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Praxisblick Wissenschaft: Selbststeuerung mit Neuroimagination®

16.05.2014

Vom 01. bis zum 04. Mai 2014 fand in Heidelberg der Kongress „Reden reicht nicht“ statt, der über ein Jahr vorab innerhalb weniger Wochen bereits im März 2013 ausgebucht war. Auf der Tagung für Psychotherapeuten und Ärzte kamen 80 internationale Experten als Referenten und rund 1400 Teilnehmer zusammen. Neben zahlreichen Vorträgen und Workshops konnten auch namhafte Experten befragt werden. Im Rahmen des Kongresses fand u.a. ein Workshop mit Horst Kraemer, Pionier der Stressforschung und Entwickler der Methode Neuroimagination® statt.


Horst Kraemer

Fotograf: © Daniel Ammann

Neuroimagination® wurde in der Schweiz in interdisziplinärer Forschungsarbeit unter der Leitung von Horst Kraemer entwickelt. Hintergrundinformation: Wenn der Stressspeicher aufgelöst und entkoppelt wird, können 80 Prozent von unfallbedingten Invalidisierungen verhindert oder rückgängig gemacht werden.

In einer Studie hat Horst Kraemer, Gründer BrainJoin Gruppe, mit der Methode Neuroimagination® dies erreicht und nachgewiesen; in seiner Arbeit wurden diese Erkenntnisse auch bei anderen psychischen und psychosomatischen Erkrankungen umgesetzt.

Bei 70 Prozent der Invalidisierungen oder Einschränkung der Gesundheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liegt eine Stressverarbeitungsstörung als Ursache vor. Diese Stressverarbeitungsstörung wird mit der Methode Neuroimagination® auf eine integrative Art behoben.

Die Methode kann im Selbsttraining vom betroffenen Menschen so weitergeführt werden, dass damit die körpereigene Regenerationsfähigkeit unterstützt und der Gesundungsprozess ermöglicht wird. Burn-out, Schlafstörungen, Erschöpfung, Konzentrationseinbrüche, Schleudertrauma u.a. werden mit der Methode Neuroimagination® seit über zehn Jahren erfolgreich behandelt.

 

Horst Kraemer im Gespräch mit innovationsreport.

Herr Kraemer, wer wie Sie seit 1982 zu den Folgen von Stress und Trauma forscht, hat bestimmt viele Hinweise zum Kommunikationsverhalten unter Stress. Wie dramatisch kann sich dieses verändern? 

Stress wirkt sich immer auf die Wahrnehmung, also auf die Grundlage der Kommunikation aus. Dabei kann man folgendes beobachten: Die Wahrnehmung wird schlechter, das was gehört und gesagt wird, weicht in dem Maße von der Realität ab, in dem Stress steigt. Missverständnisse häufen sich und paaren sich mit Fehlleistungen. Die Kompetenz, sich mit klarem Kopf auszudrücken, sinkt rapide und emotionale Auffälligkeiten steigen bei einer enormen Abnahme der Konzentrationsfähigkeit bis zum Ausnahmezustand.

 

Wie lange dauert es, bis ein Mensch im Arbeitsalltag auffällt, wenn er nicht mehr stressresistent ist?

HK: Bis ein Mensch durch Stressfolgen im Betrieb auffällt, dauert es durchschnittlich 2,5 Jahre. In dieser Zeit wären bei genauer Betrachtung folgende Symptome bei betroffenen Personen zu erkennen:

  1. Sie benötigen immer mehr Zeit für ihre Leistung.
  2. Ihre Kommunikation wird schlechter.
  3. Sie geraten häufiger in Konflikte, die Stimmung um sie herum verschlechtert sich.
  4. Die Fehler häufen sich – die Ursachen dafür sind unklar.
  5. Die Unfallhäufigkeit steigt, krankheitsbedingte Ausfalltage nehmen zu.
  6. Ihre Ziele werden nicht erreicht.
  7. Die Stimmung der externen Personen rund um den Betroffenen wird immer schlechter.

Wie würden Sie Stresskompetenz definieren und warum brauchen wir hier alle viel mehr Grundlagenwissen?

HK: Die Kunst liegt darin, Vorab-Sicherungsmechanismen einzuführen und die Stresskompetenz zu schulen, also den Umgang mit Belastungen. Eine grundlegende Voraussetzung ist es, die Stressbiologie mit ihren körperlichen Fakten zu verstehen, um für sich den richtigen, eigenverantwortlichen Umgang mit Belastungen und Stress zu finden. Die Balancefaktoren Körper – Beziehungsleben – Arbeit – Freizeit – Muße müssen im ausgewogenen Verhältnis stehen; dafür muss logischerweise jeder Einzelne die Verantwortung übernehmen. Das Erwerben von Stresskompetenz zählt neben der persönlichen Psychohygiene und der Verantwortung für Dritte immer mehr auch zum Wettbewerbsvorteil, da hier die Grundlage von Gesundheit und Leistungsfähigkeit begründet ist.

Wie können Sie die Methode Neuroimagination in fünf Sätzen umschreiben?

HK: Mit Neuroimagination wurden die Erkenntnisse der Neurowissenschaften konsequent in eine praktisch anwendbare Methode umgesetzt. Die Methode ist wissenschaftlich anerkannt und praxiserprobt und wurde in interdisziplinärer Forschungsarbeit unter meiner Leitung entwickelt. Neuroimagination® arbeitet auf bifokal-multisensorischer Interventionsebene und nutzt die gemeinsame Wirkung von Kognition, Emotion, Imagination und Interaktion. Sie verbindet methodische Ansätze, Erkenntnisse und Forschungsergebnisse aus der Neurobiologie, der Stressforschung, Psychotraumatologie, System- und Körperpsychotherapie. Im Fokus steht die Auflösung und Verarbeitung von Stressspeichern, ein gezielter Umgang mit Stressoren und die aktive Selbststeuerung durch Neuroimagination®.

Wo wird die Methode erfolgreich eingesetzt?

HK: Die Methode Neuroimagination® wird zur Steigerung der Leistungsfähigkeit u.a. in der Therapie und im Coaching sowie in der Präventionsarbeit eingesetzt. Ausgebildete zertifizierte Neuroimaginations-Coaches® arbeiten in Deutschland, der Schweiz, in Österreich und den Niederlanden. Auf den Qualitätsaspekt wird höchster Wert gelegt, unter anderem finden dazu jährliche Qualitätskonferenzen statt. Die Methode wird auch in Seminaren bei Stresspräventionsprogrammen wirkungsvoll vermittelt und hat einen hohen Selbsttrainingseffekt.

Für wen bietet sich die Ausbildung zum zertifizierten Neuroimaginations Coach an?

HK: Mit der Methode werden die Stressspeicherbildungen als Ursache für eine Vielzahl von Störungen und Erkrankungen erkannt und aufgelöst. Somit wird es möglich, nicht mehr die Symptome sondern die Ursachen ins Zentrum einer Betrachtung und Behandlung zu stellen. Von der Ausbildung profitieren zahlreiche Berater, Gesundheits- und Heilberufe. Die Methode Neuroimagination® wird erfolgreich in die tägliche Praxis integriert und zur Anwendung gebracht. Eingesetzt wird die Methode mit sehr guten Erfolgen vor allem bei Burn-out, ADHS, Konzentrations- und Schlafstörungen, Schleudertrauma, chronischen Schmerzen, Psychotraumata. Psychotherapeuten können die Methode bei allen Funktionsstörungen einsetzen. 

Was ist Ihr Credo?

HK: Eine erschreckend hohe Zahl von medizinischen und psychischen Diagnosen und deren Behandlungen konzentrieren sich auf die Symptome und nicht auf die Ursachen, die zur Symptombildung geführt haben. Die Neurostressfragmentierung als Folge eines ungelösten Stressspeichers ist häufig der Grund, der zur Symptombildung geführt hat. Eine Auflösung dieser Neurostressfragmentierung setzt hier viel genauer an und beseitigt die Ursache des Leides, welches sich in den Symptomen ausdrückt. So wird echte Heilung möglich.

                                                                                                               Vielen Dank für das Gespräch.

 

Informationen zum Kongress und zu Horst Kraemer:

http://www.redenreichtnicht.de

http://www.brainjoin.com

 

ZUR PERSON

Horst Kraemer, Senior Coach DBVC, Supervisor, Dozent und Fachautor. Er ist Entwickler der integrativen Methode Neuroimagination®, die auf Erkenntnissen der Neurobiologie basiert und erfolgreich bei Trauma, Burn-out und Stressfolgen eingesetzt wird. Horst Kraemer ist Gründer des Interdisziplinären IPAS Institut in Zürich und Hamburg aus dem die Brainjoin Gruppe entstanden ist. Heute leitet er die Brainjoin Akademie in Zürich und Hamburg. Brainjoin AG und die Akademie zählen zu den führenden Unternehmen im Bereich der Stressbekämpfung. Das zentrale Aufgabengebiet ist die aus der Traumaforschung resultierende Aufklärungsarbeit und Coaching zur Stressprävention und –Bewältigung. Seit 2008 ist Horst Kraemer Vorsitzender des Sachverständigenrates des Deutschen Bundesverbands Coaching (DBVC).

Als Autor hat Horst Kraemer zahlreiche Publikationen und Fachbücher veröffentlicht u.a. „Soforthilfe bei Stress und Burn-out“, Praxisbuch Soforthilfe (beide im Kösel Verlag) und „Traumabewältigung“ (Orell Füssli). Weitere Fachbücher: “Schleudertrauma, Lösungswege für eine schwer fassbare Unfallfolge“, Orell Füssli Verlag, „Das Trauma der Gewalt, Wie Gewalt entsteht und die Behandlung von Psychotrauma“, Kösel Verlag

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