Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3. Weltkongress zur Geschichte der Bautechnik in Cottbus

07.05.2009
Nach Madrid (2003) und Cambridge (2006) richtet der Lehrstuhl Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung von Prof. Werner Lorenz vom 20. bis 24. Mai 2009 an der BTU Cottbus den "Third International Congress on Construction History" aus.

In wenigen Wochen wird die BTU Cottbus für fünf Tage zum Schauplatz eines international stark beachteten Kongresses. Nach Madrid (2003) und Cambridge (2006) empfängt nun Cottbus etwa 300 Gäste aus aller Welt zum "Third International Congress on Construction History".

Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz, Lehrstuhlleiter für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung, der mit seinem Team diesen 3. Weltkongress seit mehr als zwei Jahren vorbereitet, ist begeistert von dem neuen Forschungsfeld, das sich zunehmend als internationale Bewegung etabliert: "Das Faszinierende an der noch jungen Disziplin 'Construction History' ist, dass sich hier Wissenschaftler und Praktiker unterschiedlicher Provenienz über traditionelle kulturelle und disziplinäre Grenzen hinweg zusammen finden, um eben das aus historischer Perspektive zu erforschen, was Architektur und Baukunst im Kern zusammen hält - die Konstruktion."

Für den Cottbuser Kongress hatten sich knapp 400 Interessenten mit einem Vortragskonzept beworben. Im Ergebnis eines aufwendigen Begutachtungsverfahrens durch das International Scientific Committee wurden dann etwa 200 davon zum Vortrag zugelassen. Die Anmeldungen reichen von Australien und Asien bis nach Nord- und Südamerika; traditionell stark vertreten aber sind vor allem einige europäische Nachbarn, allein etwa 40 Meldungen kommen aus Italien. Bereits zum Beginn der Tagung werden alle Papers in drei Tagungsbänden auf 1600 Seiten gedruckt vorliegen.

Das Themenspektrum des Cottbuser Kongresses reicht von der Antike bis ins späte 20. Jahrhundert, von historischen bis zu ingenieurwissenschaftlichen, von ökonomischen und kulturellen bis zu biographischen Aspekten. Gerade der transdisziplinäre Charakter ist eines der wesentlichen Kennzeichen von Bautechnikgeschichte, fließen hier doch Inhalte und Methoden aus sehr unterschiedlichen Fächern zusammen - aus der Technik- und Wissenschaftsgeschichte, der Baugeschichte und Archäologie ebenso wie etwa aus dem Bauingenieurwesen und der Architektur. "Zwar behandeln wir oft ähnliche Gegenstände wie z.B. die traditionelle Baugeschichte - aber wir stellen andere, neue Fragen an sie. So fragen wir quer durch die Jahrtausende detailliert nach den Prozessen und Produkten des Konstruierens im Bauwesen, nach faszinierenden Konstruktionen ebenso wie nach den Denkmustern, Methoden und Strategien der Konstrukteure, nach den Einflüssen der entstehenden Ingenieurwissenschaften ebenso wie nach den Wechselwirkungen von Theorie und Praxis, von Wissenschaft und Kunst - kurz, nach all dem, was die Kunst des Konstruierens ausmacht, sei es in der Antike, sei es in der Gotik, sei es im 20, Jahrhundert. o Lorenz, der sich mit Santiago Huerta aus Spanien, Antonio Becchi aus Italien und James Campbell aus Großbritannien zu den "Machern" der ersten Weltkongresse zählen darf.

Nicht zuletzt geht es ihnen auch darum, unter Bauingenieuren wieder ein geschichtliches Verständnis ihrer Praxis zu verankern, so wie es über Jahrtausende selbstverständlich war. Bautechnikgeschichte gewinnt hier schon allein deshalb zunehmend an Bedeutung, weil sich das Bauen immer mehr vom Neubauen zum "Weiterbauen" im Bestand verlagert. Gerade bei der Integration von Neuem und Altem hat Bautechnikgeschichte unmittelbaren Nutzwert: Man denke nur an die spezifischen Eigenschaften historischer Baustoffe und Tragwerke, die es im Rahmen von Sanierungen oder Ertüchtigungen angemessen zu verstehen gilt.

Gleichwohl sind derart unmittelbar praktische Bezüge nur eine Facette der Relevanz des Faches, so Lorenz: "Bautechnisches Konstruieren - sei es in der Geschichte, sei es heute - ist ein ziemlich komplizierter Prozess, angesiedelt zwischen Kreativität und Routine, zwischen Handwerk und Wissenschaft, zwischen Innovation und Tradition. Es ist, in anderen Worten, der immer neue Versuch, eine spezifische, vielleicht nützliche Verknüpfung zwischen Natur und Kultur zu entwickeln. Wenn wir Konstruieren aber so verstehen, dann liegt die Bedeutung von Bautechnikgeschichte gerade darin, die Entwicklungsprozesse dieser Verknüpfungen in all ihren Optionen und Abhängigkeiten und Befruchtungen bis hin zu ihren praktischen technischen Anwendungen aus der Geschichte heraus zu erklären. Plötzlich steht dann auch die Genealogie zentraler Aspekte unserer technischen Kultur des beginnenden 21. Jahrhunderts im Scheinwerfer des Interesses - Fortschritt, Identität, Verantwortung oder Lebensqualität. Eine faszinierende Aufgabe !"

Detaillierte Informationen zum Tagungsprogramm sowie zur kompletten Liste der Vorträge bietet die Website www.CH2009.de. Neben den Fachvorträgen wird die Tagung den Teilnehmern auch Cottbus und seine weitere Umgebung näher bringen - sei es im Rahmen der für den Freitag vorgesehenen ganztägigen Exkursionen zu verschiedenen Zielen zwischen Berlin, Potsdam, Dresden und Görlitz, sei es im Rahmen des Festabends im Staatstheater oder beim großen Congress Dinner im Kunstmuseum Dieselkraftwerk. Und nicht zuletzt wurde aus den Beständen des Architekturmuseums der TU Berlin eine eigene kongressbegleitende Ausstellung "The Beauty of Construction" erarbeitet, die beeindruckende Zeichnungen und Fotografien zu preußischen Großkonstruktionen des 19. Jahrhunderts zeigt.

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz
Lehrstuhl Bautechnikgeschichte und Tragwerkerhaltung der BTU Cottbus
Tel. 0355 / 69-3031 werner.lorenz@tu-cottbus.de

Dr. Marita Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.ch2009.de7
http://www.tu-cottbus.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin
22.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht 48V im Fokus!
21.05.2018 | Haus der Technik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics