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Kliniktag an der Kerckhoff-Klinik: Erfolg mit über 200 Teilnehmern motiviert zur Wiederholung

24.11.2006
Mit Rheuma leben – überwältigender Andrang beim Kliniktag der Kerckhoff-Klinik zeigt Aufklärungsbedarf

„Ich wusste gar nicht, wie viel man heutzutage gegen Rheuma tun kann, wenn man es nur früh genug entdeckt und zügig eine Therapie einleitet“, so einer der Teilnehmer am Schluss der Veranstaltung, die nach den Vorträgen noch über eine Stunde zu intensiver Diskussion zwischen Patienten und Ärzten geführt hatte.

Mehr als 200 Ärzte, Patienten und Angehörige kamen zum diesjährigen Kliniktag der Kerckhoff-Klinik, um sich zu vielen Fragen der Rheumatologie zu informieren und die neuesten Informationen frisch vom deutschen und amerikanischen Rheumatologenkongress anzuhören. Auf der nachmittäglichen Patientenveranstaltung konnten dann die drängenden Fragen und Probleme direkt an die Referenten gerichtet werden.

Eröffnet wurde der Kliniktag, der von der Abteilung für Rheumatologie der Kerckhoff-Klinik ausgerichtet wurde, am Morgen vom Leiter der Abteilung und Lehrstuhlinhaber für das Fach Rheumatologie an der Universität Gießen, Prof. Dr. Ulf Müller-Ladner. Im Einleitungsvortrag wies Herr Dr. Tarner, Experte für biologische Rheumamedikamente darauf hin, dass gerade durch die neuen biologischen Wirkstoffe in den letzten 10-15 Jahren Quantensprünge bei Schmerzminderung und Gelenkschutz für Patienten mit entzündlichen Gelenkerkrankungen erreicht werden konnten. Gleichzeitig betonte aber auch, dass die Anforderungen an Betreuung und Überwachung dieser Patienten für die Rheumatologen deutlich gestiegen sind. „Erfreulicherweise können wir davon ausgehen, dass auch in den nächsten Jahren jährlich zwei bis drei neue Medikamente für die Patienten aller rheumatologischen Erkrankungen zur Verfügung stehen werden“, schildert Dr. Tarner die therapeutische Perspektive.

Einem Thema, das vor allem für die Familienplanung junger Menschen essenziell ist, nahm sich Professor Müller-Ladner anschließend in seinem Referat über Schwangerschaft und Rheuma an. Er betonte, dass die frühere Regel, eine rheumatische Erkrankung schließe die Familienplanung grundsätzlich aus, heute keine Gültigkeit mehr hat. Die meisten jungen Patientinnen können bei entsprechender Betreuung durchaus eine Familie gründen.

Professor Dr. Uwe Lange, leitender Oberarzt der Abteilung und ausgewiesener Osteologe und Schmerztherapeut, konnte dann für die Zuhörer viel Licht in die intensiv geführte Diskussion um die modernen Schmerzmittel aus der Gruppe der Coxibe bringen. Vor allem konnte sein Vortrag viele Bedenken über die Nebenwirkungen dieser Substanzgruppe zerstreuen, die für die Schmerzreduktion bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen dringend notwendig ist : „Nach den neuesten Erkenntnissen können wir heute sehr genau einschätzen, ob jemand durch Nebenwirkungen der Schmerzmittel gefährdet ist und können diese Bedenken in den allermeisten Fällen weitgehend zerstreuen, so dass uns dieses wichtige Instrument zur Therapie uneingeschränkt zur Verfügung steht“.

Besonders spannend wurde es im letzten Vortrag vom Leiter der Ambulanz, Herrn Dr. Walter Hermann, der den Teilnehmern anhand zahlreicher klinischer Fälle die Vielfalt und oft auch die Detektivarbeit in der rheumatologischen Ambulanz aufzeigte.

Durch die große Beteiligung an der Veranstaltung, die in intensiver Zusammenarbeit mit der Rheuma-Liga und den Selbsthilfegruppen rheumatischer Erkrankungen geplant worden war, reichte der Kristallsaal dann nach der Mittagspause kaum aus, um allen interessierten Patienten und Angehörigen einen Platz zu bieten.

Herr Dr. Bernhard Kürten, Rheumatologe und Facharzt für Physikalische Therapie, schilderte den Patienten im ersten Vortrag des Nachmittags sehr eindrücklich, welche modernen physikalisch-therapeutischen Methoden heute als Kombination angewendet werden können und müssen, um durch die „Kraft des Wassers, der Wärme und des Stroms“ die Patienten wieder auf die Beine zu stellen und auch die Menge an Medikamenten möglichst niedrig zu halten.

Im anschließenden Vortrag von Frau Dr. Nicole Schröder, Stationsärztin an der Kerckhoff-Klinik zum Thema Gedächtnis und Rheuma waren die Teilnehmer im Auditorium dann in höchstem Maße gefordert: Dr. Schröder stelle dem Publikum einige der Hirnleistungsaufgaben vor, die im Rahmen der aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung an der Kerckhoff-Klinik zu Veränderungen von Rheuma bei entsprechendem Gedächtnistraining eingesetzt werden und die das Publikum mit größter Begeisterung und souverän meisterte.

Im abschließendem Vortrag erläuterte dann Herr Dr. Robert Dinser, Stationsarzt an der Kerckhoff-Klinik den Patienten und Angehörigen sehr detailliert, welche therapeutischen Möglichkeiten in den verschiedenen Stadien der Erkrankung heutzutage zur Verfügung stehen. In der anschließenden Diskussion stand er auch bei den vielfältigen Fragen zu Wirkungen, Nebenwirkungen und Zukunftsperspektiven vieler Patienten Rede und Antwort.

In der abschließenden Zusammenfassung betonte Professor Müller-Ladner, dass das große Interesse am Kliniktag die immense Zahl an behandlungsbedürftigen rheumatologischen Patienten widerspiegelt. Umso bedauerlich sei es, dass durch die aktuellen Entscheidungen der Kassenärztlichen Vereinigung den Zugang der schmerzgeplagten Patienten zum fachlich qualifizierten internistischen Rheumatologen so nachdrücklich behindert wird. „Dennoch möchte ich unseren Optimismus für die Patienten an oberste Stelle stellen,“ so Müller-Ladner und ergänzt: „Denn im Vergleich zu früheren Jahren können wir als vom Land Hessen beauftragte Institution einer qualifizierten rheumatologischen Versorgung in der Zukunft aus medizinischer Sicht eher mehr als weniger für unsere Patienten tun“. Einmütiges Abschlussvotum aller Teilnehmer war, dass der Kliniktag im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder stattfinden soll.

Pressekontakt:

Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ansprechpartnerin: Eva Sauer
Tel.: 06032 / 996.2554
Fax: 06032 / 996.2436
e.sauer@kerckhoff-klinik.de

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