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Für Diagnose und Therapie internistischer Erkrankungen steht ein immer breiteres Spektrum unterschiedlicher medizinischer Verfahren zur Auswahl. Gleichzeitig steigt mit dem Alter der Bevölkerung die Zahl jener Bundesbürger, die wegen gesundheitlicher Beschwerden ärztlichen Rat suchen. Angesichts dieser Entwicklung ist es wichtiger denn je, dass Internisten mit anderen Fachärzten zusammenarbeiten.
Daher widmet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) der interdisziplinären Kooperation einen Themen-Schwerpunkt auf ihrem 116. Kongress vom 10. bis 14. April 2010 in Wiesbaden.
"Zum Wohle ihrer Patienten und im Sinne einer ganzheitlichen Medizin müssen Internisten über ihr Fachgebiet hinaus blicken und den Austausch mit anderen Fachärzten suchen", betont der DGIM-Vorsitzende Professor Dr. med. Jürgen Schölmerich vom Universitätsklinikum Regensburg. "Deshalb haben wir bei der bevorstehenden Jahrestagung benachbarte Fächer besonders eng einbezogen", so Schölmerich. Am Programm haben Kollegen aus Anästhesiologie, Chirurgie, Dermatologie, Labormedizin, Neurologie, Pathologie und Radiologie aktiv mitgewirkt.
Alte, vielfach erkrankte Patienten nehmen verschiedenste Medikamente ein, oft von mehreren Ärzten verordnet. Zu den fachübergreifenden Themen des Kongresses zählen deshalb auch Neben- und Wechselwirkungen. Deren bedeutende Rolle unterstreicht eine französische Studie in der Zeitschrift "Drugs & Aging": Bei mehr als acht Prozent aller Patienten über 65 Jahre, die in die Notaufnahme der Universitätsklinik Toulouse kamen, waren die Beschwerden durch Arzneimittel verursacht. "Ein intensivierter Austausch zwischen Internisten, Pharmakologen aber auch anderen Facharztgruppen kann dazu beitragen, diese unerwünschten Reaktionen zu vermeiden", sagt Kongresspräsident Schölmerich. Insbesondere diese Patienten seien darauf angewiesen, dass ihr behandelnder Arzt den Überblick über die verschiedenen Präparate behält und die Liste der Medikamente immer wieder kritisch prüft.
Auch chirurgische Fragen mit internistischem Hintergrund kommen auf dem Kongress zur Sprache. Dazu zählt die Magenverkleinerung bei Adipositas. Viele Untersuchungen, darunter eine Studie im Fachblatt "Annals of Surgery", belegen, dass die sogenannte bariatrische Chirurgie bei stark übergewichtigen Menschen den Zuckerstoffwechsel positiv beeinflusst: Manche Menschen mit Diabetes Typ 2 benötigen nach einer solchen Operation keine Diabetes-Medikamente mehr. "Hier müssen vor allem Endokrinologen und Chirurgen gemeinsam sorgfältig abwägen: Für welche Patienten kommt ein solcher Eingriff in Frage, wer profitiert eher von einer konservativen Therapie?", gibt Professor Schölmerich zu bedenken.
Intensiven fachübergreifenden Austausch etwa mit Pathologen fordert auch die Behandlung von Krebs. Mehrere Symposien des 116. Internistenkongresses widmen sich deshalb zukunftsweisenden therapeutischen Ansätzen, wie zum Beispiel der Analyse von Tumorgewebe. Eine aktuelle Studie im "New England Journal of Medicine" an Patienten mit Darmkrebs zeigt, dass die molekularen Eigenschaften eines Tumors wichtige Hinweise darauf liefern, welche Chemotherapie einem Patienten die besten Heilungschancen bietet. "Interaktion und Kommunikation zwischen den Fächern sind essenziell, um heutige medizinische Probleme zu lösen", betont Professor Schölmerich. "Für das Wohl unserer Patienten ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit unabdingbar."
Quellen:
Olivier, Bertrand, Tubery, Lauque et al.: Hospitalizations Because of Adverse Drug Reactions in Elderly Patients Admitted Through the Emergency Department. In: "Drugs & Aging", Juni 2009, Vol. 26 (6), S. 475-482
Peterli, Wölnerhanssen, Peters, Devaux et al.: Improvement in Glucose Metabolism After Bariatric Surgery. In: "Annals of Surgery", August 2009, Vol. 250 (2), S. 234-241
Van Cutsem, Köhne, Hitre, Zaluski et al.: Cetuximab and Chemotherapy as Initial Treatment for Metastatic Colorectal Cancer. In: "New England Journal of Medicine", April 2009, Bd. 360 (14), S. 1408-1417
Terminhinweis:
116. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
Termin: 10. bis 14. April 2010
Ort: Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden
Kontakt für Journalisten:
DGIM Pressestelle
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Berliner Büro im Langenbeck-Virchow-Haus:
Luisenstraße 59
10117 Berlin
Telefon: 0711 8931-552
Fax: 0711 8931-167
voormann@medizinkommunikation.org
Anna Julia Voormann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.dgim2010.de
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