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50 Jahre Rheumatologie in Bad Nauheim - Ein historischer Rückblick

28.06.2013
Der Ursprung rheumatologischer Behandlungen liegt weit zurück: Bereits im Mittelalter entdeckten die in der Region des heutigen Bad Nauheim ansässigen Salzsieder erstmals die wohltuende Wirkung von Sole auf entzündete und schmerzende Gelenke. Der Ursprung der modernen Rheumatologie lässt sich daher auf diese mittelhessische Region zurückführen.

Sehr viel später, im Jahr 1917, führten die natürlichen Solequellen in Bad Nauheim zur Gründung des „Instituts für physikalische Medizin und Balneologie der Universität Gießen mit Sitz in Bad Nauheim“. Aufgabe des Instituts war unter anderem die Erforschung der heilenden Wirkung von Sole- und Sprudelbädern, die bis heute eine der wichtigsten Attraktionen Bad Nauheims ausmachen.

Eine ehrgeizige Forderung legt den Grundstein

1955 wurde der Schweizer Privat-Dozent Dr. Victor Rudolf Ott an das Institut berufen. Dort sollte er den vakanten Lehrstuhl des Professors für Balneologie besetzen. Ott machte seine Rufannahme jedoch von der Einwilligung in seine Forderung abhängig, ein klinisches Institut in Bad Nauheim zu erbauen und die Bezeichnung des Lehrstuhls auf „Physikalische Medizin und Balneologie“ zu erweitern. Das Hessische Parlament und die Landesregierung folgten dem Antrag der akademischen Körperschaft und der Medizinischen Fakultät der Gießener Universität. 1956 nahm Ott den Ruf an und arbeitete während der 7-jährigen Bauphase bis zur Eröffnung der Klinik provisorisch mit seinen Mitarbeitern im Sanatorium Groedel.

Die erste Rheumaklinik in Deutschland erregt internationales Aufsehen

Am 7. Oktober 1960 wurde das Richtfest des klinischen Instituts gefeiert, im Jahr 1963 war der Klinikbau fertiggestellt. Am 28. Juni fand die offizielle Schlüsselübergabe von Oberbaudirektor Köhler an den Hausherrn Professor Ott statt. Eine Betten-Abteilung in Verbindung mit einem physikalisch-balneologischen Forschungsinstitut mit der Bezeichnung „Klinik und Institut für Physikalische Medizin und Balneologie der Universität Gießen“ war in direkter Nachbarschaft zur Kerckhoff-Klinik geschaffen worden. Dadurch wurde neben der Eigenständigkeit des Fachgebietes Physikalische Medizin mit Integration der Balneologie auch die Bindung an die klinische Spezialdisziplin Rheumatologie unterstrichen.
Insgesamt erregten die Klinik und das Institut internationales Aufsehen, schließlich gab es für das Projekt weder bauliche noch konzeptionelle Vorgaben, da es sich um die erste Klinik ihrer Art in Deutschland handelte.

Einer konzeptionellen Neugestaltungen unterlagen beispielsweise die Wände, die variabel den Anforderungen an die Raumgestaltung angepasst werden konnten – ein baulich damals völlig neuartiges Konzept. Auch das staatliche Quellenforschungsinstitut des Hessischen Staatsbades Bad Nauheim wurde als selbstständige Chemische Abteilung in die Klinik eingegliedert. Somit wurden die medizinische und chemische Balneologie unter einem Dach vereint. Ebenfalls neuartig war die Anstellung eines Physikers als ständigem Mitarbeiter. Die für die optimale Behandlung so wichtige Forschung konnte unter diesen Umständen gut vorangetrieben werden.

Im Jahr 1964 fand in der Klinik ein internationales Symposium statt, welches den Stoffwechsel und den degenerativen Rheumatismus behandelte. In diesem Rahmen wurde die neue Klinik der wissenschaftlichen Rheumatologen-Elite vorgestellt, welche aus zehn Ländern angereist war. Begeistert nahm diese den Neubau als Wiedererstarken der Rheumatologie wahr. 1975 wurde eine Poliklinik eingeweiht, die durch ihren immensen Zulauf die Einrichtung einer regelmäßigen Sprechstunde erforderlich machte.

Insgesamt entwickelte sich die Rheumatologie unter der Leitung von Prof. Ott bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1979 rasch zur zentralen klinischen Disziplin. 1986 verstarb Professor Ott in Zürich. Prägender Leitgedanke während seiner Professur waren für ihn immer die gleichberechtigte Repräsentation der drei Fachgebiete Rheumatologie, Physikalische Medizin und Balneologie.

Die Rheumatologie auf dem Weg in die Moderne

Auch unter Professor Otts Schüler und Nachfolger Professor Dr. Klaus L. Schmidt, setzte sich die schnelle und positive Entwicklung des Schwerpunktes Rheumatologie weiter fort. 1978 wurde der Begriff Rheumatologie mit in die Klinikbezeichnung einbezogen. Nun lautete die offizielle Bezeichnung „Klinik für Physikalische Medizin, Balneologie und Rheumatologie“. 1988 wurde daraus die „Klinik für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Balneologie“.

Im Jahr 1999 folgte die Angliederung der Klinik in das Herz- und Rheumazentrum der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim. Nach der Emeritierung Prof. Schmidts stand die Klinik bis Ende 2004 unter der kommissarischen Leitung von Professor Dr. Gunther Neeck und Privatdozent Dr. Uwe Lange, dem heutigen Direktor der Abteilung für Physikalische Medizin und Osteologie. Seit Anfang 2005 steht die Klinik unter der Leitung von Professor Dr. Ulf Müller-Ladner als Chefarzt der Abteilung für Rheumatologie und Klinische Immunologie der Kerckhoff-Klinik, der auch auf den Lehrstuhl für Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie der Justus-Liebig-Universität Giessen berufen wurde.

Rheumatologische Hochleistungsmedizin an der Kerckhoff-Klinik

Heute gehört die Abteilung für Rheumatologie und klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik mit ihren 49 Betten zu den größten Rheumazentren in Deutschland. Neben der Rheumatologie und klinischen Immunologie umfasst das Leistungsspektrum des Zentrums auch die Physikalische Medizin und Osteologie, die unter der Leitung des Direktors Prof. Dr. Uwe Lange steht, der auch den einzigen Lehrstuhl für Internistische Rheumatologie, Physikalische Medizin und Osteologie in Deutschland am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen inne hat. Auf den zwei Stationen werde unter der Leitung des Oberarztes Ingo Tarner jährlich rund 1.500 Patienten stationär behandelt.

Im ambulanten Bereich versorgt die Abteilung in ihrer Institutsambulanz und der Studienambulanz unter der Leitung des Oberarztes Dr. Walter Hermann pro Jahr rund 8.000 Patienten. Behandelt werden können in der Klinik alle rheumatologischen Krankheitsbilder in allen Schweregraden. Auch mit ihrer rheumatologischen Forschung, die unter der Leitung der Oberärztin Dr. Elena Neumann steht, hat die Klinik mittlerweile internationales Renommee mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen erlangt.

Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die molekularen Mechanismen bei der Entstehung und Entwicklung rheumatologischer Erkrankungen und Prozessen der Gelenkdegeneration und -regeneration.

Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim
Prof. Dr. Ulf Müller-Ladner
Direktor der Abteilung Rheumatologie und Klinische. Immunologie
Tel.: 06032 / 996.0
Fax: 06032 / 996.2104
E-Mail : i.tarner@kerckhoff-klinik.de
Pressekontakt:
C3 Public Relations
Klinikkommunikation und Litigation PR
Dr. Berend von Thülen
Tel.: 0 641 / 480.99.40
Fax: 0 641 / 494.18.13
E-Mail : thuelen@t-online.de

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