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Seitens der Universität Leipzig koordiniert Prof. Dr. Monika Krüger, Leiterin des Instituts für Bakteriologie und Mykologie der Veterinärmedizinischen Fakultät, das gemeinsame Projekt, in dem eine alte, auf präkolumbianische Siedler in Amazonien zurück gehende Methode ("Terra Preta"-Technologie) zur Eignung für die Verwertung von Klärschlämmen aus dezentralen Kläranlagen untersucht werden soll. Im zweistufigen "Terra-Preta-Verfahren" verlieren pathogene Mikroorganismen wie zum Beispiel Salmonellen nach ersten Forschungsergebnissen innerhalb der 1. Stufe (Fermentation über 4 Wochen) ihre Vermehrungs- und Lebensfähigkeit. Die Methode ist daher gut geeignet, um fäkale Abfälle zu hygienisieren.
Gemeinsame Ziele
Gemeinsam wollen BDZ und Universität Leipzig herausfinden, wie solche Wertstoffkreisläufe künftig nachhaltig geschlossen werden können: "Vor allem Arzneimittelbelastungen sind ein großes umweltpolitisches Problem bei der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung", erklärt Prof. Monika Krüger. Diese ökotoxischen Schadstoffe, wie z. B. Antiinfektiva, Entzündungshemmer, Hormone etc. könnten nach ersten Untersuchungsergebnissen gut mit der "Terra-Preta-Technologie" abgebaut werden. Daher will sich das Projekt mit einer natürlichen, kostengünstigen und die Bodengesundheit steigernden Strategie der Dekontamination von Klärschlämmen aus Kleinkläranlagen beschäftigen. "Wir wollen auch prüfen, ob sich das Verfahren zur Sanierung belasteter Böden eignet", erklärt die Mikrobiologin. Mit der Zusammenarbeit von Universität Leipzig und BDZ kann sichergestellt werden, dass ein zeitnaher Abgleich zwischen Forschungsergebnissen und Umsetzungsmöglichkeiten in der Wirtschaft kurzfristig erfolgen kann. Da im BDZ auch Mitglieder aus Verwaltungsstrukturen mitwirken, kann auch hierdurch der Umsetzungsprozess beschleunigt werden.
Geplante Untersuchungen
Im Rahmen des Kooperationsprojektes sollen in den nächsten 2 Jahren zunächst verschiedene Klärschlämme dezentraler Kläranlagen und unterschiedlicher Nutzer mikrobiologisch und ökotoxikologisch charakterisiert werden. In verschiedenen Versuchsanordnungen werden dann diese Klärschlämme fermentiert - also mit der Terra-Preta-Technologie - "angesetzt". Dabei werden sowohl Laboruntersuchungen als auch Feldversuche durchgeführt. Abschließend werden die "geklärten Böden" auf ihre Bodenleistung getestet, indem diese zunächst vererdet und schließlich Nutzpflanzen (Bohnen) angebaut werden. Das Ernteergebnis im Herbst soll dann als Bodenleistungskriterium herangezogen werden.
Ökologischer Hintergrund
In Europa werden pro Jahr mehr als 1,8 Milliarden Tonnen Abfall produziert, aber weniger als ein Drittel der Abfälle recycelt. Am 17.06.2008 hat das Europäische Parlament die Abfallrahmenrichtlinie verabschiedet. In Artikel 4 der Richtlinie wird auf eine fünfstufige Abfallhierarchie, bestehend aus Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung (z.B. energetische Verwertung) und Beseitigung, orientiert. Abfälle werden mehr und mehr als Wertstoffe begriffen.
Die Symbiose von Universität und BDZ schafft eine Grundlage für eine langfristige kooperative Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie. Mit ihrer Unterschrift am 01.04.11 unter die Kooperationsvereinbarung bekräftigen Geschäftsführerin, Dr. Gabriele Stich, und Vorstandsvorsitzender, Dipl.-Ing. Wolf-Michael Hirschfeld, vom Bildungs- und Demonstrationszentrum für die dezentrale Abwasserbehandlung (BDZ) Leipzig und Kanzler, Dr. Frank Nolden, und Projektleiterin, Prof. Dr. Monika Krüger, von der Universität Leipzig den Willen für eine intensive Zusammenarbeit zur gemeinsamen Lösung dieser Fragestellung.
Kontakt Bildungs-und Demonstrationszentrum für die dezentrale Abwasserbehandlung (BDZ):
Herr Hirschfeld
E-Mail: info@biolog-abwasserservice.de
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Monika Krüger
Telefon: +49 341 97-38181
E-Mail: mkrueger@vmf.uni-leipzig.de
Dr. Manuela Rutsatz | Quelle: Universität Leipzig
Weitere Informationen: www.vmf.uni-leipzig.de/ik/wbakteriologie
www.uni-leipzig.de
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