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Riesen-Kalmare, die im östlichen tropischen Pazifik sehr häufig vorkommen, sind ebenfalls von der CO2-Erhöhung und von der Klimaveränderung bedroht.
Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins PNAS. Klimamodelle kommen zum Schluss, dass die Ozeane zunehmend saurer werden. Dass Korallen und Schnecken sowie Muscheln darunter leiden, haben vorhergehende Untersuchungen bereits gezeigt.
Der Riesen-Kalmar Dosidicus gigas, der bis zu drei Meter lang wird, ist in der Lage seine Körperfunktionen an die Lebensräume - einerseits der Tiefsee, andererseits der flachen Gewässer - anzupassen. "Wenn die Kalmare während der Nacht nach Nahrung nahe an der Wasseroberfläche suchen, verfügen sie über einen sehr schnellen Metabolismus", so Studien-Autor Rui Rosa vom Department für Ozeanographie an der Universität Lissabon.
"Wenn sie dann abtauchen, kann sich der Metabolismus um bis zu 80 Prozent verlangsamen." Die Versauerung führt zu einer Abnahme von Sauerstoff an der Wasseroberfläche. Das wiederum stört den Metabolismus der Kalmare, wenn sie in geringeren Meerestiefen auf Jagd gehen. Denn die Verhältnisse werden jenen in der Tiefsee ähnlicher. Untersuchungen an lebenden Tieren in Wasserbecken, in denen die Effekte der Versauerung auf dem geschätzten Wert von 2100 nachgebildet wurden, haben das deutlich gemacht. "Die Ozean-Versauerung wie sie mit Klimamodellen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts berechnet wurde, unterdrücken die Energieproduktion der Kraken um bis zu 30 Prozent. Die Tiere werden bei höheren Temperaturen lethargisch", so Rosa.
"Das Thema Ozean-Versauerung ist derzeit ein sehr heißes Thema", so der Wiener Meersbiologe Jörg Ott von der Universität Wien gegenüber pressetext. "Nicht nur die Erwärmung setzt den Lebewesen im Meer zu, sondern auch der veränderte pH-Wert, weil die Physiologie und damit verbunden das Säure-Basen-Verhältnis gestört wird. Besonders betroffen davon sind alle Lebewesen, die Kalk bilden", so der Experte. "Das beginnt bei den Flagellaten, die eine immens große Bedeutung für den gesamten Lebenszyklus im Meer haben, und reicht über Muscheln, Schnecken, Krebsen bis hin zu den Korallenriffen."
Die Kombination der drei Faktoren machen die Kalmare sehr verletzbar. Die höheren Temperaturen, die zunehmende Versauerung und die Sauerstoff-Abnahme im Meer. "In Zukunft wird das bewohnbare Fenster zwischen der ohnehin sauerstoffarmen Tiefsee und den sauren und warmen Oberflächenwasser immer enger", meint Rosa. Das Resultat werde der erhöhte Druck auf die Tiere sein, die dann leichter Fressfeinden zum Opfer fallen. Die Riesenkraken sind die bevorzugte Nahrung von Pottwalen, aber auch von Haien und anderen Großfischen.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.fc.ul.pt
www.univie.ac.at/marine-biology
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