Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

12. internationale Living Lakes-Konferenz: 50 % aller Feuchtgebiete in Europa bedroht

25.09.2008
Der zunehmende Flächen- und Wasserverbrauch durch die Landwirtschaft belasten Seen und Feuchtgebiete weltweit. Zur Eröffnung der internationalen Living Lakes Seenschutz-Konferenz forderten Experten verstärkte Maßnahmen zum Schutz der lebenswichtigen Ökosysteme.

50% aller Feuchtgebiete in Europa seien durch den zunehmenden Wasserverbrauch bedroht, so Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. Diese Tatsache hat eine besondere Dramatik, da im vergangenen Jahrhundert zwei Drittel aller Feuchtgebiete in Europa bereits zerstört wurden.

Seit 1985 hat die bewässerte landwirtschaftliche Fläche um 20% zugenommen. Nur 38 % der Seen in Deutschland werden nach aktuellen Untersuchungen mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum Jahr 2015 den in der EU Wasserrahmenrichtlinie angestrebten guten ökologischen Zustand erreichen. Überhöhte Nährstoffzufuhr und die Zerstörung von Uferzonen sind wesentliche Ursachen für die starke Belastung der Seen in Deutschland. In Wassereinzugsgebieten überschneiden sich die europäische Politik zum Wasserschutz und die Naturschutzgesetzgebung. „Deshalb ist es wichtig, dass Wasser- und Naturschutzbehörden sowie private Interessensvertreter in diesen Bereichen optimal zusammenarbeiten“, so Frau Jessel.

Von heute an bis zum 26. September treffen sich rund 250 Seenschützer aus 30 Ländern am Trasimeno-See in Italien. Sie stellen die kulturelle Bedeutung ihrer Seen vor und diskutieren Strategien, wie kulturelle und spirituelle Traditionen zum Schutz der Seen beitragen können. Die Auswirkungen des Klimawandels und Belastungen des wachsenden Anbaus von Energiepflanzen auf Seen und Feuchtgebiete sind weitere Schwerpunkte.

In Italien haben sich kürzlich zehn bedeutende Seen – darunter Trasimeno, Lago Maggiore und Comer See - zu dem nationalen Netzwerk Living Lakes Italien zusammengeschlossen. Ziel ist es, eine nachhaltige Entwicklung der Seenregionen zu fördern. Die Seen sind zahlreichen Bedrohungen durch Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft, hohem Tourismusaufkommen und Verschmutzung durch Industrie und Haushalte ausgesetzt. „Selbst am Comer See im Norden Italiens fließen noch immer 14 % aller Abwässer ungeklärt in das Gewässer“, so Vittorio Dezza von der italienischen Umweltschutzorganisation Legambiente.

„Seen spielen in der Geschichte der Menschheit und in der kulturellen Entwicklung eine herausragende Rolle“, sagte Marion Hammerl, Präsidentin der Umweltstiftung Global Nature Fund, zur Eröffnung der 12. Living Lakes Konferenz in Perugia, der Hauptstadt der mittelitalienischen Provinz Umbriens in Italien. Diese kulturellen Werte können zum Erhalt der Seen beitragen, zugleich sind viele Gewässer durch den Verlust lokaler Traditionen bedroht.

Am 26. September findet ein Festakt zum 10-jährigen Bestehen des weltweiten Living Lakes-Netzwerkes im Städtchen Castiglione del Lago am Trasimeno-See statt. Das Seenschutznetzwerk wurde 1998 von der Umweltstiftung Global Nature Fund mit Sitz am Bodensee gestartet. Mittlerweile arbeiten über 70 Organisationen an 54 Seen zusammen, darunter der Bodensee, der Baikalsee in Russland und der Viktoriasee in Ostafrika.

Das Living Lakes-Netzwerk wird von weltweit tätigen Unternehmen wie C&A, Daimler, der Deutschen Lufthansa, T-Mobile, Ziemann, Sika und Osram unterstützt.

Kontakt und weitere Informationen:

Global Nature Fund (GNF), Stefan Hörmann, Projektleiter, Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell, Deutschland, Tel.: + 49 - (0) 16053210 - 52, Fax: + 49 - (0) 77 32 - 99 95 – 88, E-Mail: info@globalnature.org

Stefan Hörmann | DUH
Weitere Informationen:
http://www.globalnature.org
http://www.duh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung
27.06.2017 | Fraunhofer IISB

nachricht Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle
27.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau

Der Satellitenblick auf die Dürre in Kenia

28.06.2017 | Geowissenschaften