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3. Mannheimer Gespräch an der FOM Hochschule: „Medienkonsum und Internetsucht: Junge Erwachsene im Fokus“

11.07.2013
In Deutschland nutzen Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren das Internet im Durchschnitt 2,5 Stunden pro Tag.

Im Vergleich dazu surfen Erwachsene ab 50 Jahren täglich rund 40 Minuten im Web. Zu diesem Ergebnis kam die Online-Studie 2012 von ARD und ZDF.

Ob Online-Plattformen, Social Networks oder Apps – das World Wide Web verändert das Alltagsverhalten und die Mediennutzung, insbesondere bei Jugendlichen. Doch ab wann wird von Internetsucht gesprochen? Diese und andere Fragen klärte Prof. Dr. Gernot Schiefer beim 3. Mannheimer Gespräch an der FOM Hochschule.

Ein konkretes Beispiel für einen klassischen Auslöser der Internetsucht ist das Online-Rollenspiel, so der Medienexperte. Besonders bekannt sei „World of Warcraft“, das weltweit von 10 Millionen Internetnutzern gespielt wird. Als ein zentrales abhängigkeitsförderndes Element der Online-Rollenspiele gelte meist der eigene Avatar, das „zweite Ich“, das während des Spielverlaufs weiterentwickelt wird.

„Zu den weiteren Einflussfaktoren, die einen starken Spieldrang fördern, gehören beispielsweise auch der starke Gruppendruck, der unter Mitspielern entsteht, sowie die Wertschätzung, die manche Spieler erfahren“, erklärte Schiefer.

Einfach zu erkennen sei die Internetsucht bei Jugendlichen aber nicht. „Eltern können die Anzeichen für einen Missbrauch oder eine Abhängigkeit beispielsweise daran erkennen, wenn die Schulleistungen nachlassen, soziale Kontakte vernachlässigt werden oder die Jugendlichen häufiger aggressiv reagieren und Stimmungsschwankungen zeigen. Allerdings müssen diese Anzeichen nicht zwingend auf einen hohen Internet-, oder Computerspielkonsum zurückzuführen sein“, warnte Schiefer.

Auch zu den Ursachen nahm Schiefer Stellung. „Bei einer Internetsucht wird das Internet, wie bei anderen Süchten, häufig zur Abwehr innerpsychischer und psychosozialer Konflikte genutzt“, erläuterte er. Bei einer Therapie rät der Experte: „Nicht völlige Abstinenz, sondern kontrollierter Mediengebrauch sollte das Ziel sein.“ Medienpädagogische Ansätze sollten deswegen in der Erziehung bereits in der Kindheit angewendet werden.

Die gemeinnützige FOM Hochschule gehört zur Stiftung BildungsCentrum der Wirtschaft (BCW) in Essen. Aktuell zählt die Hochschule in Mannheim und weiteren 31 Städten in Deutschland 22.700 Studierende. Das Besondere: Sie absolvieren die staatlich anerkannten und akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengänge berufsbegleitend parallel zu Job oder Ausbildung.

Rosalba Iasi | echolot public relations
Weitere Informationen:
http://www.fom.de

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