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EnBW setzt auf das Potenzial der Geothermie

15.01.2007
Eine umweltfreundliche, ständig verfügbare, von Tageszeiten und vom Wetter unabhängige Energie

Mit ihrem Engagement für die Geothermie leistet die EnBW einen weiteren entscheidenden Beitrag für den Ausbau alternativer, klimaschonender Energie in Deutschland und Europa. „Die EnBW will die ökonomisch und ökologisch sinnvolle Nutzung von Erdwärme zum Heizen unterstützen und die wirtschaftliche Erschließung der Erdwärme zur Stromerzeugung aktiv fördern und damit technologisch weiter voranbringen“, fasst EnBW-Vorstand Prof. Dr. Utz Claassen das Anliegen seines Unternehmens zusammen.

Auf Basis gesicherter Erkenntnisse aus Pilotprojekten wie dem europäischen Geothermieprojekt Soultz-sous-Forêts setzt die EnBW sich direkt oder indirekt über ihre Töchtergesellschaften für die Nutzung der Erdwärme in Bad Urach, Basel und Bruchsal ein. Einen ersten konkreten Anwendungsfall in Baden-Württemberg stellt das Hotel Colosseo im Europa-Park Rust dar.

In allen Projekten erfolgt die Nutzung der Erdwärme über das sogn. Hot-Dry-Rock-Verfahren aus Tiefen von bis zu 6.000 m. Bei diesem Verfahren wird über ein Bohrloch kaltes Wasser in die Tiefe und über ein zweites Bohrloch das erwärmte Wasser wieder in die Höhe gepumpt. Zur Erwärmung des kalten Wassers auf bis zu 200°C bedient man sich der Natur: Zwischen beiden Bohrlöchern stellen natürliche Gesteinsrisse, die technisch geweitet werden, einen natürlichen Wärmetauscher dar. Zurück an der Oberfläche, gibt das heiße Wasser seine Energie an ein Wärmekraftwerk ab, bevor es wieder seinen Weg erkaltet in die Tiefe antritt.

Die idealen Bedingungen für die schonende Nutzung der Erdwärme liefert die Natur: Im Südwesten Deutschlands bis in die Schweiz und ins Elsass herrschen ideale Wärmebedingungen und Gesteinsvoraussetzungen in den Tiefenschichten bei rund 4.000 m. Hier liegt mit Temperaturen ganzjährig über 170°C ein immenser Energieschatz verborgen.

Pionierarbeit in Sachen europaweiter Erschließung der Geothermie leistete man bereits 1987 in Soultz-sous-Forêts, ca. 50 km nördlich von Strasbourg. Nachdem man in Tiefen bis 3.500 m noch keine optimale thermische Leistung erzielen konnte, erfolgte bis Ende der 90-er Jahre eine Bohrung bis auf 5.084 m. Diese brachte in einem 1997 durchgeführten Zirkulationstest mit einer Wassertemperatur von 142°C am Ende der Förderung den erhofften Erfolg und die nötigen Erkenntnisse für weitere Geothermie-Vorhaben in der Region.

Gemeinsam mit der EnBW vollzieht Bad Urach im Kreis Reutlingen den Schritt zur kommerziellen Nutzung der Erdwärme: Mit der geplanten Leistung von einem Megawatt Energie aus dem maßgeschneiderten Energie-Konzept der EnBW sollen 2.000 Haushalte ausreichend mit Strom versorgt werden. Außerdem soll die Restwärme für die regionale Wärmeversorgung, für verschiedene Schulen und eine Mensa, zur Verfügung gestellt werden.

Noch einen Schritt weiter geht Bruchsal bei Karlsruhe, das mit der EnBW das größte deutsche Geothermiekraftwerk bis Ende 2007 ans Netz bringen will. Erste Zirkulationstests im Jahr 2002 haben bewiesen, dass die Investitionen eine gute Anlage in eine klimaschonende Energie-Zukunft sind. „Wir erzeugen elektrische Energie für ca. 1.000 Haushalte und verringern den CO2-Ausstoß um 1,5 Mio. kg pro Jahr“, freut sich Oberbürgermeister Bernd Doll.

Die fünffache Leistung von Bruchsal verspricht sich die Stadt Basel über ein Gemeinschaftsprojekt, an dem ebenfalls die EnBW beteiligt ist. Bis 2009 soll ein Geothermie-Heizkraftwerk gebaut werden, das Strom und Wärme für rund 5.000 Haushalte liefert. Als Zielgrößen rechnet man mit einer Leistung von 4 MW Strom, von der 3 MW ganzjährig ins Netz eingespeist werden sollen und einer Wärmeleistung von 20 MW, die halbjährig im Wärmenetz der Stadt verteilt werden soll. Gelingen die für Frühjahr 2007 geplanten Zirkulationstests, wird Basel der weltweit erste Standort sein, der das Hot-Dry-Rock-Verfahren kommerziell zur Erzeugung sowohl von Strom als auch von Wärme nutzt.

Im Europa-Park Rust ist man bereits so weit, erfolgreich mit Erdwärme zu heizen bzw. zu kühlen. Auf Anregung der EnBW wurde der umfangreiche Wellnessbereich im Hotel Colosseo mit römischem Bad, Saunalandschaft und diversen Innen- und Außenbecken so angelegt, dass er über eine Wärmepumpe geothermisch mit Warmwasser versorgt wird.

Fazit

Die Ergebnisse der Ende der 80-er Jahre im Elsass vorgenommenen Forschungen belegen das enorme Potenzial der Geothermie. Erdwärme ist eine Energie, die ständig verfügbar, unabhängig von Wetter und Tageszeit, überall vorhanden und unerschöpflich ist. Ihre Nutzung erfolgt ohne Verbrennung und damit auch ohne CO2-Ausstoß über flächenmäßig kleine Kraftwerksanlagen. Das Betreiberrisiko ist dank der diversen Pilotprojekte mittlerweile überschaubar. Außerdem ist Geothermiestrom volkswirtschaftlich insofern günstig, als dass er keinen zusätzlichen Aufwand zur Beschaffung, Lagerhaltung und Entsorgung benötigt.


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