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24th International Liquid Crystal Congress 2012 in Mainz - Mehr als LCDs

24.07.2012
Flüssigkristalle haben sich bereits vor einigen Jahren als optoelektronische Materialien für Displays und flache Fernsehbildschirme etabliert. Doch damit ist die Forschung an ihnen nicht abgeschlossen.

Und so treffen sich rund 800 Wissenschaftler aus aller Welt vom 19. bis 24. August 2012 zum 24. International Liquid Cristal Congress (ILCC) in Mainz, um anhand von über 300 Vorträgen und fast 600 Postern über neueste Entwicklungen in Forschung und Anwendung zu diskutieren.

Der Kongress, der nach 1970 (Berlin) und 1988 (Freiburg) zum dritten Mal in Deutschland Station macht, wird für die „International Liquid Crystal Society“ von den Organisatoren Professor Dr. Harald Pleiner und Professor Dr. Rudolf Zentel am Max-Planck-Institut für Polymerforschung bzw. an der Universität Mainz gemeinsam mit der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) organisiert.

Die Themen reichen von aktuellen Untersuchungen zur Struktur und Ordnung flüssigkristalliner Phasen über das molekulare Design neuer Materialien bis hin zur Optimierung der optoelektronischen Eigenschaften. Neben den klassischen Themenfeldern werden dabei auch speziellere Themen in Randbereichen behandelt wie die Bedeutung der räumlichen Anordnung flüssigkristalliner Verbindungen für organische LEDs oder Solarzellen, mechanische Aktoren – Bauteile die äußere Reize in Bewegung umwandeln – und flüssigkristalline Aspekte in biologischen Systemen. Vor der Kongresseröffnung mit einem Empfang am Sonntagabend werden sieben einführende Seminare zum Kongressthema für junge Nachwuchswissenschaftler angeboten. Die im Folgenden kurz umrissenen Inhalte der fünf ILCC-Plenarvorträge sollen einen Einblick in die nach wie vor spannende chemische Forschung zu Flüssigkristallen geben.

Das wissenschaftliche Vortragsprogramm beginnt am Montag mit einem Plenarvortrag von Dr. Matthias Wittek, Merck KGaA, Darmstadt, der anwendungsrelevante Themen behandelt. Er zeigt die wachsende Bedeutung der Stabilisierung von flüssigkristallinen Lichtmodulatoren, also Materialien, die eine Lichtwelle in Stäke, Polarisierung oder Phase verändern können, durch Polymerstrukturen. Zudem gibt er einen Einblick in die Forschung und Entwicklung dieser Materialien. Für die nächste Display-Generation interessieren besonders durch Polymere stabilisierte sogenannte „Blue Phases“ (PS-BP) mit denen sich weitere deutliche Verbesserungen der optoelektronischen Eigenschaften erzielen lassen, so Wittek.

Professor Dr. Klaus Müllen vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz forscht u.a. über scheibenförmige Moleküle vom Graphen-Typ – üblicherweise große polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff-Moleküle – und deren Anwendungsmöglichkeiten in der organischen Elektronik. Abhängig von der molekularen Struktur ändern sich die Selbstorganisation der Moleküle, also deren flüssigkristalline Phase, und auch ihre elektronischen Eigenschaften. Darüberhinaus kann mit den graphenartigen Materialien auch die Effizienz von organischen Solarzellen gesteigert oder der Ladungstransport in Feldeffekt-Transistoren verbessert werden, wie Müllen berichtet.

Metamaterialien sind künstlich hergestellte hierarchische Strukturen mit gänzlich neuartigen Materialeigenschaften. Dabei werden sehr häufig Nanoteilchen als Bausteine verwendet. Professor Dr. Peter Palffy-Muhoray vom Liquid Crystal Institute der Kent State University in Ohio/USA faszinieren diese Materialien, an denen er Grundlagenforschung betreibt. Insbesondere untersucht er Metamaterialien, die zusätzlich flüssig-kristalline Ordnung entwickeln können und so bislang kaum vorstellbare Materialeigenschaften realisieren lassen. Palffy-Muhoray stellt in Mainz experimentelle Ergebnisse und Resultate seiner Computersimulationen vor.

Seine Forschungsarbeiten zu Grenzflächenmodifikationen auf molekularer Ebene für die organische Elektronik und für optoelektronische Bauteile stellt Professor Sin-Doo Lee von der School of Electrical Engineering, Seoul National University, Korea, vor. Sein Hauptinteresse gilt dabei organischen Halbleitermaterialien für organische Feldeffekt-Transistoren (OFETs) und für lichtemittierende Dioden (LEDs), insbesondere der detaillierten Untersuchung des Einflusses der Grenzflächenmodifikationen auf den Ladungstransport.

Professor Dr. Igor Muševiè vom J. Stefan Institute in Ljubljana/Slowenien benutzt die durch topologische Defekte hervorgerufenen Wechselwirkungen in kolloidalen Systemen, um Flüssigkristallphasen verschiedenster Symmetrie und hoher topologischer Komplexität herzustellen, Er berichtet über die aktuelle Forschung und Entwicklung photonischer Mikrobauteile, die die Bewegung von Photonen ähnlich beeinflussen wie Opale oder die Oberfläche von Schmetterlingsflügeln, sowie über dreidimensionale Mikrolaser und elektrisch steuerbare Mikroresonatoren, die bei der optischen Datenspeicherung Einsatz finden. Er sagt photonischen Mikrobauteilen auf Basis von Flüssigkristallen eine große Zukunft voraus.

Mehr Informationen zu dieser Tagung finden sich auf: www.ilcc2012.de.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie organisiert jährlich etwa 50 Tagungen und rund 100 Fortbildungskurse. Ob im Inhouse-Seminar oder in einem Fortbildungskurs, auf der Fachgruppen-Jahrestagung oder bei einem internationalen Kongress – Experten und Wissenschaftler teilen auf GDCh-Veranstaltungen ihr Wissen. Mehr als 8.000 Chemikerinnen und Chemiker nehmen Jahr für Jahr diese Angebote wahr. Die konstant hohe Qualität und Aktualität garantieren dabei das GDCh-Netzwerk, die jahrzehntelange Organisationserfahrung und ein offenes Ohr für alle Anliegen der Chemical Community.

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/

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