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Anlässlich der am Freitag (30.7.) beginnenden dreitägigen Kreuzschifffahrtsschau "Cruise Days 2010" in Hamburg zeigte der NABU Unverständnis darüber, dass Hafenstädte wie Hamburg klimaschädliche Luxuskreuzer willkommen heißen und feiern, anstatt ihnen über ökologisch differenzierte Liegegebühren Anreize zur Abgasreinigung zu geben.
"Ein Luxusliner stößt täglich umgerechnet so viel Ruß- und Schwefelpartikel aus wie 12.000 Pkw, bei einzelnen Schadstoffen sogar so viel wie 350.000 Autos. Solche Werte sind für die Anwohner lebensbedrohlich, für das Weltklima verheerend und daher an Land längst verboten", sagte der Vorsitzende des NABU Hamburg, Alexander Porschke. Es sei Zeit, das ökologische Ruder rumzureißen und die wachsenden Feinstaubemissionen der Ozeanriesen in einem ersten Schritt durch den Umstieg auf Schiffsdiesel zu reduzieren.
"Traumschiffe als Albtraum für die Umwelt - dagegen müssen alle aktiv
werden: Die Hafenstädte mit Landstromanschlüssen, die Betreiber mit umweltfreundlichen Schiffen und die Urlauber mit Interesse an Umwelt- und Klimaschutz", so Porschke.
Bei den "Cruise Days" haben sich für Hamburg die vermeintlichen Traumschiffe AIDAaura, AIDAluna, Astor, Columbus, Deutschland und Mein Schiff angekündigt. Ein neuer Rekord - leider auch beim Feinstaub: allein die genannten sechs Schiffe werden während der Cruise Days bis zu 1600 Tonnen Kohlendioxid, 20 Tonnen Stickoxide und 1920 Kilogramm krebserregenden Ruß in die Atmosphäre blasen. Über 100 Kreuzfahrtriesen sollen Hamburg in diesem Jahr anlaufen. Sie werden allesamt mit Schweröl betrieben, einem Abfallprodukt der Ölindustrie, an dem die Reeder aus reiner Profitgier festhalten, anstatt auf vergleichbar sauberes Flüssiggas oder Schiffsdiesel und Rußfilter umzusteigen. Der Umstieg würde den Ticketpreis nur um wenige Euro erhöhen. "Wer Luxusschiffe mit dem Billigtreibstoff Schweröl betankt, versündigt sich an Umwelt- und Klimaschutz", sagte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.
Für Schiffe gibt es bisher nur sehr schwache Grenzwerte für Schadstoffemissionen. Seit Anfang Juli ist der Schwefelanteil auf
Nord- und Ostsee immerhin auf 1,0 Prozent beschränkt. Und ab 2015 dürfen alle Schiffe, die die Nord- und Ostsee befahren, nur noch Treibstoff, der maximal 0,1 Prozent Schwefel enthält, verwenden. "Das ist immer noch hundertmal mehr Schwefel als bei Diesel für Pkw und Lkw, und für Ruß gibt es nach wie vor gar keine Vorgaben. Wir fordern die Reeder daher auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und zunächst die Kreuzfahrtschiffe freiwillig mit Schiffsdiesel und Filtertechnik auszustatten", so Oeliger.
Ein Hintergrundpapier zum Thema Kreuzschifffahrt und (Ruß-)Emissionen finden Sie hier:
http://www.russfrei-fuers-klima.de/fileadmin/user_upload/PDFs/Hintergrundpapier
_Kreuzfahrtschiffe_und_Russ_04032010.pdf
Dietmar Oeliger | Quelle: presseportal
Weitere Informationen: www.NABU.de
www.russfrei-fuers-klima.de/
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