Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Labor- und Felduntersuchungen zur natürlichen Klärschlammverwertung

31.03.2011
Mit einem Kooperationsvertrag vereinbaren das Bildungs- und Demonstrationszentrum für die dezentrale Abwasserbehandlung (BDZ) Leipzig und die Universität Leipzig am kommenden Freitag (1.April 2011) die Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer natürlicher Wege in der Klärschlammverwertung.

Anzeige

Seitens der Universität Leipzig koordiniert Prof. Dr. Monika Krüger, Leiterin des Instituts für Bakteriologie und Mykologie der Veterinärmedizinischen Fakultät, das gemeinsame Projekt, in dem eine alte, auf präkolumbianische Siedler in Amazonien zurück gehende Methode ("Terra Preta"-Technologie) zur Eignung für die Verwertung von Klärschlämmen aus dezentralen Kläranlagen untersucht werden soll. Im zweistufigen "Terra-Preta-Verfahren" verlieren pathogene Mikroorganismen wie zum Beispiel Salmonellen nach ersten Forschungsergebnissen innerhalb der 1. Stufe (Fermentation über 4 Wochen) ihre Vermehrungs- und Lebensfähigkeit. Die Methode ist daher gut geeignet, um fäkale Abfälle zu hygienisieren.


Gemeinsame Ziele

Gemeinsam wollen BDZ und Universität Leipzig herausfinden, wie solche Wertstoffkreisläufe künftig nachhaltig geschlossen werden können: "Vor allem Arzneimittelbelastungen sind ein großes umweltpolitisches Problem bei der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung", erklärt Prof. Monika Krüger. Diese ökotoxischen Schadstoffe, wie z. B. Antiinfektiva, Entzündungshemmer, Hormone etc. könnten nach ersten Untersuchungsergebnissen gut mit der "Terra-Preta-Technologie" abgebaut werden. Daher will sich das Projekt mit einer natürlichen, kostengünstigen und die Bodengesundheit steigernden Strategie der Dekontamination von Klärschlämmen aus Kleinkläranlagen beschäftigen. "Wir wollen auch prüfen, ob sich das Verfahren zur Sanierung belasteter Böden eignet", erklärt die Mikrobiologin. Mit der Zusammenarbeit von Universität Leipzig und BDZ kann sichergestellt werden, dass ein zeitnaher Abgleich zwischen Forschungsergebnissen und Umsetzungsmöglichkeiten in der Wirtschaft kurzfristig erfolgen kann. Da im BDZ auch Mitglieder aus Verwaltungsstrukturen mitwirken, kann auch hierdurch der Umsetzungsprozess beschleunigt werden.

Geplante Untersuchungen

Im Rahmen des Kooperationsprojektes sollen in den nächsten 2 Jahren zunächst verschiedene Klärschlämme dezentraler Kläranlagen und unterschiedlicher Nutzer mikrobiologisch und ökotoxikologisch charakterisiert werden. In verschiedenen Versuchsanordnungen werden dann diese Klärschlämme fermentiert - also mit der Terra-Preta-Technologie - "angesetzt". Dabei werden sowohl Laboruntersuchungen als auch Feldversuche durchgeführt. Abschließend werden die "geklärten Böden" auf ihre Bodenleistung getestet, indem diese zunächst vererdet und schließlich Nutzpflanzen (Bohnen) angebaut werden. Das Ernteergebnis im Herbst soll dann als Bodenleistungskriterium herangezogen werden.

Ökologischer Hintergrund

In Europa werden pro Jahr mehr als 1,8 Milliarden Tonnen Abfall produziert, aber weniger als ein Drittel der Abfälle recycelt. Am 17.06.2008 hat das Europäische Parlament die Abfallrahmenrichtlinie verabschiedet. In Artikel 4 der Richtlinie wird auf eine fünfstufige Abfallhierarchie, bestehend aus Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung (z.B. energetische Verwertung) und Beseitigung, orientiert. Abfälle werden mehr und mehr als Wertstoffe begriffen.

Die Symbiose von Universität und BDZ schafft eine Grundlage für eine langfristige kooperative Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie. Mit ihrer Unterschrift am 01.04.11 unter die Kooperationsvereinbarung bekräftigen Geschäftsführerin, Dr. Gabriele Stich, und Vorstandsvorsitzender, Dipl.-Ing. Wolf-Michael Hirschfeld, vom Bildungs- und Demonstrationszentrum für die dezentrale Abwasserbehandlung (BDZ) Leipzig und Kanzler, Dr. Frank Nolden, und Projektleiterin, Prof. Dr. Monika Krüger, von der Universität Leipzig den Willen für eine intensive Zusammenarbeit zur gemeinsamen Lösung dieser Fragestellung.

Kontakt Bildungs-und Demonstrationszentrum für die dezentrale Abwasserbehandlung (BDZ):

Herr Hirschfeld
E-Mail: info@biolog-abwasserservice.de

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Monika Krüger
Telefon: +49 341 97-38181
E-Mail: mkrueger@vmf.uni-leipzig.de

Dr. Manuela Rutsatz | Quelle: Universität Leipzig
Weitere Informationen: www.vmf.uni-leipzig.de/ik/wbakteriologie
www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht El Niño Weather and Climate Change Threaten Survival of Baby Leatherback Sea Turtles
25.05.2012 | Drexel University

nachricht Bark Beetle May Impact Air Quality, Climate
25.05.2012 | Southern Illinois University Carbondale

Alle Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Kompass für Pollenschläuche - Forscher überwinden Barrieren für die Kreuzung von Pflanzenarten


Seit Jahrzehnten ist es ein Traum von Biologen und Pflanzenzüchtern auf der ganzen Welt: Der Genpool an Nutzpflanzen ließe sich wesentlich erweitern und verbessern, wenn die bestehenden Barrieren für die Kreuzung von Pflanzenarten überwunden werden könnten. Davon würde vor allem die Agrarwirtschaft profitieren.

Allerdings konnten die molekularen Grundlagen vieler Kreuzungsbarrieren und die Vorgänge bei der doppelten Befruchtung von Blütenpflanzen lange Zeit nicht untersucht werden. Viele Kreuzungsversuche schlugen fehl, weil es nicht gelang, das Wachstum des männlichen Pollenschlauchs (der die Spermazellen transportiert) zum weiblichen Eiapparat anzuregen.

Ein Forschungsteam der Universität Regensburg unter der Leitung von ...

Im Focus: Erster Einsatz für neuartiges Meeresbodenobservatorium


GEOMAR installiert MoLab an Kaltwasserkorallen-Riff vor Nordnorwegen

Morgen startet das Kieler Forschungsschiff POSEIDON vom norwegischen Bergen aus zu einer Expedition ins Europäische Nordmeer. An Bord befindet sich das neu entwickelte Ozeanboden-Observatorium MoLab. Die Wissenschaftler werden es erstmals für vier Monate an einem Kaltwasserkorallen-Riff vor Nordnorwegen installieren.

Bisher hatten Meeresforscher die Qual der Wahl, wenn sie komplexe Prozesse ...

Im Focus: Möglicher neuer Ansatz gegen Krebs im Frühstadium entdeckt


Zellen nutzen zur Kommunikation untereinander eine ganze Reihe an Proteinen. Darunter auch ein Zelloberflächenprotein, das in bestimmten Fällen die Entstehung von Krebs fördert, wie Berner Zellbiologen herausgefunden haben.

Schaltet man es aus, wird dadurch auch Krebs gehemmt oder gar verhindert. Da dieses Protein bereits in den ersten sich teilenden Krebszellen vorhanden ist, versprechen diese Ergebnisse völlig neue Ansätze zur Krebsbekämpfung in einem sehr frühen Stadium.

Prof. Eduardo Moreno und sein Team vom Institut für Zellbiologie der Universität Bern ...

Im Focus: Wie Magmafluss, Kristallwachstum und seismische Aktivität zusammenhängen


Autopsie einer Eruption
Forscher der RUB und aus Bristol berichten in Science

Wie die Vorgänge tief im Inneren von Vulkanen mit den an der Oberfläche gemessenen seismischen Daten zusammenhängen, berichten Forscher des Bereichs Petrologie der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit Kollegen aus Bristol in der Zeitschrift Science. Sie analysierten das Wachstum von Kristallen in der Magmakammer und nutzten Aufzeichnungen der seismischen Aktivität. Die ...

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Forschungscampus caMPlusQ der Saarbrücker Materialwissenschaft und Werkstofftechnik eröffnet

25.05.2012 | Materialwissenschaften

Energieoptimiert Bauen

25.05.2012 | Architektur Bauwesen

NTU and I²R scientists invent revolutionary chipset for high-speed wireless data transfer

25.05.2012 | Informationstechnologie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Von Urheberrechtsfragen bis hin zur Cyberkriminalität und Wirtschaftsspionage

25.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Das zweite Leipziger Fachgespräch Feste Biomasse 2012 findet am 13. Juni statt

25.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Familie und Wissenschaft

25.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp