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Das Web verändert ERP

19.11.2009
Softwarepakete zur Unternehmenssteuerung stehen vor einem weiteren Generationswechsel
Von Heinz-Paul Bonn, Vorstandsvorsitzender GUS Group AG & Co KG, Köln
Das Ergebnis der Bundestagswahl hat gezeigt, dass die Welt bunter geworden ist – und in ihren Ergebnissen auch kaum noch vorhersehbar.

Die großen Volksparteien haben ihre Dominanz verloren, während gleichzeitig die Kräfte der „Klientelparteien“ zunehmen. In der Welt der Informationstechnik verhält es sich ganz ähnlich wie in der Politik: die großen Infrastrukturanbieter – also im übertragenen Sinne die großen Volksparteien – wie IBM, Microsoft oder SAP, können nicht mehr alleine regieren, sondern benötigen Partner, die konsequent Zielgruppen – vor allem im Mittelstand - ansprechen.

Das ist eine im Prinzip positive Entwicklung – vor allem, wenn man wie die GUS Group ihre Differenzierungsmerkmale herausheben kann und ein attraktiver Partner für Lieferanten und Kunden ist. In der Post-Client/Server-Welt sind die Koalitionsmöglichkeiten für die GUS Group so vielfältig wie nie.

Das Internet hat die Welt pluralistischer gemacht, aber auch kooperativer und integrativer – dies ist sowohl ein technisches als auch ein gesellschaftliches Phänomen. Wie pluralistisch das Meinungsbild vor der Bundestagswahl im Internet aussah, zeigt eine Analyse der „Followers“, der Unterstützer in sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ. Die Top-Ten der meist beobachteten Politiker zeigt, dass im Internet kein repräsentativer Querschnitt der Bundesbürger aktiv ist, sondern dass verstärkt die Unter-30jährigen ihre politische Plattform im Internet finden. Es ist diese Gruppe der s praktisch mit dem Internet groß gewordenen sogenannten Digital Natives , die mehr und mehr auch in den Unternehmen die Entscheidungen beeinflussen, wenn nicht sogar bereits treffen. Auf ihre Sichtweisen und Sehgewohnheiten müssen sich nicht nur Politiker, sondern auch IT-Anbieter mit ihren Lösungen einstellen.

Seit Mitte der neunziger Jahre verfolgen wir in der GUS Group die Herausforderungen und Chancen, die sich mit dem Internet verbinden. Es ist jetzt zehn Jahre her, dass die GUS Group einen Strategiewechsel angekündigt hat, der neben die Prozessindustrie als wichtigsten Zielmarkt zwei Querschnittskompetenzen stellte: Logistik und eBusiness. Und in der Tat: Wenn wir heute den Begriff Einkauf weiter fassen und neudeutsch als Supplier Relationship Management begreifen, wenn auch die unternehmensübergreifende Tragweite der Produktion mit ihren Vor- und Nachprodukten als Supply Chain Management wahrgenommen wird, dann ist dies genau die Erweiterung ,die die Logistik und das eBusiness im traditionellen ERP-Geschäft hervorgerufen hat.

Wir bedienen uns heute weiterer Querschnittsfunktionen: nach eBusiness und Logistik sind dies heute Qualitätsmanagement und Business Intelligence. Die GUS Group hat deshalb früh damit begonnen, Business Competence und Branchenkompetenz, also horizontal auf Querschnittstechnologien und vertikal auf Branchenspezifika ausgelegte Funktionen, miteinander zu verbinden. Heute sind Lösungen zur Datenwürfel-Analyse, für das Unternehmens-Controlling, zur Liquiditätsplanung und nicht zuletzt zur Unternehmensanalyse durch Schlüsselindikatoren (Key Perfomance Indicators - KPI) integraler Bestandteil der GUS-OS Lösungsfamilie, mit denen technischen Hilfsmittel für einen abgesicherten Instrumentenflug durch schlechtes Wirtschaftsklima zur Verfügung gestellt werden. Marktanalysen zeigen, dass die GUS-OS Lösungsfamilie hier ein deutliches Unterscheidungsmerkmal auch zu anderen ERP-Suiten aufweist.

Eine Planung für die Weiterentwicklung von GUS-OS muss auch die Nutzungsgewohnheiten im zweiten Jahrzehnt „Nach Google“ berücksichtigen. Die meisten heute auf dem Markt befindlichen Software-Architekturen sind in einer Zeit „Vor Google“ entworfen worden und tun sich im Gegensatz zu GUS-OS schwer, diese neuen Strömungen mit aufzunehmen. Wenn aber 62 von 100 Suchanfragen im Internet über Google laufen, wenn Bilder, Mails, Office-Anwendungen, Übersetzungen und andere Services frei zugänglich sind, müssen wir Google heute unter die Infrastrukturanbieter neben IBM oder Microsoft stellen und uns fragen, ob und wie Services aus dieser Welt in der GUS-OS Lösungsfamilie eingesetzt werden können. Eine Verbindung von GUS-OS CRM und Google Earth zum Beispiel ist ebenso sinnvoll, wie die Integration von Suchergebnissen in die Unternehmenssoftware. So evaluiert die ie GUS Group auch die Nutzung der Entwicklungswerkzeuge, die Google heute anbietet.

Und schließlich werden mit dem weiteren Ausbau der Bandbreite im Netz auch Endgeräte wie zum Beispiel Smart Phones immer vielseitiger. Schon heute benutzt jeder zehnte Handybenutzer sein Mobile Phone auch zum Surfen im Internet. Da liegt es nahe, GUS-OS Lösungen auch für das Handy bereitzustellen. Sinnvoll sind hier wieder CRM-Portale für den Außendienst, aber auch Management-Portale mit den aktuellen KPIs für das iPhone oder den Blackberry des Managers.

Überhaupt fällt die Trennung zwischen privater und dienstlicher Nutzung immer weniger deutlich aus. Auch darauf muss sich ein ERP-Anbieter bei der Gestaltung von Unternehmenslösungen einstellen. Vier von zehn Mitarbeitern (im Büro, wohlgemerkt) würden gerne von Zeit zu Zeit zu Hause arbeiten, ein Fünftel würde dies sogar grundsätzlich bevorzugen. Immerhin jeder zehnte der von Forsa im Auftrag des Bundesverbands für Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (BITKOM) befragten Personen hat mit seinem Unternehmen bereits Heimarbeitsregelungen getroffen.

Der Anwender wird dabei immer intensiver die Software, mit der er beruflich umgeht, nach den selben Kriterien bewerten, mit denen er in seiner Freizeit Angebote im Internet beurteilt. Das Internet ist bereits für neun von zehn Benutzern ein Stück Lebensqualität. Knapp drei Viertel der Anwender sehen in der Internet-Nutzung ein Werkzeug zur Produktivitätssteigerung. Und es sind wiederum vor allem die Digital Natives, die diese Verknüpfung von beruflicher Produktivität und persönlicher Lebensqualität suchen und vorantreiben. An diesen Kriterien werden zukünftig Kaufentscheidungen für Unternehmenslösungen festgemacht.

Seit der Marktreife von GUS-OS Lösungen ist die GUS Group Gold Certified Partner von Microsoft und profitiert in mehrfacher Hinsicht von dieser Zusammenarbeit, die auf die Verbesserung von beruflicher Produktivität und persönlicher Lebensqualität zielt. So wurden mit SQL Server als Alternative neben IBMs DB2 erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung von Business Intelligence-Funktionen in GUS-OS Controling und Analytics erzielt. Microsoft Office wurde in GUS-OS integriert, und es besteht ein gemeinsames Konzept darüber, Anwendungen und Webdienste im Rahmen von Microsofts „Software plus Service“-Konzept zusammenzufassen.

GUS-OS Lösungen sind heute bereits technisch gut auf dieses gemischte Umfeld aus Büro und Home Office ausgerichtet. Der Zugriff über eine IP-Adresse funktioniert auch vom heimischen PC aus. Dabei gewinnen Sicherheitskonzepte an Bedeutung. Verschlüsselung, Authentifizierung und auch der Schutz vor dem fahrlässigen Umgang mit Unternehmensdaten sind relevante Themen für einen Lösungsanbieter. Nötig sind Infrastrukturen, die die Nonchalance des ungeschützten World Wide Webs überwinden. Wenn, wie die Forsa-Umfrage zeigt, 20 Prozent der Befragten keine Bedenken bei Transaktionen über das Internet haben, dann bedeutet das, dass vier Fünftel sehr wohl ein Problembewusstsein oder Bedenken entwickeln.

Die Angst vor den Manipulationen und dem Missbrauch bei Transaktionen steht übrigens im krassen Widerspruch zu dem freizügigen Umgang mit persönlichen oder personenbezogenen Daten. Immerhin jeder Vierte stellt Profile, Meinungen und private Bilder ins Web. Auch hier entwickelt sich mit den Digital Natives eine ganz andere Bewusstseinslage – dort sind es nämlich schon knapp zwei Drittel, die sich in sozialen Netzwerken wie Facebook, SchülerVZ oder Twitter outen. Wie müssen die Infrastrukturen für webbasierte Unternehmenslösungen gebaut sein, die Unternehmen vor der Spionage oder Manipulation durch Dritte und dem leichtfertigen Umgang ihrer Anwender mit Daten schützen müssen?

Die GUS Group hat deshalb die Partnerschaft mit der IBM weiterentwickelt und im vergangenen Jahr eine Zusammenarbeit vereinbart, durch die GUS-OS Lösungen mit hohem Sicherheitsstandard über das Internet angeboten werden können. GUS-OS OnDemand ist eine Alternative zum klassischen Softwaremodell, nach dem die Kunden Lizenzen erwerben, ein eigenes Rechenzentrum unterhalten und damit für die Sicherheit der Infrastruktur selbst verantwortlich sind. Mit GUS-OS OnDemand nutzen Kunden dagegen eine zentral bei IBM gehostete Lösung, die rein nutzungsabhängig bezahlt wird und ein Höchstmaß an Sicherheit im Rechenzentrum, aber durch Verschlüsselung der Daten auch auf dem Transaktionsweg bietet.
Und umgekehrt setzt die GUS Group mit OnDemand auf die Stärkung eines zentralen Standorts in Deutschland, von dem aus mit Hilfe des Internets ein globaler Support ausgebaut werden kann. Dies gilt sowohl für die Betreuung in Deutschland, der Schweiz und in Österreich als auch international für die Länder der EU und darüber hinaus in Nordamerika. Denn GUS-OS OnDemand ist auch die Antwort auf die zunehmende Internationalisierung der Kunden und Märkte.

Wir haben intensive Marktforschungen in den USA betrieben und dabei klar festgestellt: GUS-OS Lösungen sind nicht nur ein wettbewerbsstarkes Produkt für den nordamerikanischen Markt. Als OnDemand-Angebot zusammen mit der IBM erzielt das Produkt in den USA bereits deutlich stärkere Akzeptanz als es in Europa gegenwärtig der Fall ist. Langfristig besteht mit weltweit verfügbaren GUS-OS Komplettlösungen, die im IBM Rechenzentrum hier in Deutschland vorgehalten werden und über das Internet international genutzt werden können, eine zukunftsweisende und auch im Markt erfolgreiche Anwendungsalternative für international aktive Unternehmen.

Für den Ausbau des internationalen Geschäfts hat die GUS Group einige schlagkäftige Partnerschaften begründet:

• Mit K+H Software werden die GUS-OS Lösungen im Bereich Finanz- und Rechnungswesen kontinuierlich erweitert und internationalen Anforderungen angepasst.

• Mit Bridge Associates in Princeton, New Jersey, werden GUS-OS Lösungen auf die US-amerikanischen Branchenanforderungen der Prozessindustrie optimiert.

• Mit IBM wurde über die Zusammenarbeit bei GUS-OS OnDemand auch eine gemeinsame Vermarktung in Nordamerika vereinbart.

• Und mit SAP, die die GUS Group bereits im Jahr 2008 für eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und der internationalen Vermarktung ihrer OnDemand-Lösung Business by Design für die Prozessindustrie gewonnen hat, ist ebenfalls ein internationaler Marktangang vereinbart.

Business by Design ist ein langfristig angelegtes Projekt, während die GUS-OS Lösungsfamilie im internationalen Rahmen heute und zukünftig den Geschäftserfolg der GUS Group sichert. Noch nie hat die GUS Group so viele Neukunden gewonnen wie in den beiden zurückliegenden Geschäftsjahren. Insgesamt werden heute rund 200 Lösungskunden betreut – das ist etwa doppelt so viel wie im März 2004, als GUS-OS auf der CeBIT in Hannover erstmals vorgestellt wurde.

Dieser Anstieg der Kundenzahl ist auch Garant für Vollbeschäftigung. Anders als andere Anbieter geht die GUS Group nicht unter die Fittiche eines ausländischen Software-Herstellers. Die vergangenen Monate haben besonders deutlich gezeigt, dass allein schlichte Größe keine Zukunftssicherheit per se bedeutet. Die Krise hat größere Wettbewerber vom Markt gefegt oder zum Verkauf genötigt. Die GUS Group beweist dagegen, dass die Konzentration auf die Arbeit für wenige Branchen – das aber richtig – eine bislang bewährte Strategie zur Zukunftssicherung ist.


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