Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2. Männerkongress: „Scheiden tut weh. Elterliche Trennung aus Sicht der Väter und Kinder“

19.09.2012
Fast 200.000 Ehen werden jährlich in Deutschland geschieden, etwa 150.000 Kinder sind damit jedes Jahr von der Scheidung ihrer Eltern betroffen.

Der am 21. und 22. September 2012 an der Heinrich- Heine-Universität zum zweiten Mal stattfindende Männerkongress beschäftigt sich mit den Erfahrungen von Männern und deren Kindern mit Trennung und Scheidung.

Er wird geleitet von Prof. Dr. Matthias Franz (Stellv. Direktor des Klinischen Instituts für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, UKD) und André Karger (Oberarzt am Klinischen Instituts für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, UKD).

Elterliche Trennung wird in den allermeisten Fällen von den betroffenen Kindern als tiefgreifende Verunsicherung erlebt. Fünf bis zehn Prozent aller Trennungen verlaufen Schätzungen zufolge sogar hochkonflikthaft. Ein andauernder Streit zwischen den Eltern auch noch nach der Trennung beeinträchtigt stets die Beziehung des Kindes zu einem Elternteil – oft ist es die zum Vater. Für die Eltern selbst und für die mit betroffenen Kinder ist dies mit erheblichen langfristigen gesundheitlichen und Entwicklungsrisiken verbunden.

Die Trennungsforschung hat bis heute, abgesehen von Ausnahmen in Deutschland und den USA, Männer bisher kaum in den Blick genommen. Ihre Belastungen und Konflikte wurden von der Forschung vernachlässigt, teils auch, weil sie häufig stereotyp einseitig als Schuldige etikettiert wurden. Wissenschaftler und Fachreferenten werden deshalb schwerpunktmäßig die Problemlagen von Vätern und Jungen u. a. aus historischer, soziologischer, psychologischer, ärztlicher und psychoanalytischer Sicht darstellen.

Sie werden auch Möglichkeiten aufzeigen, die Vätern wie ihren Söhnen und Töchtern aus der Sackgasse der elterlichen Entfremdung heraus helfen können. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird außerdem auch die Möglichkeit geboten, ihre sehr persönlichen Reaktionen auf die Vorträge zu diesem emotional besetzten Thema in einer psychoanalytisch geleiteten Gruppe zu reflektieren.

Die Tagung soll dazu beitragen, die Beteiligung beider Partner an Scheidungs- und Trennungskonflikten in Wissenschaft, Öffentlichkeit und helfenden Berufen wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Eine länger als dreißig Jahre währende Konflikte ausgrenzende Debatte und eine Aufteilung in Opfer und Täter ist keinem zumutbar: weder den Beteiligten noch der Gesellschaft und besonders nicht den Kindern. Hinzu kommt, dass ungelöste partnerschaftliche Konflikte auf Dauer eine Belastung für die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit bedeuten, indem sie Wiederholungshandlungen in den nachfolgenden Generationen wahrscheinlich machen.

Wenig beachtet von der Fachwelt und der Öffentlichkeit wurden bislang die psychosozialen Folgen für die Trennungskinder: Sie wachsen in der überwiegenden Mehrheit nach der Trennung ohne Vater auf, ein Phänomen, das Langzeitfolgen haben wird.

Der zweite Männerkongress möchte dazu beitragen, die Diskussion über die Beziehungen von Männern und Frauen sowie zwischen den Generationen zu versachlichen, Verständigung, Konfliktlösung und Integration in den Fokus zu nehmen. Der Kongress soll interessierten Männern und natürlich auch Frauen die Möglichkeit bieten sich, auf ihren Arbeitsebenen zu vernetzten und Kooperationen in Forschung und Praxis einzugehen.

Dr. Victoria Meinschäfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.maennerkongress2012.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

nachricht Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen
01.12.2016 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie