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22nd International Symposium on Medicinal Chemistry in Berlin

28.08.2012
1300 Wissenschaftler diskutieren über neue Wirkstoffe und deren Entwicklung

Zu den bedeutendsten Treffen zur Medizinischen Chemie zählt das International Symposium on Medicinal Chemistry, das in diesem Jahr zum 22. Mal stattfindet.

Da vom Veranstalter, der European Federation for Medicinal Chemistry (EFMC), Berlin als Tagungsort ausgewählt wurde, sind die Fachgruppe Medizinische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und die Fachgruppe Pharmazeutische/Medizinische Chemie der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) die lokalen Organisatoren.

Zwischen dem 2. und 6. September werden rund 1.300 Wissenschaftler aus aller Welt erwartet, die sich mit der medizinisch-chemischen Forschung und der Entwicklung neuer Wirkstoffe befassen. Sie arbeiten nicht nur auf dem Gebiet der synthetisch-organischen Chemie, sondern auch in der Biologie, der experimentellen Medizin, der Informatik, der Pharmakologie und Toxikologie.

Die beiden Fachgruppen-Vorsitzenden, die Professoren Dr. Eckhard Ottow (GDCh) und Dr. Bernd Clement (DPhG), sind gemeinsam Vorsitzende der Eröffnungszeremonie, in der Professor Dr. Günter Stock, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und seit jüngstem auch der ALLEA, der All European Acedemies, darüber spricht, wie Berlin als dynamische Wissenschaftsmetropole die Herausforderungen und Chancen des 21. Jahrhunderts meistern will. Stock war bis 2005 Forschungsvorstand der Schering AG in Berlin.

Nach der Vergabe der drei EFMC-Preise an Wissenschaftler aus Cambridge, Jerusalem und Lublin für neue Strategien in der Medikamentenentwicklung, für neue Therapieansätze und für die Anwendung neuer theoretischer und experimenteller Techniken, um Wirkstoff-Rezeptor-Wechselwirkungen zu untersuchen, hält den Eröffnungsvortrag die Nobelpreisträgerin für Chemie 2009, Professor Dr. Ada Yonath, die wirksamere Antibiotika auf Basis besserer Strukturkenntnisse entwickeln möchte.

Innovationspreis in Medizinisch/Pharmazeutischer Chemie

Es folgen vier Tage eines intensiven wissenschaftlichen Programms mit Schwerpunkten auf neuen Zielstruktur-Familien für Wirkstoffe, innovativen Ansätzen zur Leitstrukturfindung und aktuellen Forschungsergebnissen aus wichtigen Indikationsgebieten. Besondere Highlights sind die Sessions über neue Ansätze in der chemischen Biologie, der Krebsbekämpfung und der nächsten Generation von Herz-Kreislauf-Medikamenten. Auch die beiden Fachgruppen der GDCh und der DPhG treten in Berlin nochmals ins Rampenlicht, nämlich zur Verleihung ihres gemeinsam getragenen Innovationspreises in Medizinisch/Pharmazeutischer Chemie am 5. September. Damit wird in diesem Jahr der Biologe Dr. Christian Ottmann ausgezeichnet, der am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie, Chemical Genomics Centre, in Dortmund forscht. Ottmann will mit seinen Arbeiten dazu beitragen, die Funktionsweisen der Proteine im Organismus besser zu verstehen. Dazu entwickelte er niedermolekulare Stabilisatoren von Protein-Protein-Wechselwirkungen und demonstrierte vor allem, dass dies zielgerichtet möglich ist. Seine originären Arbeiten könnten Basis werden für die Entwicklung einer neuen Klasse kleiner bioaktiver Moleküle für vielfältige Indikationen bei Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 28 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Medizinische Chemie mit rund 850 Mitgliedern, vornehmlich Chemiker und Pharmazeuten aus Hochschule und Industrie. Die Fachgruppe will Brücken schlagen zwischen Chemie, Biologie, Medizin und Pharmazie. Sie befasst sich gebietsübergreifend mit Fragen der modernen Arzneimittelentwicklung, insbesondere der Wirkstofffindung, der Leitsubstanzoptimierung unter Einbeziehung moderner Technologien wie kombinatorische Synthese, Hochdurchsatz-Screeningsysteme auf der Basis molekularbiologischer Grundlagen, Drug Design, Molecular-Modelling, quantitative Struktur-/Wirkungsanalysen, Pharmakokinetik und Metabolismus.

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/

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