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Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017

CeBIT 2017 – Im Zeichen der (KI) Künstlichen Intelligenz

Logistik Start-Ups Made in Germany sind Vorreiter bei der Nutzung selbstlernender Algorithmen



Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer: „Der Preisalgorithmus von Cargonexx lernt von allein. Zum Start haben wir ihn mit einer Million Frachtdaten trainiert. Heute prüft er jeden einzelnen Preis, merkt Fehler und korrigiert sich. Es ist so, als ob wir das Erfahrungswissen aller Disponenten an einer Stelle bündeln. Dabei ist jedoch klar: Die Bedeutung der Speditionen wird in der Zukunft eher zunehmen. Um ihre Produktivität zu steigern, setzen wir künstliche Intelligenz ein. 4.0 haben wir im Grunde schon übersprungen, wir sind schon jetzt auf den Weg in die Logistik 5.0“.


Video zum Cargonexx Agenten


Distribution 5.0: Datenalgorithmen bei cargonexx bringen System ins rasant steigende Verkehrsaufkommen, Bildquelle: istockphoto.com/cargonexx

Innovationen Made in Germany  standen auch auf der diesjährigen CeBIT wieder im Vordergrund. http://www.cebit.de/en/exhibition/topics/research-innovation

In der Kategorie E-Business beim Innovationspreis IT konnte sich die Cargonexx GmbH bei den Best OF 2017 behaupten.

Zeit für einen Blick hinter die Kulissen: Alles vernetzt sich, wird smart, die Automotive Branche besetzt dieses Thema seit geraumer Zeit. Wir sehen selbstfahrende Autos, Drohnenlieferungen, Datenautobahnen und hoffen darauf, dass wir den drohenden Verkehrskollaps im Liefer- und Transportwesen intelligent umschiffen können. Alles ist möglich? Wohin entwickelt sich eigentlich das Transportgewerbe, der deutsche Logistikmarkt und welche Rolle spielen  dabei die verschiedenen Logistik Start-Ups, die sich in den letzten Monaten für den deutschen und europäischen Markt aufgestellt haben?

Eines ist allen Unternehmen gemeinsam: sie setzen auf Digitalisierung. Das Hamburger Unternehmen Cargonexx, gegründet 2016,  hat mit seinem Geschäftsmodell für Spediteure und Frachtführer das Logistik-Geschäft allerdings schon jetzt – wenige Monate nach seinem Start- begonnen zu revolutionieren. Das Alleinstellungsmerkmal der Hamburger ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz.

Kernstück der Cargonexx Plattform ein Künstliches Neuronales Netz. Mit seinem Prognose-Algorithmus ist Cargonexx in der Lage, Angebots- und Nachfrageströme im LKW-Transport zu optimieren. Leerfahrten können so vermieden werden. Was so trocken und mathematisch klingt, bietet Stoff für einen Film: Daten greifen alles ab vom Wetterbericht bis zu Feiertagen oder besonders beliebten oder unbeliebten Strecken quer durch Deutschland. Künstliche Intelligenz verarbeitet Millionen von Daten in Millisekunden, schätzt Transportbewegungen ein, bewertet die Wetterlage, den Dieselpreis und Aktionen des Handels um letztendlich auf Knopfdruck einen tagesaktuellen Marktpreis für eine LKW-Ladung zu prognostizieren.

Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer: „Der Preisalgorithmus von Cargonexx lernt von allein. Zum Start haben wir ihn mit einer Million Frachtdaten trainiert. Heute prüft er jeden einzelnen Preis, merkt Fehler und korrigiert sich. Es ist so, als ob wir das Erfahrungswissen aller Disponenten an einer Stelle bündeln. Dabei ist jedoch klar: Die Bedeutung der Speditionen wird in der Zukunft eher zunehmen. Um ihre Produktivität zu steigern, setzen wir künstliche Intelligenz ein. 4.0 haben wir im Grunde schon übersprungen, wir sind schon jetzt auf den Weg in die Logistik 5.0“.

Dieser Einschätzung gehen wir weiter nach; Fragen an den Experten:

IR: Verändert die Digitalisierung gerade die Logistikbranche?

Lafrenz: Der Logistikbereich ist ein riesiges Geschäftsfeld, aber viele Prozesse laufen tatsächlich noch analog und sind von Schnittstellen zerklüftet. Die Digitalisierungsentwicklungen  versprechen enorme Produktivitätsgewinne, wenn sie intelligent eingesetzt wird. Genau dies ist jedoch die Herausforderung.

IR: Was ist generell das Neue an Logistik-Startups?

Lafrenz: Es gibt zwei große Hebel für Innovationen: Das Geschäftsmodell und die Technologie. Cargonexx hat ein vollkommen neues Geschäftsmodell entwickelt, indem es den Spotmarkt für LKW-Touren einfach, schnell und verlässlich gemacht hat. Dazu setzen wir mit stochastischen, neuronalen Netzwerken eine künstliche Intelligenz ein, die es im Transportmarkt noch nicht gegeben hat. Die Folge ist  ein tatsächlicher Sprung in der Produktivität für Spediteure und Frachtführer. Die Nachfrage zeigt es jedenfalls überdeutlich: unser Auftragsvolumen steigt kontinuierlich um ca. 10 Prozent pro Woche und die Neuregistrierungen der Transportunternehmen liegen zwischen 100-120 pro Woche. Wir haben schon jetzt alle großen Marktteilnehmer als Kunden gewinnen können und erfahren extrem positive Resonanz.

IR: Welche Fakten im internationalen Umfeld lassen Sie persönlich aufhorchen?

Lafrenz: Viele US-amerikanische Startups sind uns ein bis zwei Jahre voraus. Das Wachstum dieser jungen Unternehmen ist gewaltig. Viele geben an, seit 30 Monaten jeden Monat um über 20 Prozent zu wachsen. Wenn die Akzeptanz digitaler Technologien in Europa ähnlich ist, müssen wir unsere Wachstums-Pläne tatsächlich nach oben korrigieren. Der direkte Vergleich zeigt aber auch, dass wir uns bei den Investitionen und der Digitalisierung in Deutschland sputen sollten.

IR: Inwiefern verändert Künstliche Intelligenz bzw. Deep Learning die Arbeitsprozesse im Transportmarkt?

Lafrenz: In der Transportwirtschaft werden viele langfristige Entscheidungen über Kapazitäten und Preise getroffen, obwohl die Transportströme täglich schwanken. Vereinfacht gesagt platzieren die Teilnehmer Wetten auf ihre eigenen Prognosen, die häufig auf einem „Bauchgefühl“ beruhen. Mit künstlicher Intelligenz lässt sich dieses Bauchgefühl erheblich verbessern, auch in Bereichen, in denen „es noch gar keinen Bauch gibt“. Große Transportmengen können schneller und verlässlicher kalkuliert, Kapazitäten wie z.B. LKW-Routen und Fuhrparks effizienter geplant und eingesetzt werden. Auch in der täglichen Disposition werden sich datenbasierte Entscheidungen immer stärker durchsetzen und Prozesse automatisieren.

Video zum Cargonexx Agenten

IR: Wer profitiert am meisten?

Lafrenz: Im Endeffekt gewinnen alle: die Speditionen genauso wie die Frachtführer, denn sie können mit einem einzigen Klick ihre Prozesse intelligent steuern. Hinzu kommt das rasante Verkehrsaufkommen. Auch wenn der Verkehr insgesamt zunimmt, bedeutet das ja nicht, dass zum Beispiel Leerfahrten akzeptiert werden müssen. Wenn mittlerweile jeder dritte LKW seine Rückstrecken ohne Fracht fährt, ist das umwelttechnisch mehr als bedenklich und wirtschaftlich unsinnig. Insofern kann man durch intelligente Datenanalysen diesem Missstand endlich ein Ende bereiten.

Mehr Infos unter www.cargonexx.de

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