Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

25 Jahre tropische Meeresforschung in Bremen: das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie

05.02.2016

Vor 25 Jahren wurde das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen gegründet. Zu seinem Jubiläum startet das Forschungsinstitut am 5. Februar eine Vortragsserie im Rahmen der Reihe „Wissen um 11“ im Haus der Wissenschaft.

Als einziges Forschungsinstitut in Deutschland fokussiert sich das ZMT auf die Erforschung tropischer Küstenlebensräume, ihrer Ressourcen und Nutzung durch den Menschen. In enger Zusammenarbeit mit Partnern in den Tropen arbeiten seine Wissenschaftler vor allem dort, wo Küstenökosysteme im Wandel begriffen sind und ihr fragiles Gleichgewicht bedroht ist.


Forschungsarbeiten im Korallenriff vor Lombok, Indonesien.

Pia Kegler, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie

Heute umspannen die Forschungsregionen des Instituts den gesamten Tropengürtel: Nordost-Brasilien, Senegal, Sansibar, Südchina, Indonesien und die pazifischen Inselwelten sind nur einige der Orte, an denen ZMT-Wissenschaftler forschen.

Tropische Küstenökosysteme wie Korallenriffe, Mangroven oder Seegraswiesen sind außergewöhnlich artenreiche und hochproduktive Lebensräume mit großer ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Diese Lebensräume haben jedoch mit starkem Bevölkerungswachstum, sozialem Wandel und massiven Umweltveränderungen zu kämpfen.

Die Natur- und Sozialwissenschaftler des ZMT widmen sich zentralen Themen, die zugleich globale und oft existenzielle Herausforderungen in Küstengebieten darstellen: Überfischung, Übernutzung, Ozeanversauerung, Biodiversitätsverlust, Verschmutzung der Meere, Klimawandel und die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Küstenökosystem.

Im Jahr 1991 wurde das Institut als Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen gegründet und schloss eine Lücke in der deutschen Meeresforschung. Denn zu dieser Zeit fehlte es in Deutschland an Meeresforschern mit umfassenden Tropenkenntnissen, um eine wissenschaftliche Grundlage für den Schutz und die nachhaltige Nutzung tropischer Küstenökosysteme zu schaffen. Vor sieben Jahren wurde das ZMT in die renommierte Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen und heißt seitdem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie.

Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums stellt das ZMT mit einer Reihe von allgemeinverständlichen Vorträgen die Bandbreite seiner Forschungsthemen vor und wird die Zuhörer für seine Arbeit in den Tropen begeistern. Die halbstündigen Vorträge finden samstags jeweils um 11 Uhr im Bremer Haus der Wissenschaft im Rahmen der Veranstaltung „Wissen um 11“ statt.

Interessierte Bürger und Medienvertreter sind sehr herzlich eingeladen, Fragen und Diskussionen im Anschluss an die Vorträge sind ausdrücklich erwünscht! Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen
Dr. Susanne Eickhoff
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel: 0421 / 23800-37
Email: susanne.eickhoff@leibniz-zmt.de

ZMT Vortragsreihe „25 Jahre tropische Meeresforschung“ im Haus der Wissenschaft

06.02.2016
Alles ist im Fluss: Wie Grundwasser zur Ozeanverschmutzung beiträgt
Grundwasser ist eine unsichtbare Verbindung zwischen Land und Meer. Mit dem Wasser, das unterhalb der Erdoberfläche direkt in den Ozean fließt, könnten auch erhebliche Mengen an Schadstoffen ins Meer gelangen. ZMT-Forscher nehmen dieses in der Forschung wenig berücksichtigte Phänomen jetzt erstmals genauer unter die Lupe.
Dr. Nils Moosdorf, Hydrogeologe, ZMT

05.03.2016
Können Zahlungen für die Leistungen von Ökosystemen die Zerstörung tropischer Landschaften verhindern?
In Indonesien werden ganze Torfmoore vernichtet, um Palmölplantagen anzusiedeln, was zu hohen CO2-Emissionen führt. Umweltökonomen überlegen daher, ob Geldzahlungen Menschen dazu bringen könnten, die ursprünglichen Ökosysteme zu schützen. In Sumatra hat Prof. Dr. Achim Schlüter ein solches Anreizsystem getestet.
Prof. Dr. Achim Schlüter, Sozialwissenschaftler, ZMT

02.04.2016
Mangroven: Wenn Bäumen das Wasser bis zum Halse steht
Mangroven sind wahre Anpassungskünstler, die in unwirtlichen Lebensräumen an Flussmündungen oder in der Gezeitenzone gedeihen. Für Tiere und Menschen spielen diese tropischen Küstenwälder eine sehr wichtige Rolle. Prof. Dr. Martin Zimmer erklärt die Ökologie und den Wert der Mangroven und zeigt Möglichkeiten zu ihrem effektiven Schutz auf.
Prof. Dr. Martin Zimmer, Mangrovenökologe, ZMT

04.06.2016
Seegurken, Haie & Co.: Von der offensichtlichen und weniger offensichtlichen Nutzung tropischer Meerestiere
Tropische Meerestiere ernähren nicht nur Küstenbewohner in den Tropen. Viele der Fische und Krustentiere landen auf den Esstischen der ganzen Welt, und nicht nur dort. Dr. Annette Breckwoldt zeigt, wie ein kleines Fischerei-System am anderen Ende der Welt unser Leben beeinflussen kann und welche Auswirkungen unser Verhalten auf dieses tropische Ökosystem hat.
Dr. Annette Breckwoldt, Meeresbiologin und Sozialwissenschaftlerin, ZMT

02.07.2016
Ungetrübtes Naturparadies: Ist Galapagos ein kluges Modell für nachhaltige Entwicklung?
Der Galapagos-Archipel ist berühmt für die Schönheit seiner Natur und die vielen endemischen Arten. Doch Tourismus- und Bevölkerungszuwachs hinterlassen auch auf diesen Inseln ihre Spuren. Können die Ökosysteme auf Galapagos noch erhalten werden? Prof. Dr. Matthias Wolff zeigt erfolgreiche und gescheiterte Maßnahmen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit.
Prof. Dr. Matthias Wolff, Fischereibiologe, ZMT

06.08.2016
69 Jahre, 1 Monat und 21 Tage: Atoll-Inseln auf Wanderschaft
Wie wirkt sich der prognostizierte globale Anstieg des Meeresspiegels auf die geologische Stabilität von Atoll-Inseln wie den Malediven aus? Dr. Thomas Mann setzt Fernerkundungsdaten ein, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. In seinem Vortrag stellt er die überraschenden Ergebnisse seiner Arbeit vor.
Dr. Thomas Mann, Geologe, ZMT

03.09.2016
Korallen im globalen Kohlenstoffkreislauf: Geben sie CO2 ab oder nehmen sie es auf?
Tropische Korallen bilden riesige Felsmassive aus Kalk, was zur Abgabe von CO2 in die Atmosphäre führt. Ihr Wachstum wirkt sich somit auf den Kohlenstoffkreislauf aus, der auch durch die Versauerung der Ozeane beeinflusst wird. Dr. Sönke Hohn diskutiert die Folgen menschlichen Handelns für Korallen und den globalen Kohlenstoffkreislauf.
Dr. Sönke Hohn, Biogeochemiker und Theoretischer Ökologe, ZMT

08.10.2016
Raus aus dem Elfenbeinturm! Die gesellschaftliche Verantwortung der Forschung
Wie können dringende globale Probleme wie Biodiversitätsverlust, Rohstoffmangel und Umweltverschmutzung zeitnah angegangen werden? Die Lösungsvorschläge der Forscher bleiben für Betroffene und Entscheidungsträger oft unzugänglich. Der Vortrag widmet sich der Entwicklung von Kriterien für eine "Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung".
Dr. iur. Bevis Fedder, Meeresbiologe, ZMT

5.11.2016
Klein, aber oho: Welche Funktion haben Bakterien im Korallenriff?
Marine Bakterien spielen eine Schlüsselrolle in den globalen Stoffkreisläufen. Auch für Korallen sind sie von existenzieller Bedeutung, beispielsweise für die Fortpflanzung. Wie verändern Stressfaktoren wie Eutrophierung oder Übersäuerung der Meere die Bakteriengemeinschaften und was bedeutet das für Korallenriffe und den Menschen?
Dr. Astrid Gärdes, Mikrobiologin, ZMT

3.12.2016
Weiße Weihnachten unter Wasser: Die dritte globale Korallenbleiche und ihre Folgen
In den tropischen Meeren spielt sich zurzeit eine ökologische Katastrophe ab: Bedingt durch ein Wetterphänomen und den globalen Temperaturanstieg bleichen Korallen und andere Riffbewohner aus. Die Bleiche schlägt bereits zum dritten Mal zu. Dr. Sebastian Ferse erklärt die Auswirkungen auf die Riffe und die Perspektiven für ihre Zukunft.
Dr. Sebastian Ferse, Riffökologe, ZMT

Dr. Susanne Eickhoff | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.zmt-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?
23.04.2018 | Technische Universität Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics