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Die Nordsee verändert sich: Der Klimawandel, die zunehmende Nutzung durch den Schiffsverkehr und die Offshore-Industrie hinterlassen ihre Spuren im Ökosystem. Temperaturanstieg, Verschiebungen im Artenspektrum, gefährliche Planktonblüten, Reduktion der Fischbestände, Veränderungen in der Küstenmorphologie sind die Folgen, denen in den nächsten Jahren verstärkt zu begegnen ist.
Für eine nachhaltige und schonende Nutzung der Küstengewässer ist es wichtig, Umweltparameter und ihre Wirkungsbeziehungen zu definieren, sie regelmäßig und genau zu beobachten. Politik, Wirtschaft und Verbände müssen wissenschaftlich fundiert beraten werden, die Öffentlichkeit soll zeitnah und fundiert informiert werden. Diesen Aufgaben wird sich der neue Forschungsverbund "Wissenschaftliche Monitoringkonzepte für die Deutsche Bucht (WIMO)" in den kommenden Jahren widmen.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus elf norddeutschen Einrichtungen sind an dem interdisziplinären Verbund beteiligt. Sie gehen Fragen nach wie: Welche Folgen hat der Klimawandel speziell in der Deutschen Bucht? Welche Anforderungen bestehen an ein Monitoringverfahren, das die relevanten Prozesse umfassend und in der notwendigen Genauigkeit darstellt? Wie werden dabei gleichzeitig die neuen nationalen und EU-weiten Richtlinien angemessen berücksichtigt? Welche Synergien und Strategien für neue Formen des Monitorings ergeben sich daraus?
Um wissenschaftlich fundierte Antworten auf diese Fragen zu bekommen, haben das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz den Forschungsverbund WIMO gestartet. Der Pilotcharakter dieser gemeinsamen Forschungsförderung wurde bei der Begutachtung durch die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen nachdrücklich begrüßt. Insgesamt werden zunächst für drei Jahre 3,3 Millionen Euro aus Landesmitteln zur Verfügung gestellt.
"Die Bedeutung der Wissenschaft für den Umweltschutz wird damit deutlich unterstrichen. Vor allem aber soll durch unser gemeinsames Projekt erreicht werden, dass Wissenschaft und Anwendung eng abgestimmt miteinander arbeiten. So können beide Seiten voneinander lernen und profitieren - und als Ergebnis innovative und gleichzeitig umsetzbare Monitoringkonzepte präsentieren", sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann.
"Meeresschutz ist ein zentrales Thema meiner Umweltpolitik, dem dient das Projekt WIMO", hob Minister Sander hervor. "Namhafte Forschungseinrichtungen erkunden auch mit Praxisbeispielen, wie ein einzigartiges und wertvolles Ökosystem besser erhalten und geschützt werden kann. So soll eine Sensitivitätskartierung für die Wasserflächen der Nordsee aufgebaut werden, um die Havarievorsorge darauf auszurichten. Aber auch der Küstenschutz wird von den Forschungsarbeiten profitieren, damit Veränderungen im Watt früher erkannt und man schneller darauf reagierten kann."
Sprecher des Forschungsverbundes ist Professor Dr. Reto Weiler, Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst. Weitere federführende Einrichtungen sind das Forschungsinstitut Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven, das Institut für Photogrammetrie und Geoinformation an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, das Institut für Chemie und Biologie des Meeres an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, das MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen sowie das Institut für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht.
Petra Wundenberg | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.mwk.niedersachsen.de
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