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200 Experten beim 11. Jahrestreffen des Netzwerks Brennstoffzelle und Wasserstoff NRW

16.01.2012
Brennstoffzelle muss aus und nicht nach Deutschland kommen

Nordrhein-Westfalen ist Vorreiter bei der Erforschung und Entwicklung von Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologien. Bereits seit elf Jahren fördert das Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff NRW der EnergieAgentur.NRW diese zukunftsweisenden Felder. Rund 200 Energieexperten versammelten sich im Dezember zum elften Jahrestreffen des Netzwerkes in Düsseldorf.

Die Brennstoffzelle ist längst keine Zukunftsvision mehr. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis belegen schon jetzt ihre Leistungsfähigkeit. Um die vielfältigen Anwendungen und ihren aktuellen Entwicklungsstand ging es auf der Veranstaltung in Düsseldorf. Die Fachleute diskutierten die Erfahrungen aus der Praxis, das zu erwartende Potential und die noch ausstehenden Forschungsaufgaben. Dabei stand nicht nur die Technik selbst im Fokus, sondern ebenso die dafür erforderliche Infrastruktur und entsprechend geeignete Geschäftsmodelle.

Denn klar ist, beide Aspekte müssen bei den System-Innovationen frühzeitig mitgedacht werden. Nur so lässt sich die Marktdurchdringung voranbringen.

„Um die ambitionierten Klimaschutzziele erreichen zu können, ist ein tiefgreifender Wandel in unserem Umgang mit Energie notwendig. Ein Wandel, der alle Bereiche betrifft: Industrie, Verkehr, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie die privaten Haushalte – unsere ganze Gesellschaft. Fortschritt verbindet zukünftig nicht nur Ökonomie und Ökologie, sondern bezieht auch die soziale und kulturelle Frage mit ein“, so fasste es Dr. Beate Wieland, Abteilungsleiterin Forschung und Technologie im Wissenschaftsministerium NRW, in ihrem Eröffnungsvortrag zusammen.

Im Anschluss daran gab Ullrich Platthaus von der 3M Deutschland GmbH einen Überblick über den Stand der Brennstoffzellen-Technologie aus Sicht der Industrie. Er attestierte ihr einen guten Entwicklungsstand und schnellen weiteren Fortschritt. Die dafür benötigten Wertschöpfungsketten weisen seiner Einschätzung nach zwar noch deutliche Lücken auf, „aber wir kommen der Sache zunehmend näher“. Im Bereich der Mobilität seien beispielsweise enorme Fortschritte zu verzeichnen. „Die Alltagstauglichkeit der Brennstoffzellen-Fahrzeuge wurde in zahlreichen Langstreckentests unter extremen Bedingungen weltweit erfolgreich nachgewiesen.

Die Technologie und deren Einsatzfähigkeit wird nicht mehr in Frage gestellt“, sagte der Experte. Deutsche Unternehmen seien in diesem Bereich in Europa und teilweise auch weltweit führend. Daher formulierte Platthaus einen klaren Appell: „Die Brennstoffzelle kommt, und wir können und müssen dafür sorgen, dass sie aus und nicht nach Deutschland kommt.“

Einen wichtigen Themenblock der Veranstaltung bildete zudem die Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis von Brennstoffzellen. Denn mit ihr lassen sich signifikant höhere elektrische Wirkungsgrade erzielen als mit konventionellen KWK-Anlagen auf der Basis von Verbrennungsmotoren. Dr. Alexander Schuler von der Hexis AG in Winterthur stellte in diesem Zusammenhang auch das Projekt „Callux, Praxistest Brennstoffzelle fürs Eigenheim“ vor, das die Markteinführung erdgasbetriebener Brennstoffzellen-Heizgeräte gezielt vorantreibt. Dr. Bernhard Naendorf vom Gas-Wärme-Institut e.V. in Essen betonte einen weiteren wichtigen Aspekt, der über die rein technischen Anforderungen an solche Anlagen hinausgeht: „Das Nutzerverhalten ist entscheidend und muss standardisiert berücksichtigt werden.“

In den weiteren Vorträgen ging es um den Einsatz der Brennstoffzelle in der Luftfahrt oder auch für die Notstromversorgung in Unternehmen bis hin zu verschiedenen Anwendungen im Straßenverkehr. Netzwerkleiter Dr. Andreas Ziolek gab abschließend einen Überblick über die gemeinschaftlichen Aktivitäten. Mit aktuell rund 400 Mitgliedern handelt es sich europaweit um das größte Netzwerk zur Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik. 27 neue Mitglieder kamen im Jahr 2011 hinzu. Ein Drittel der neuen Mitglieder stammen aus dem Ausland. Das Netzwerk hat über 100 Projekte initiiert, die Nordrhein-Westfalen zusammen mit Mitteln der Europäischen Union mit knapp 110 Millionen Euro bei einem Gesamtbudget von über 183 Millionen Euro gefördert hat.

Brennstoffzellentechnik „Made in NRW“ wird in zahlreichen Produkten eingesetzt, auch in denen ausländischer Hersteller.

Weitere Informationen unter:
http://www.brennstoffzelle-nrw.de und http://www.energieagentur.nrw.de
Rückfragen der Medien an:
EnergieAgentur.NRW
Pressesprecher Innovationen und Netzwerke
Uwe H. Burghardt M.A.
Telefon: (02 11) 8 66 42 - 13
mailto:burghardt@energieagentur.nrw.de

Uwe H. Burghardt | EnergieAgentur.NRW
Weitere Informationen:
http://www.energieagentur.nrw.de
http://www.brennstoffzelle-nrw.de

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