Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Tourismus als Instrument zur Erhaltung der biologischen Vielfalt

10.03.2011
Der Tourismus bedroht weltweit einzigartige Naturschätze. Andernorts ist er ein wirksames Instrument zum Schutz der biologischen Vielfalt. Entscheidend ist vor allem die Haltung der lokalen Bevölkerung. NeFo stellt deutsche Biodiversitätsforschende vor, die mit innovativen Konzepten Naturschutz durch touristische Nutzung erst ermöglichen - und so indirekt neue Arbeitsplätze schaffen - in Deutschland und weltweit.

Anzeige

Die Karibikhalbinsel Yucatan in Mexiko ist weltweit eine der beliebtesten Reiseziele. Doch jährlich drei Millionen Touristen allein in Cancún, fehlende Abwasseraufbereitung, Pestizide für Golfplätze usw. schädigen das Ökosystem massiv. Laut einer aktuellen Studie von Kanadischen Forschern sind in den letzten 20 Jahren 50 % des dortigen zweitgrößten Korallenriffs der Welt verloren gegangen. Der Tourismus scheint seine eigenen Ressourcen aufzufressen.


Namibia macht es vor

Doch Tourismus kann auch zum Retter der biologischen Vielfalt werden. „Das beobachtet man oft an Orten, wo die Natur an sich die Hauptattraktion ist und kaum andere Nutzungsarten möglich sind." sagt Prof. Dr. Wolfgang Strasdas von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Derzeit erforscht der Professor für Nachhaltigen Tourismus die ökologischen Auswirkungen von Safarireisen in Namibia. Als eines von ganz wenigen Ländern hat es den Schutz seiner natürlichen Ressourcen in der Verfassung festgeschrieben. Durch starke Bejagung wurde die Wildtierfauna über 200 Jahre lang massiv reduziert. Die Elefantenpopulation betrug zuletzt 50 Tiere. Gleichzeitig machen durch den Klimawandel bedingte längere Trockenperioden die Landnutzung immer unrentabler, die arme Landbevölkerung wandert in die Städte ab.

Tourismus schafft neue Arbeitsplätze und Grund zum Schutz der natürlichen Ressourcen

Namibia unterstützt so genannte Communal Conservancies, lokal gemanagte Wildschutzgebiete, die das Potenzial der Wildtiere nutzbar machen und so der Landbevölkerung eine Perspektive geben sollen. Dazu gehören zum Beispiel Ausgleichszahlungen für Verluste bei Weidetieren, die die Farmer vom Abschuss von Raubtieren abhalten sollen. Darüber hinaus werden aber auch verloren gegangene Wildtierarten wie das Spitzmaulnashorn erfolgreich wiederangesiedelt, Farmer hüten vermehrt Wildtiere statt Rinder und verdienen ihr Geld mit Touren bzw. Jagdtrophäen. Darüber hinaus werden Ausbildungsprogramme für die Bevölkerung für die Arbeit im Tourismus gefördert.

Welchen direkten touristischen Nutzen bieten die 14 deutschen Nationalparke?
Wie in Afrika hat auch hierzulande der ländliche Bereich mit Abwanderung zu kämpfen und auch hier kann der Tourismus für neue Perspektiven sorgen. Doch nur wenn die lokale Bevölkerung mitzieht, funktioniert ein Schutzgebiet wirklich. Prof. Hubert Job von der Universität Würzburg untersucht das ökonomische Potenzial von Nationalparks und anderen Schutzgebietsformen in Deutschland und anderen Ländern.

Im Bayerischen Wald zum Beispiel geben laut Prof. Job die jährlich 760.000 Gäste im Nationalpark Sächsische Schweiz mit 1,7 Millionen Besucher so viel Geld aus, dass damit - rein rechnerisch - der Lebensunterhalt von 1.880 Personen gesichert ist. Insgesamt bringen in den 14 deutschen Nationalparks rund 51 Mio. Besucher einen Umsatz von ungefähr 2,1 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Einkommensäquivalent von rund 69.000 Personen.

Gerade in unterentwickelten oft korrupten Ländern werde die Lokalbevölkerung allerdings noch zu selten an den Einnahmen beteiligt, sagt Wolfgang Strasdas. Dennoch: Der Biodiversität hilft der Tourismus in Namibia enorm. Die Population der Elefanten hat sich inzwischen verzehnfacht, die namibische Spitzmaulnashornpopulation ist eine der größten freilaufenden Herden geworden.

Doch das Konzept sei nicht einfach auf andere Ökosysteme übertragbar. Bei tropischen Regenwäldern können Tourismuskonzepte nicht ohne weiteres mit der Holznutzung konkurrieren, da allein der Holzwert zu hoch ist. Hier werden mehr zumindest flankierend Konzepte gebraucht wie bspw. die Inwertsetzung von Wäldern als CO2-Senke im Rahmen des globalen Klimaschutzes." meint Strasdas.

Den kompletten Bericht lesen Sie hier:
http://biodiversity.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=128&Itemid=325&lang=de

Ansprechpartner:
Sebastian Tilch
NeFo-Pressereferent
Telefon: 0341-235-1062
E-Mail: sebastian.tilch@ufz.de

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NEFO) ist eine Kommunikationsplattform für Wissenschaftler und Anwender von Wissen zur biologischen Vielfalt. Ein wichtiges Ziel ist es, die Forschung unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zur Biodiversität befasst, stärker ins öffentliche Licht zu stellen. Hierzu stehen direkte Ansprechpartner für Fragen aus Medien, Politik und Öffentlichkeit bereit, arbeiten aktuelle Themen auf und vermitteln Experten.
Projektpartner sind das Museum für Naturkunde Berlin, Universität Potsdam und Helmholz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ.

Sebastian Tilch | Quelle: NeFo-News
Weitere Informationen: www.biodiversity.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Deep sea animals stowaway on submarines and reach new territory
24.05.2012 | Wiley-Blackwell

nachricht Marktplatz für biogene Reststoffe online
24.05.2012 | ttz Bremerhaven

Alle Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp