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Siemens - Das digitale Unternehmen

05.08.2015

Siemens treibt die Digitalisierung in allen Geschäftsbereichen voran. Der wichtigste Rohstoff der Zukunft ist Smart Data – aber neue, digitale Geschäftsmodelle bringen auch einen Kulturwandel.


Es geht nicht um Big Data, sondern um Smart Data. Eine Spezialität von Siemens. Elektrifizierung und Automatisierung durch selbstlernende Programme, Kraftwerkstechnologie oder auch zustandsbasierte Wartung – die digitale Transformation erfasst alle Geschäfte.

Riad, die rund sechs Millionen Menschen beherbergende Hauptstadt Saudi-Arabiens, will seiner rasant wachsenden Bevölkerung Herr werden. Deshalb baut die Metropole ihr Nahverkehrsnetz aus – mit einem neuen, 175 Kilometer langen U-Bahn-Streckennetz. Siemens hilft mit: Das Unternehmen liefert nicht nur 74 fahrerlose Inspiro-Metro-Züge für zwei der sechs Linien, sondern auch die dazugehörige Elektrifizierung, Signal- und Kommunikationstechnik sowie die zentrale Steuerung der Strecke.

Was den 1,5-Milliarden-Euro-Auftrag besonders auszeichnet, ist eine durchgehende, auf der installierten Basis aufbauende Digitalisierung: So stellt die WLAN-basierte Signal- und Zugbeeinflussungstechnik sicher, dass die fahrerlosen Züge – vor allem während der Hauptverkehrszeiten - im 90-Sekunden-Rhythmus verkehren können. Durch diese schnelle Taktung können pro Stunde über 21.000 Fahrgäste befördert werden.

Die enge Taktung ist möglich, weil aus Bremsweg und Geschwindigkeit der Züge ständig der kleinstmögliche Abstand berechnet wird. Gleichzeitig bestimmt das digitale Steuersystem anhand des Streckenprofils, wie stark ein Zug beschleunigen muss, um die Distanz zum vorausfahrenden Zug bei niedrigstem Energieverbrauch einzuhalten. Schließlich kann Siemens dank all der im Betrieb generierten Daten auch anbieten, die Bahn stets für Kundenwünsche optimiert zu betreiben.

Digitalisierung als Antriebsmotor

Siemens nimmt weltweit auf den Feldern der Elektrifizierung, Automatisierung, bei urbanen Infrastrukturen oder neuen Lösungen für Gesundheitssysteme führende Marktpositionen ein und treibt hier die Forschung und Entwicklung massiv voran. Doch nicht zuletzt das Beispiel Riad zeigt: Die größte Dynamik findet sich zweifellos in den Geschäften der Digitalisierung – mit einer Prognose von sieben bis neun Prozent Wachstum pro Jahr. Digitale Serviceangebote, wie datenbasierte Prognosen im Asset-Management, verzeichnen ein hohes Wachstum, ebenso vertikale Software wie die auf Anlagenoptimierung fokussierte Datenplattform Comos oder die medizinische Bildgebungssoftware syngo.

Unsere Wirklichkeit, egal ob es sich um die Temperatur einer Flamme in einer Gasturbine, die Geschwindigkeit eines Triebwagens oder die Kapazität eines Stromnetzes handelt, wird zunehmend in Einsen und Nullen übertragen. Ein Trend, der kaum stocken wird, wenn sich in den nächsten 30 Jahren Rechenleistung, Speicherfähigkeit und die Datenübertragungsrate von Mikrochips noch einmal vertausendfachen werden. Die längst beobachtbare Konsequenz: Digitale Maschinen sind aus unserem Alltag und Berufsleben nicht mehr wegzudenken. Von einem Tablet-Computer aus kann man Zeitungen und Zeitschriften lesen, die Gartenbeleuchtung anschalten, einen Roboter steuern und ein ganzes Kraftwerk überwachen.

Daten: der neue Rohstoff der Wirtschaft

Daten allein stellen freilich keinen Wert an sich dar. Nur richtig eingeordnet sind sie nutzbar und erlauben uns, die Welt neu zu gestalten. Es geht also nicht um Big Data, sondern um Smart Data. Das ist eine Spezialität von Siemens. Kraftwerkstechnologie, Elektrifizierung und Automatisierung durch selbstlernende Programme, Selbstdiagnose oder zustandsbasierte Wartung – die digitale Transformation erfasst alle Geschäfte. Ein gutes Beispiel sind hier Gasturbinen, in denen Hunderte von Sensoren Temperaturen, Drücke, Strömungen und Gaszusammensetzungen messen. Werden diese Werte mithilfe intelligenter Algorithmen richtig analysiert, kann man dem Kraftwerksbetreiber Empfehlungen geben, wie er seine Anlage effizienter einstellen und Schadstoffemissionen senken kann. Daraus entsteht also ein echter Mehrwert – sei es, um Energie zu sparen, umweltfreundlicher zu wirtschaften, die Kosten zu senken, Prozesse zu beschleunigen oder die Zuverlässigkeit der Anlagen zu erhöhen.

Ein weiteres Beispiel sind die neuen Servicemodelle von Power Generation Services. Statt der früher üblichen standardisierten Wartungsverträge kann die Division heute flexiblere Serviceverträge (FlexLTP) anbieten. Sie berücksichtigen die spezifischen Anforderungen jedes Kunden hinsichtlich Wartungsumfang, -intervall und Leistung und bieten ihm eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit als mit den klassischen Wartungsverträgen.

Am umfassendsten zeigt sich die Leistungskraft der Digitalisierung aber in der „Product Lifecycle Management“-(PLM-)Software von Siemens, die es heute mehr als 77.000 Kunden weltweit ermöglicht, alle Informationen zum gesamten Lebenszyklus eines Produkts effizient und kostengünstig zu verwalten. PLM lässt sich dabei einerseits als Informations- und andererseits als Unternehmensstrategie verstehen. Als Informationsstrategie sorgt es für eine kohärente Datenstruktur durch die Konsolidierung der Systeme. Als Unternehmensstrategie ermöglicht es weltweit operierenden Unternehmen, als Team Produkte zu entwickeln, zu produzieren oder auf den Markt zu bringen, während gleichzeitig die Best Practices und die gewonnenen Erfahrungen erfasst werden. Die Prozesse werden also nicht nur digital dargestellt, sie werden digital überhaupt erst ermöglicht. So genutzt, wird der digitale rote Faden des Wissens zum Hauptantriebsmotor für das Geschäft.

Kulturwandel im Unternehmen

Die genannten Beispiele zeigen: Mit Smart Data kann Siemens Lösungen für sämtliche Geschäftsfelder entwickeln. Und das ist längst mehr als nur ein Geschäftsfeld für Siemens. „Unser erklärtes Ziel ist, ein digitales Unternehmen zu werden“, stellt Siegfried Russwurm, Mitglied des Vorstands und Chief Technology Officer von Siemens, fest.

So soll künftig die Digitalisierung alle Tätigkeiten des Siemens-Konzerns prägen. Dabei gibt es viele Synergiepotenziale, die sich nutzen lassen. Etwa die Industrial-Data-Analytics-(IDA-)Plattform. Künftig können die Geschäftseinheiten datengetriebene Services aus einer Hand anbieten. IDA wird von der zentralen Forschungs- und Entwicklungseinheit Corporate Technology (CT) entwickelt und soll noch 2015 betriebsbereit sein.

Auch wenn Siemens bereits heute bestens für das Zeitalter der Digitalisierung gerüstet ist – der Kulturwandel im Unternehmen wird weitergehen. Indem beispielsweise agile Softwareentwicklung hilft, neue Computerprogramme in kürzeren Zyklen und in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden auf die Beine zu stellen. Oder indem digitale Plattformen weiter ausgebaut und gemeinsam mit Industriepartnern neue Standards und digitale Ökosysteme vorangetrieben werden. „Wie in einem Haus verfügen wir bei Siemens über ein solides und sehr modernes Fundament“, sagt Russwurm. „Auf dem aufbauend können wir die Digitalisierung vorantreiben und profitables Wachstum in all unseren Geschäften erzielen.“

Hubertus Breuer


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