Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Weltgrößter Damm sorgt für hohen Methanausstoß

01.10.2009
Marschgebiet erzeugt im Sommer klimaschädliche Chemikalien

Anzeige

"Grüne" Technologie kann auch erhebliche Nachteile für die Umwelt haben. Das zeigt sich am 2006 in Betrieb genommene Drei-Schluchten-Damm in der chinesischen Provinz Hubei am Fluß Jangtsekiang, berichten Ökologen der Universität Chongqing in der Zeitschrift Journal of Geophysical Research.


Sie fanden deutliche Hinweise dafür, dass der größte Staudamm der Welt, nicht nur Strom erzeugt, sondern auch für die Freisetzung großer Mengen an Methan verantwortlich ist. Das gehe auf die weitläufigen Marschland-Flächen zurück, die während der Entleerung des Stausees während der Sommermonate große Mengen des starken Treibhausgases freisetzen, so die Wissenschaftler.

Der 1.000 Quadratkilometer große Stausee des Drei-Schluchten-Dammes fasst in gefülltem Zustand 40 Kubikkilometer Wasser. Wenn der Damm anfangs geschlossen wird und sich das Staubecken füllt, werden auf einer Flusslänge von 660 Kilometern Wiesen, Felder und Wälder überschwemmt. Mit dem steigenden Wasser beginnen Organismen, organische Massen zu zersetzen, wobei als Nebenprodukt dieser Reaktion Methan entsteht. Sobald der Wasserstand wieder sinkt, setzen sich die gespeicherten Chemikalien am früheren Grund des Stausees freizusetzen. Besonders gefährlich sind dabei das freiwerdende Methan, da dieses in großen Mengen auftritt und ein 20-mal stärkeres Erwärmungspotenzial besitzt als Kohlendioxid.

"Bisher hat man wenig darauf geachtet, was mit den überschwemmten Regionen passiert, sobald sich der Wasserspiegel absenkt. Das geht vermutlich darauf zurück, dass sie gewöhnlich nur einen kleinen Teil der Oberfläche des Stausees ausmachen", so Forschungsleiter Huai Chen. Im Fall des Stausees Drei-Schluchten-Dammes erstrecke sich diese Fläche jedoch über 350 Quadratkilometer, was rund ein Drittel der gesamten maximalen Überschwemmungsfläche ausmacht. Die Gruppe um Chen untersuchte den Jangtsekiang-Zufluss Pengxi, der sich im Sommer zum Marschgebiet verwandelt. Dabei konnten sie einen durchschnittlichen Ausstoß von 5,7 Milligramm Methan pro Quadratmeter und Stunde feststellen. Das ist ein deutlich höherer Messwert als in tropischen Regionen, wo man bisher die höchsten derartigen Methanemissionen vermutet hatte.

Um den genauen Methanausstoß schätzen zu können, der durch das gesamte Dammprojekt verursacht wird, setzen die Ökologen derzeit ihre Messungen fort. Von den Turbinen, die man als Hauptschuldige der Methanemissionen verdächtigt, können allerdings keine Messungen erfolgen, da sie nicht für Forscher zugänglich sind. Das kürzlich vollendete Großprojekt des Drei-Schluchten-Dammes war aufgrund ökologischer und sozialer Folgen schon seit Planungsbeginn von starker Kritik begleitet (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090423002/ ), wenngleich es Experten im Vergleich zu Alternativen als "geringeres Übel" beschreiben.

Abstract der Studie unter http://www.agu.org/pubs/crossref/2009/2009JD012410.shtml

Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.cqu.edu.cn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Deep sea animals stowaway on submarines and reach new territory
24.05.2012 | Wiley-Blackwell

nachricht Marktplatz für biogene Reststoffe online
24.05.2012 | ttz Bremerhaven

Alle Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp