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250.000 Erwachsene mit angeborenem Herzfehler nicht länger Stiefkinder der Medizin: Kardiologen schließen Versorgungslücke

09.04.2010
76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vom 8.-10. April in Mannheim

Die Versorgung der schätzungsweise 250.000 Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (EMAH) in Deutschland wird laufend verbessert, berichten Herz-Spezialisten auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK) im Mannheim. "Schon 200 Kinderkardiologen und Kardiologen haben die "EMAH"-Zusatz-Qualifikation erworben, das Interesse in der Community ist sehr groß", bilanziert Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Breithardt, Vorsitzender der Task-Force EMAH. "Bislang war es keine Seltenheit, wenn ein erwachsener Patient mit einem angeborenen Herzfehler weiter zu seinem Kinderarzt ging. Zu wenige qualifizierte Ärzte standen in Deutschland zur Verfügung, um diese chronisch kranken Patienten adäquat zu versorgen, und viele von ihnen fielen in ein Versorgungsloch." Von Donnerstag bis Samstag werden in Mannheim rund 7000 aktive Teilnehmer aus 25 Ländern erwartet.

Qualitätskriterien: Kliniken und Praxen können sich zertifizieren lassen

Derzeit erarbeitet die Task-Force EMAH spezielle Kriterien, die eine Klinik oder eine Praxis erfüllen muss. Prof. Breithardt: "Die Zertifizierung wird die nächste große Aufgabe, um die Versorgung der Patienten weiter zu verbessern. Die Initiative der Task-Force ist in Europa einmalig und erregt inzwischen international Aufmerksamkeit."

Noch in diesem Jahr können Zentren einen Antrag auf Zertifizierung als überregionales oder regionales Zentrum beziehungsweise Praxen einen Antrag auf Zertifizierung als Schwerpunktpraxis stellen. Ein überregionales Zentrum muss strenge Auflagen erfüllen und beispielsweise neben der Erwachsenenkardiologie eine Kinderkardiologie und Chirurgie für angeborene Herzfehler haben. Eine Schwerpunktpraxis setzt neben der "EMAH"-Qualifikation des Leiters der Praxis eine strukturierte Zusammenarbeit mit einem Zentrum voraus.

90 Prozent erreichen heute das Erwachsenenalter, früher waren es zehn Prozent

Erreichten früher gerade einmal zehn Prozent der Kinder mit schweren angeborenen Herzfehlern das Erwachsenenalter, sind es heute rund 90 Prozent. Deshalb ist in den letzten Jahrzehnten eine völlig neue Patientengruppe entstanden, die in Deutschland auf 250.000 erwachsene Patienten geschätzt wird. Die Versorgung dieser Patienten erfordert spezielles Know-how, über das normale niedergelassene internistische Kardiologen nicht verfügen, während der Kinderkardiologe, der die Patienten im Kindesalter versorgt, mit den Erkrankungen des Erwachsenenalters nicht ausreichend vertraut ist. Prof. Breithardt: "Die Weiterbildung zum EMAH-Arzt zeichnet die betreffenden Ärzte als Spezialisten für Erwachsene mit einem angeborenen Herzfehler aus. Die Zusatz-Qualifikation EMAH wird - in Anlehnung an die Verfahren zur Erlangung einer Facharztqualifikation - nach Prüfung des bisherigen beruflichen Werdeganges des Antragstellers und erfolgreicher Ablegung einer Prüfung vor einer fachlich gemischten Kommission von den Akademien für Kardiologie und Pädiatrische Kardiologie erteilt."

Die Task-Force wurde von den drei kardiologischen Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie, Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie) gemeinsam mit den Berufsverbänden der niedergelassenen (Kinder-)Kardiologen, dem Kompetenznetz Angeborene Herzfehler und den Dachorganisationen der Selbsthilfe gebil¬det.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher
Christiane Limberg, Pressestelle
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
Pressezentrum am Kongress: 0049-(0)621-41065005; mobil 0043-676-6356775
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa.

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

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