Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

36. Dreiländertreffen in Davos/Schweiz: Lymphknoten mittels Ultraschall rasch und schonend abklären

19.09.2012
Mit Beginn der Erkältungszeit im Herbst wachen viele Menschen morgens mit tastbaren Knoten am Hals auf. Ursache einer solchen Lymphknotenschwellung ist häufig eine – in der Regel harmlose – Infektion.

Hinter verdickten Lymphknoten kann aber auch eine Immun- oder Krebserkrankung stecken, warnen Mediziner im Vorfeld des Kongresses „Ultraschall 2012“. Bei der Abklärung anhaltender Lymphknotenschwellungen wird unter anderem medizinischer Ultraschall an erster Stelle eingesetzt.

Das 36. Dreiländertreffen der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM, ÖGUM, SGUM) vom 26. bis 29. September 2012 im Kongresszentrum Davos, Schweiz, statt.

„Am häufigsten sind grippale Infekte oder leichte Entzündungen die Ursache für geschwollene Lymphknoten“, erklärt Professor Stefan Delorme, Präsident der DEGUM und stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung Radiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKZF) in Heidelberg. Denn die kleinen Knötchen, die sich zum Beispiel am Hals, in der Achsel und an der Leiste finden, sind Teil des Immunsystems und helfen dem Körper, Krankheitserreger zu bekämpfen.

Dennoch sollten Betroffene geschwollene Lymphknoten beobachten und nach spätestens drei bis vier Wochen, falls sie nicht abschwellen oder sogar an Größe zunehmen, einen Arzt aufsuchen. „Auch Allergien oder Immunerkrankungen wie Rheuma kommen als Ursache für eine Lymphknotenschwellungen in Frage“, so Professor Delorme. Und in seltenen Fällen steckt sogar eine Krebserkrankung dahinter: „Verschiedene Tumorarten bilden Metastasen zuerst in den Lymphknoten“, erläutert der Mediziner. „Und bestimmte Krebstypen wie Lymphome befallen sie direkt“.

Um der Ursache einer Lymphdrüsenschwellung auf die Spur zu kommen, erfragt der Arzt zunächst die Krankheitsgeschichte des Patienten, tastet den Knoten ab und erstellt ein Blutbild: „Von Krebs befallene Lymphknoten sind typischerweise schmerzlos, oft hart und wachsen weiter“, erklärt Professor Delorme. Bei einer akuten Infektion hingegen sei ein geschwollener Lymphknoten frei beweglich, weniger fest und häufig schmerzhaft. „Solche Schwellungen bilden sich nach einigen Wochen wieder zurück“.

Um ein genaueres Bild zu bekommen, empfiehlt Professor Delorme eine Ultraschalluntersuchung. Hierbei ergibt sich häufig, dass der Lymphknoten typische Merkmale einer Entzündung aufweist – eine ovale oder Spindelform, eine erhaltene Architektur und ein normales Gefäßmuster. Er betont: „In solchen Fällen ist es gerechtfertigt, zunächst abzuwarten und den Befund zu kontrollieren, ohne gleich eine Probe entnehmen zu müssen.“ Anders verhalte es sich, wenn der Lymphknoten mehr als einen Zentimeter dick ist, eine runde Form hat, ein abnormes Gefäßmuster oder zum Beispiel Verkalkungen. Solche Befunde seien verdächtig auf einen Tumorbefall. „Dass auch mit dem Ultraschall Fehleinschätzungen möglich sind, versteht sich; deshalb sind auch bei wenig verdächtigen Befunden Verlaufskontrollen erforderlich“, ergänzt der Mediziner. Gleichwohl sei zur Einschätzung tastbarer Lymphknotenschwellungen der hochauflösende Ultraschall sowohl der Computertomographie als auch der Magnetresonanztomographie überlegen.

Zeigt sich ein geschwollener Lymphknoten verdächtig, müsse eine Gewebeprobe entnommen beziehungsweise der Knoten ganz entfernt werden. „Letztlich kann nur eine pathologische Untersuchung klären, ob es sich tatsächlich um Krebs handelt“, erklärt Delorme. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 15.000 Menschen neu an einem Lymphom. Es gibt mehr als 35 Lymphomarten, wobei man zwischen „Hodgkin-Lymphomen“ und „Non-Hodgkin-Lymphomen“ unterscheidet.

Im Rahmen des Kongresses „Ultraschall 2012“, des 36. Dreiländertreffens in Davos, referiert Professor Delorme über Techniken zur Abklärung von Lymphknotenschwellungen. Ärzte und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen diskutieren auf der Tagung in Vorträgen und Kursen über den Einsatz der Sonografie als bildgebendes diagnostisches Verfahren. Weitere Informationen bieten die Webseiten www.ultraschall2012.ch und www.degum.de.
Ihr Kontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Pressestelle
Anna Julia Voormann
Irina Lorenz-Meyer
Julia Hommrich
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-642 / -552 / -423
Fax: 0711 8931-984
hommrich@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ultraschall2012.ch/
http://www.degum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise