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Die Wiesenweihe ist selten geworden. Nur noch rund 400 bis 450 Brutpaare leben in Deutschland. Auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird die Wiesenweihe als "stark gefährdet" klassifiziert. Um den Schutz des seltenen Greifvogels zu verbessern, unterstützt die Deutsche Wildtier Stiftung das Forschungsvorhaben der in Kürze promovierten Diplom-Biologin Christiane Trierweiler mit ihrem diesjährigen Forschungspreis.
50.000 Euro stehen der jungen Wissenschaftlerin jetzt zur Verfügung. Vom Institut für Vogelforschung "Vogelwarte Helgoland" in Wilhelmshaven aus wird sie die Bedeutung der afrikanischen Rast- und Überwinterungsgebiete für den Schutz der Wiesenweihe untersuchen. Dabei baut sie auf eigene Studien auf, bei denen mit Satellitentelemetrie belegt wurde, dass ein Schutz der Wiesenweihe allein in den Brutgebieten nicht ausreicht. Bei Zugvögeln besteht Handlungsbedarf sowohl in den Sommer- wie den Winterlebensräumen. Für das Überleben der Wiesenweihe müssen darüber hinaus auch die neu entdeckten Rastgebiete in Nordafrika geschützt werden.
"Mit unserer Förderung legen wir die Grundlagen, damit endlich ein umfassendes Schutzprogramm für die Wiesenweihe entwickelt werden kann, das auch den Vogelzug und die Überwinterungsphase berücksichtigt", erläutert Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. "Die Erkenntnisse daraus können dann auch auf andere Greifvögel mit ähnlichen Zugrouten übertragen werden."
Als Bodenbrüter und Langstreckenzieher ist die Wiesenweihe gleich mehrfachen Gefährdungen ausgesetzt: Der ursprüngliche Lebensraum der Wiesenweihe im Brutgebiet, die Moore und Heidelandschaften, wurde in den letzten 50 Jahren zunehmend zerstört. Annähernd 90 % der Wiesenweihen brüten deshalb heute in Deutschland in Getreidefeldern, wo Gelege und Jungvögel zum Beispiel durch die Erntearbeiten gefährdet sind. Eine erfolgreiche Brut ist dort möglich, wo die Nester in Zusammenarbeit mit den Landwirten gesichert werden. Zusätzlich ist die Wiesenweihe auf ihren Zugwegen und in den Überwinterungsgebieten durch großflächige Zerstörung von Lebensräumen und durch Wilderei gefährdet.
Mit ihrem Forschungspreis fördert die Deutsche Wildtier Stiftung innovative Forschungsvorhaben junger Wissenschaftler rund um einheimische Wildtiere. "Ohne wildbiologische Erkenntnisse ist kein Ziel führender Artenschutz möglich", begründet Hilmar Freiherr von Münchhausen die Forschungsförderung. In den vergangenen Jahren ging der Forschungspreis an Arbeiten zum Birkhuhn, Siebenschläfer und Kleinspecht.
Pressekontakt
Eva Goris, Pressesprecherin, Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg, Telefon 040 73339-1874, Fax 040 7330278, E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de
Eva Goris | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.deutschewildtierstiftung.de
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