eine Reihe weiterer Hormone. Auch die Nahrungsbestandteile selbst, also Zucker, Fette und Eiweiße, könnten das Sättigungsgefühl beeinflussen.

Die meisten Erkenntnisse wurden bisher aus Tierversuchen gewonnen. Dass der Nucleus arcuatus auch beim Menschen von Bedeutung ist, zeigen seltene genetische Erkrankungen. Wenn beispielsweise POMC durch eine Mutation ausfällt, kommt es zu übermäßiger Nahrungsaufnahme und bereits im Kindesalter zu starkem Übergewicht.

Auch wenn die tierexperimentellen Erkenntnisse nicht vorbehaltlos auf den Menschen übertragbar sind: Das Gehirn spielt eine wichtige Rolle im Energie- und Blutzuckerstoffwechsel. Wie die aktuellen Erkenntnisse aus der Forschung zukünftig neue Therapieansätze bei Diabetes Typ 2 ermöglichen könnten, erläutert Professor Brüning am Freitag, den 22. Mai 2009, in der Pressekonferenz der Deutschen Diabetes-Gesellschaft anlässlich ihrer 44. Jahrestagung in Leipzig.

Terminhinweise:

Pressekonferenz der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG)
Freitag, 22. Mai 2009, von 12.30 bis 13.30 Uhr
Saal 10, Ebene +2, Congress Center Leipzig (CCL)
Messe-Allee 1 (Eingang Glashalle), 04356 Leipzig
Symposium
Special Lectures
Samstag, 22. Mai 2009, von 10.15 bis 11.45 Uhr
Saal 2.2 (Messehalle 2) im Congress Center Leipzig (CCL)
Messe-Allee 1 (Eingang Glashalle), 04356 Leipzig

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ddg2009.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“
22.01.2018 | BusinessForum21

nachricht Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation
22.01.2018 | Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics