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Siemens eröffnet Unternehmensmuseum für Medizinische Technik in Erlangen

23.05.2014
  • Siemens MedMuseum in historischen Fabrikräumen aus dem Jahr 1893
  • Multimedialer Streifzug durch die Technik- und Firmengeschichte von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart
  • Ausgesuchte Exponate von Reizstromgeräten über Röntgenapparate bis hin zum ersten Magnetresonanztomographen

Das Siemens Unternehmensmuseum für Medizinische Technik wird heute in Erlangen feierlich eröffnet. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern gibt das Siemens MedMuseum einen Überblick über die Entwicklung der Medizintechnik, die Siemens seit mehr als 160 Jahren entscheidend geprägt hat – von der Röntgen- bis hin zur Labordiagnostik. Am Beispiel bedeutender Innovationen und ihrer Erfinder wird die Medizintechnikgeschichte von ihren Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart multimedial erfahrbar. In den historischen Räumen eines einstigen Maschinensaals aus dem Jahr 1893 werden sowohl ausgesuchte Exponate wie die ersten Röntgengeräte, Computer- und Magnetresonanztomographen von Siemens gezeigt, als auch die Hintergründe und Funktionsweisen der Technologien erklärt. Zudem zeichnet das Siemens MedMuseum die Entwicklung der verschiedenen Vorläuferfirmen von Siemens Healthcare nach. Für Bayerns Innen- und Bauminister Joachim Herrmann unterstreicht dieses besondere Ausstellungskonzept die Ausnahmestellung von Siemens bei der Medizintechnik: "Wir können stolz darauf sein, dass High-Tech-Medizin ,made in Erlangen' weltweit einen hervorragenden Ruf genießt. Unser neues Siemens MedMuseum macht die weit über ein Jahrhundert dauernde Erfolgsgeschichte am Standort Erlangen für alle eindrucksvoll erlebbar!"

Die Geschichte des medizinischen Fortschritts ist eine Geschichte technischer Hilfsmittel und Geräte. Zu allen Zeiten werden sie genutzt, um Krankheiten zu erkennen und zu heilen, um Schmerzen zu lindern oder um Erkenntnisse über Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers zu erhalten. Zahlreiche Fortschritte auf dem Gebiet der Medizintechnik sind eng mit Siemens verbunden. "Wir sind stolz darauf, mit unseren Innovationen seit vielen Jahrzehnten den Fortschritt der medizinischen Technik mitzubestimmen", sagt Prof. Dr. Hermann Requardt, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO Siemens Healthcare.

Das Siemens MedMuseum zeichnet die Entwicklung der unterschiedlichen Technologien nach und erzählt Geschichten von Menschen mit Pioniergeist. "Sie sind es, die unser Geschäft mit ihrem Erfindergeist und ihrer Tatkraft über mehr als 160 Jahre hinweg zu dem gemacht haben, was es heute ist", sagt Michael Sen, CFO Siemens Healthcare. Beginnend mit Werner Siemens, der im Jahr 1844 erstmals eine seiner Erfindungen medizinisch anwendet, um die Zahnschmerzen seines Bruders Friedrich mit elektrischem Strom zu behandeln. Nur drei Jahre später gründet er gemeinsam mit Johann Georg Halske in Berlin die Firma Siemens & Halske, die neben dem Zeigertelegraphen auch elektromedizinische Geräte fertigt. In Erlangen schließt sich Erwin Moritz Reiniger mit Max Gebbert und Karl Schall zum Medizintechnikunternehmen Reiniger, Gebbert & Schall (RGS) zusammen, das schon bald Wilhelm Conrad Röntgen mit Röntgenröhren beliefert. Im historischen Maschinensaal der RGS-Fabrik aus dem Jahr 1893 ist von nun an das Siemens MedMuseum beheimatet – nur wenige hundert Meter entfernt von der heutigen Zentrale der Siemens-Medizintechnik.

"Schattenbilder" und Schnittbildgebung
Den Anfängen der Medizintechnik räumt das Siemens MedMuseum breiten Raum ein: der Elektromedizin mit Reizstromgeräten wie Reinigers Tauchbatterie – dem ältesten Exponat aus der Zeit kurz nach der RGS-Gründung anno 1886 – und insbesondere dem Röntgenverfahren, dem der Ausstellungsbereich "Schattenbilder" gewidmet ist. Mit der Nutzung der Röntgenstrahlen werden um die Wende zum 20. Jahrhundert die Grundlagen gelegt für die medizinische Bildgebung. Eine Röntgenanlage aus dem Jahr 1902 von Friedrich Dessauer, dessen Elektrotechnisches Laboratorium Aschaffenburg (ELA) später in RGS aufgeht, ist Zeuge dieser frühen Jahre. Rasch werden auch die weiteren Effekte der Röntgenstrahlen entdeckt, die Strahlentherapie begründet und ihre Wirkung nachgewiesen. So faszinierend diese medizintechnische Pionierzeit allerdings ist: Das Siemens MedMuseum thematisiert auch die Opfer, die die ersten Anwender der Röntgentechnik bringen, weil sie die Risiken ihrer Arbeit nicht kennen.

Um eine noch vergleichsweise junge Epoche der medizinischen Bildgebung geht es im Bereich der "Schichten und Schnitte": In hauchdünnen Schichten bilden Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) das Körperinnere ab. Die Entwicklung beider Technologien treibt Siemens von Beginn an entscheidend voran. Dies belegt die erste deutsche MRT-Aufnahme aus dem Jahr 1980 – das Bild einer Paprika. Die ersten Siemens-Systeme beider Modalitäten, der MRT-Scanner Magnetom (1983) und der für die Schädeldiagnostik entwickelte Computertomograph Siretom (1975), sind im Siemens MedMuseum zu sehen. Nebenan in der Rubrik "Schallbild(n)er" wird ein Durchbruch in der Ultraschalltechnologie präsentiert: Vidoson, das es im Jahr 1965 erstmals möglich macht, Ultraschallbilder in Echtzeit darzustellen und auf diese Weise Bewegungs-vorgänge im Körper zu beobachten. Heute ist keine Schwangerschaftsuntersuchung ohne diese Technik denkbar.

Vom ersten Zahnbohrer bis zur Labordiagnostik
Neben dem Schwerpunkt der Bildgebung greift das Siemens MedMuseum auch die anderen Medizintechnikbereiche auf, die Siemens prägt, etwa die Audiologie. Louis Weber, der 1911 das erste elektrische Siemens-Hörgerät Phonophor entwickelt, wird mit einer eigenen Station gewürdigt. Ebenfalls in Form eines Hörspiels wird an William Niendorf erinnert, der bei RGS 1890 den ersten elektrischen Zahnbohrer Deutschlands baut. Und an den Schweden Rune Elmqvist, der bei Elema-Schönander (später Siemens-Elema) in den 1950er Jahren den ersten vollständig implantierbaren Herzschrittmacher fertigt. Die Labordiagnostik ist zwar erst seit acht Jahren tragender Teil der Siemens-Medizintechnik, doch das Siemens MedMuseum erinnert auch daran, dass sich das Unternehmen bereits in den 1970er Jahren kurzzeitig im Bereich der Laborautomation positioniert: Das Silab-System macht es damals möglich, in Krankenhäusern und Arztpraxen deutlich mehr Proben zu analysieren und die Ergebnisse den Patienten automatisch zuzuweisen.

An vielen Stationen erhalten die Museumsbesucher mithilfe von Tablet-Computern Zusatzinformationen in Text und Bild. Eine digitale Weltkarte zeigt, wie sich die Siemens-Medizintechnik rund um den Globus entwickelt hat. Durch das virtuelle Fenster ins Archiv können die Besucher mehr erfahren über die Arbeit des Siemens MedArchivs nebenan. Und sie können entdecken, wie Form und Gestaltung das Erscheinungsbild der technischen Geräte prägen. Der Bezug zum historischen Raum bleibt dabei stets erhalten: An mehreren Stationen können die Besucher des Siemens MedMuseums die einstige Maschinenhalle der 1890er Jahre unter die Lupe nehmen.

Regelmäßige Sonderausstellungen werden die verschiedenen Themenbereiche künftig weiter vertiefen. Der moderne Vorbau bietet dafür auf zusätzlichen 100 Quadratmetern Platz.

Daten und Fakten:
Siemens Unternehmensmuseum für Medizinische Technik – Siemens MedMuseum
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen
Tel.: +49 (9131) 736-000
E-Mail: medmuseum.healthcare@siemens.com
Öffnungszeiten ab dem 24. Mai 2014:
Dienstag – Freitag, 10 – 17 Uhr, Samstag, 11 – 19 Uhr,
sonntags, montags und an Feiertagen geschlossen.
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.siemens.de/medmuseum.

 

Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informations-technologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 52.000 Mitarbeiter und ist rund um den Globus präsent. Im Geschäftsjahr 2013 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro und ein Ergebnis von rund 2,0 Milliarden Euro. Weitere Informationen unter: http://www.siemens.com/healthcare

Reference Number: H201405024d

Ansprechpartner

Herr Ulrich Künzel
Sektor Healthcare

Siemens AG

Henkestr. 127

91052  Erlangen

Tel: +49 (9131) 84-3473

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