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R744-Klimasystem – Behr ist für den Wechsel bereit

14.12.2005


14. Dezember 2005



Behr GmbH & Co. KG, Systempartner der internationalen Automobilindustrie, hat mit der zweiten Generation des R744-Klimasystems die Weichen für den serienmäßigen Einsatz des umweltfreundlichen Kältemittels R744 gestellt. Gemeinsam mit führenden Automobilherstellern hat Behr den R744-Klimakreislauf so weit entwickelt, dass bereits ein Serienanlauf für 2009 machbar wäre.



Umweltfreundliches Kältemittel R744 mit höherer Abkühldynamik

„Nach einer zehnjährigen Entwicklungsarbeit stellen wir jetzt die zweite Generation unserer R744-Klimasysteme vor“, sagt Marcus Weinbrenner, Leiter Vorentwicklung Thermodynamik, Systeme und Komponenten im Produktbereich Klimatisierung bei Behr. „Unser neues System erreicht – bei minimalen Mehrkosten – die gleiche stationäre Kälteleistung wie ein R134a-System.“ Auch der alternative Einsatz von Kältekreisläufen mit R134a und R744 im selben Fahrzeugtyp ist möglich, was in etwa die gleiche Baugröße der Kreislauf-Komponenten erfordert. Ein besonderes Plus des R744- Kältekreislaufs ist die höhere Abkühldynamik. So kann mit R744 ein in der Sommerhitze aufgeheiztes Fahrzeug deutlich schneller auf Komforttemperatur runtergekühlt werden.

Treibhauseffekt mit R744 deutlich reduzieren

R744 wird künftig deshalb das Kältemittel R134a ersetzen, weil es einen um den Faktor 1.300 geringeres Treibhauspotenzial besitzt. Gemessen wird das Treibhauspotenzial in der dimensionslosen Kennzahl GWP (Global Warming Potential), wobei R134a einen GWP-Wert von 1.300 besitzt und R744 von nur 1.

Somit entsprechen 1.300 Kilogramm R744, das chemisch gesehen nichts anderes als Kohlendioxid (CO2) ist, dem Treibhauspotenzial eines Kilogramms R134a. Würde beispielsweise bei einem Autounfall das gesamte Kältemittel R134a entweichen, dann müsste der Besitzer sein Fahrzeug ein halbes Jahr stehen lassen, um durch die Kraftstoffeinsparung den durch R134a verursachten Treibhauseffekt wieder wettzumachen (Fahrleistung 15.000 km/Jahr und 6 Liter Treibstoff auf 100 km).

Vier wichtige Unterschiede zu R134a

Prinzipiell funktioniert der R744-Kältekreislauf wie der heutige R134a-Kreislauf. Es gibt jedoch vier wichtige Unterschiede: Erstens sind die Betriebsdrücke bei R744 etwa fünfmal höher als bei R134a. Zweitens muss die Lösemitteleigenschaft von R744 gegenüber Elastomeren berücksichtigt werden. Drittens kommt die niedrige „kritische Temperatur“ von R744 hinzu, die bei nur 31 Grad Celsius liegt. Dies hat zur Folge, dass R744 an heißen Tagen durch die Außenluft nicht mehr verflüssigt werden kann und deshalb der heutige Kondensator durch einen Gaskühler ersetzt werden muss. Und viertens benötigen R744-Kältekreisläufe einen zusätzlichen „inneren Wärmeübertrager“ (IWT), um die Leistung und den Wirkungsgrad des Kältekreislaufs zu steigern.

Wie ist die aktuelle Gesetzeslage?

Im EU-Parlament wird derzeit ein Gesetzentwurf über ein Verbot des heutigen Kältemittels R134a beraten, wobei der endgültige GWP-Grenzwert noch nicht festgelegt wurde – entweder wird dieser kleiner als 150 oder kleiner als 50 sein. Der Entwurf sieht vor, dass ab 2011 alle neuen Fahrzeugtypen mit umweltfreundlichen Klimasystemen ausgerüstet werden müssen. Offen ist noch, ab wann Neufahrzeuge auf Basis einer bestehenden Plattform umgestellt werden müssen – 2014 oder 2017.

Weitere Informationen unter: www.behrgroup.com

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