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23. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE)

14.03.2012
»Die Erziehungswissenschaft ist in den gesellschaftspolitischen Fokus gerückt – und die vielfältigen Veranstaltungen hier sind ein Beleg dafür, dass sie sich dieser Verantwortung mit viel Offensivgeist, aber auch Verantwortungsbewusstsein stellt.«

Dieses Fazit des 23. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) zog der DGfE-Vorsitzende Prof. Dr. Werner Thole zum Tagungs-Abschluss am 14. März an der Universität Osnabrück.

Thole betonte: »Als drittgrößte universitäre Disziplin, aber noch mehr durch die wachsende Beachtung von Bildung und Erziehung möchte die DGfE künftig verstärkt Position beziehen und damit gesellschaftliche Entwicklungen mitgestalten.« Vor allem jedoch werde sie sich dafür einsetzen, dass die Akteurinnen und Akteure insbesondere in der frühkindlichen Bildung und in der Erwachsenenbildung auch das leisten können, was gesellschaftspolitisch dringend notwendig ist.

»Professionell ausgebildet, aber prekär beschäftigt: Das kann nicht die Zukunft der Pädagoginnen und Pädagogen sein.« Thole zufolge biete der jetzt neu gewählte Vorstand der DGfE für die Kommunikation dieser Anliegen aufgrund des Renommes seiner Mitglieder alle Voraussetzungen. Neu gewählt wurden Prof. Dr. Christine Zeuner (Hamburg), Prof. Dr. Ingrid Miethe (Gießen), und Prof. Dr. Marcelo Caruso (Berlin). Auf eigenen Wunsch ausgeschieden sind Prof. Ingrid Lohmann, Prof. Dr. Hans-Rüdiger Müller und Prof. Dr. Klaus Breuer. Der bislang Vorsitzende Thole wurde wieder gewählt. Zum Vorstand zählen neben den neu gewählten Mitgliedern weiterhin Prof. Dr. Sabine Reh, Prof. Dr. Tina Hascher und Prof. Dr. Stefan Aufenanger. Thole bedankte sich bei den scheidenden sowie den neuen Mitgliedern für ihr herausragendes Engagement.

»Die Erziehungswissenschaftlichen ‚Grenzgänge´ haben 1.800 Expertinnen und Experten im Rahmen von über 140 Veranstaltungen zusammengeführt«, bilanzierte Prof. Dr. Hans-Rüdiger Müller von der Universität Osnabrück, Sprecher des lokalen Organisationskomitees und griff dabei das Motto des Kongresses auf. Müller bedankte sich bei allen Mitwirkenden und Partnern der bislang größten erziehungswissenschaftlichen Veranstaltung in Osnabrück für ihr herausragendes Engagement: »Sowohl aus inhaltlicher als auch aus organisatorischer Sicht ist die Rückmeldung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerordentlich positiv. Ich bin davon überzeugt, dass der 23. DGfE-Kongress nachhaltig Impulse in Wissenschaft und Gesellschaft setzen wird.«

Zu den Programm-Höhepunkten der letzten beiden Kongresstage zählte unter anderem ein prominent besetztes wissenschaftliches Streitgespräch zur Frage, welche Tendenzen die Entwicklung der empirischen Bildungsforschung prägen werden. Hier erklärte Prof. Dr. Sabine Reh, DGfE-Vorstandsmitglied und an der Technischen Universität Berlin tätig: »Die empirische Bildungsforschung spielt heute – seit PISA – eine große Rolle; sie hat wesentlich zur flächendeckenden Evaluierung unseres Schulwesens beigetragen. Gerade aber weil unsere Gesellschaft vor so großen Herausforderungen steht – beispielsweise die zunehmende Segregation in Schulen der Großstädte – wird es darauf ankommen, das gesamte Spektrum der erziehungswissenschaftlichen Forschungsansätze – theoretische, historische oder ethnographische – zu nutzen und zu fördern, um weitergehende, nicht zuletzt pädagogische Fragen bearbeiten zu können.«

Ein weiterer zentraler Punkt des Kongress-Programms war eine von der Bohnenkamp-Stiftung geförderte Podiumsdiskussion zum Thema »Denn wir wissen nicht, was sie tun – Jugendliche Lebenswelten jenseits des pädagogischen Monitoring«. Prof. Dr. Stefan Aufenanger von der Universität Mainz, DGfE-Vorstandsmitglied und Medienpädagoge, hob hier hervor: »Insbesondere die medialen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen haben wenig mit dem zu tun, was wiederum von Medien immer wieder als Schreckens-Szenarien inszeniert wird.« Den Anforderungen an medienpädagogische Begleitung der Kinder und Jugendlichen von heute könne nur gerecht werden, wer »mehr mit der Zielgruppe als über die Zielgruppe redet«. Der nächste Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft wird 2014 in Berlin stattfinden.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Sabine Bohne, 23. Kongress der DGfE 2012 – Geschäftsstelle
Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft
Telefon: +49 541 969 4284, Fax: +49 541 969 6201
E-Mail: sbohne@uni-osnabrueck.de

Dr. Oliver Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgfe2012.de/

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