Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Treibhausgase in Europa - Stuttgarter Wissenschaftler leisten Beitrag zur Bilanzierung

23.11.2009
Ziel der Klimaverhandlungen in Kopenhagen ist eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Dabei wird neben der Einschränkung der Emissionen auch die Anrechnung von Ökosystemen als Treibhausgassenkern diskutiert.

Anzeige

In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift NatureGeoscience haben Wissenschaftler der Universität Stuttgart gemeinsam mit weiteren Forschern aus ganz Europa eine Bilanz der Treibhausgase für Europa erstellt.


Die Bilanzierung zeigt, dass die Wälder zurzeit den größten Beitrag zur Senkung der Treibhausgase leisten, jedoch durch die jetzige Praxis des Managements von Wald-und Landwirtschaftsflächen deren Rolle als Treibhausgassenker abnimmt.

Ziel der Klimaverhandlungen in Kopenhagen ist eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Dabei wird neben der Einschränkung der Emissionen auch die Anrechnung von Ökosystemen als Treibhausgassenkern diskutiert. Bisher wird angenommen, dass Ökosysteme, insbesondere Wälder und Wiesen, etwa zehn Prozent der europäischen Treibhausgasemissionen aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern aufnehmen. Neben Kohlendioxid haben auch Methan und Lachgas, deren Emissionen insbesondere von der Landwirtschaft verursacht werden, einen erheblichen Anteil an dem vom Menschen verursachten Treibhauseffekt.

In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift NatureGeoscience*) haben Stuttgarter Wissenschaftler gemeinsam mit weiteren Forschern aus ganz Europa auf Grundlage der Ergebnisse des EU-Projektes CARBOEUROPE IP eine Bilanz der Treibhausgase für Europa erstellt. Dabei wurden die Ströme von Kohlendioxid, Methan und Lachgas zwischen 2000 und 2005 bilanziert.
Die Wissenschaftler des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Uni Stuttgart berechneten dazu die stündlichen anthropogenen Emissionen von Kohlendioxid, Lachgas und Methan in einer räumlichen Auflösung von zehn mal zehn Kilometer für ganz Europa. Aufgrund dieser Ergebnisse in Verbindung mit entsprechenden Transportmodellen ergab sich die Konzentration der Gase in der Atmosphäre. Dies war eine wichtige Grundlage zur anschließenden Bilanzierung dieser Treibhausgase.

Für diese Bilanzierung wurden zudem atmosphärische Messungen durchgeführt, die mit den modellierten Treibhausgaskonzentrationen verglichen wurden. Die Differenz zwischen Messungen und Modellierung wurde den bisher nicht genau bekannten natürlichen Flüssen von Treibhausemissionen zugeordnet. Das so erzielte Ergebnis wurde mit Hilfe von Flussmessungen überprüft, die die CO2-Flüsse in Ökosystemen in ganz Europa messen.

Beitrag der Wälder zur Klimabilanz sinkt
Die Bilanzierung zeigt, dass die Wälder in Europa zurzeit den größten Beitrag zur Senkung der Treibhausgase leisten: Dazu tragen die umfangreichen Waldgebiete insbesondere in Nord- und Osteuropa und das starke Holzwachstum bei. Dies liegt daran, dass jedes Jahr mehr Holz nachwächst als geerntet wird. Die Wissenschaftler nehmen jedoch an, dass diese Funktion der Wälder als Treibhausgassenken verlorengehen wird, wenn zunehmend Holz als biogener Brennstoff beispielsweise in Kleinfeuerungsanlagen verwendet wird.

Ökosystemflächen als Treibhausgasemitter?
Ein wesentliches Resultat dieser Bilanzierung ist auch, dass durch die jetzige Praxis des Managements von Wald- und Landwirtschaftsflächen deren Rolle als Treibhausgassenke abnimmt. Der Trend zu intensiverer landwirtschaftlicher Produktion sowie steigender Herstellung von Festbrennstoffen lässt die Wissenschaftler zu dem Schluss kommen, dass in absehbarer Zeit damit zu rechnen ist, dass die Ökosystemflächen (Wälder, Wiesen und Landwirtschaftsflächen) in Europa statt zu einer Senke sogar zu einer beträchtlichen Quelle von Treibhausgasemissionen werden könnten.

*) E.D. Schulze et al., Importance of methane and nitrous oxide for Europe`s terrestrial greenhouse-gas balance, Nature Geoscience, Vol 2, December 2009 www.nature.com/naturegeoscience

Weitere Informationen:
Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung, Abteilung Technikfolgenabschätzung und Umwelt der Universität Stuttgart,
Dr.-Ing. Jochen Theloke, Tel. 0711/685-87856, e-mail: jochen.theloke@ier.uni-stuttgart.de,
Dipl.-Ing. Balendra Thiruchittampalam, Tel. 0711/685-879-20,
e-mail: balendra.thiruchittampalam@ier.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.nature.com/naturegeoscience

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?
09.02.2012 | GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen in der Öffentlichen Verwaltung
09.02.2012 | Öko-Institut e. V. - Institut für angewandte Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler machen Eisen durchsichtig


Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden

Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?

09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung

09.02.2012 | Studien Analysen

Ocean warming causes elephant seals to dive deeper

09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp