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150 Jahre Innovationen schaffen – Richard Küch und das künstliche Licht

12.08.2010
Was mit der künstlichen Höhensonne begann, sorgt heute für sauberes Trinkwasser – umweltfreundlich und chemikalienfrei

Historische Höhensonne aus den 1920er Jahren (Foto: Heraeus)


UV-Strahler ermöglichen eine umweltfreundliche Entkeimung von Trinkwasser. (Foto: Heraeus)

Kaum ein anderer Entwickler bei Heraeus fand und erfand in seinem Leben so viele verschiedene Verfahren für industrielle und medizinische Anwendungen wie Dr. Richard Küch (30.08.1860 bis 03.06.1915). Heraeus erinnert im Jahr 2010 zu Küchs 150. Geburtstag an das Erfindergenie.

Die Erfindungen, die Küch bei Heraeus machte, waren entscheidend für den Erfolg und das Wachstum des Unternehmens. Seine Entwicklungen sind bis heute in Industrie und Alltag anzutreffen. Beispielsweise in Form von Ultraviolett-Strahlern in der Medizin oder zur umweltfreundlichen Entkeimung von Trinkwasser.

Wie eine ursprünglich als reine Lichtquelle gedachte Entwicklung zunächst scheiterte, um dann als künstliche Höhensonne weltbekannt zu werden – dies ist eine Erfolgsgeschichte, zu der Richard Küch das erste Kapitel schrieb. Die Rede ist von der ersten Quarzglas-Quecksilberlampe. Das Verfahren, Quecksilberdampf zum Leuchten anzuregen war bereits Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt. Mit dem ebenfalls von Küch hergestellten Quarzglas aus Bergkristall (1899) konnten kleinere Lampenformen hergestellt werden. 1904 präsentierte der Entwickler die erste Quarzglas-Quecksilberlampe, die ein neues Licht erzeugte, denn das Quarzglas ließ ultraviolette und infrarote Strahlung hindurch. Das neue Licht sollte anfänglich als Straßenbeleuchtung eingesetzt werden, war jedoch „unangenehm grünlich“. Sie konnte sich daher nicht gegen die Glühlampe durchsetzen.

Eine medizinische Lichtquelle wird zum Verkaufsschlager

Der Verkauf der Quarzglaslampe erlebte 1907 seinen ersten großen Aufschwung. Küch verbesserte die Quarzglaslampe kontinuierlich weiter, seine Kontakte zu vielen Medizinern in Deutschland waren ihm dabei eine große Hilfe. Es entstand eine Lampe, die weniger Wärme erzeugte und nur kurzwelliges UV-Licht abstrahlte - eine erstmals leicht zu handhabende therapeutische Lichtquelle für die Medizin. Das UV-Licht wurde zur Heilung von Hautkrankheiten, Entkeimung von Wunden oder zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, da es eine beruhigende und belebende Wirkung auf den Organismus ausübte. Die erste künstliche Höhensonne erhielt den Zusatz „Original Hanau“, da sie in Hanau produziert wurde. Die „Kleine Höhensonne“ avancierte in den 1950er Jahren als Bräunungsstrahler zu einem elektrischen Konsumartikel. Richard Küch legte mit seiner künstlichen Höhensonne somit den Grundstein für Anwendungen der UV-Strahler in der Medizin.

Umweltfreundliche Trinkwasserentkeimung immer wichtiger

Auf seiner Erfindung basieren auch ultraviolette Strahler, die für die umweltfreundliche Entkeimung von Trinkwasser genutzt werden. Die Geschichte der UV-Reinigung geht bereits 100 Jahre zurück. Die erste patentierte Reinigung mit UV-Licht erfolgte im Jahre 1910 - mit Hilfe einer Quarzglaslampe von Küch. Die Behandlung von Trinkwasser mit UV-Strahlung ist mittlerweile eine etablierte und umweltfreundliche Methode, um Wasser zuverlässig zu desinfizieren. Das energiereiche Licht im Wellenlängenbereich um 254 Nanometer (UVC-Strahlung) zerstört das Erbgut und inaktiviert in Sekunden die Zellen der im Wasser befindlichen Krankheitserreger. „Ultraviolettes Licht wirkt insbesondere auch bei Parasiten, die gegen Chlor resistent sind. Da die Reinigung ohne Chemikalien erfolgt und keine chemischen Rückstände entstehen, wird die Qualität des Trinkwassers weder geschmacklich noch im Geruch beeinträchtigt“, beschreibt Dr. Sven Schalk, Divisionsleiter UV Prozesstechnik des Geschäftsbereichs Speziallichtquellen bei Heraeus, die Wirkungsweise.

Die Herausforderungen bei UV-Lampen bestehen heute darin, den Wirkungsgrad und die Lebensdauer der Lampen deutlich zu erhöhen. Heraeus entwickelt erfolgreich innovative Speziallichtquellen für die Trinkwasseraufbereitung, so etwa Hochleistungs-Amalgam-Lampen, die bis zu 16.000 Betriebsstunden mit nahezu konstanter UV-Ausgangsleistung betrieben werden können. „Es wird immer wichtiger, mit neuen Methoden das knappe und kostbare Trinkwasser wirksam zu reinigen“, so Sven Schalk. Dafür sprechen aus seiner Sicht zwei Gründe. Der weltweite Wasserbedarf bis 2030 wird die vorhandenen Ressourcen um 40 Prozent übersteigen, besagt ein aktueller Bericht der Weltbank. Und: der Anspruch auf sauberes Wasser wurde in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen - damit ist sauberes Wasser jetzt ein Menschenrecht. Richard Küch hätte sicher seine Freude daran, dass seine Erfindung heute sogar einen Beitrag zur Einhaltung dieses Menschenrechts leistet.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen mit einer über 155-jährigen Tradition. Unsere Geschäftsfelder umfassen die Bereiche Edelmetalle, Materialien und Technologien, Sensoren, Biomaterialien und Medizinprodukte, Dentalprodukte sowie Quarzglas und Speziallichtquellen. Mit einem Produktumsatz von 2,6 Mrd. € und einem Edelmetallhandelsumsatz von 13,6 Mrd. € sowie weltweit über 12 300 Mitarbeitern in mehr als 110 Gesellschaften hat Heraeus eine führende Position auf seinen globalen Absatzmärkten.

Dr. Jörg Wetterau

Heraeus Holding GmbH

Leiter Technologiepresse & Innovation
Konzernkommunikation
Heraeusstraße 12 - 14
D-63450 Hanau
P + 49 (0) 6181 / 35 – 5706
F + 49 (0) 6181 / 35 – 4242
E joerg.wetterau@heraeus.com

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