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"Außerhalb der Brutzeit nutzen die Tiere den Nistkasten zwar nur als Schlafplatz, doch sie können sich so schon einen Standortvorteil für die Brutzeit im Frühjahr verschaffen."
Junge Spatzen suchen gerade jetzt einen Nistplatz. Extra für Haussperlinge hat die Deutsche Wildtier Stiftung deshalb eine Nisthilfe entwickelt: das Spatzenreihenhaus. Es ist fertig montiert, kostet kein Vermögen (29,90 Euro plus 4,50 Euro Versandkosten), ist für zwei Vogel-Familien geeignet und wurde von Behinderten der Tilbecker Werkstätten in Nottuln bei Münster aus FSC-zertifiziertem Fichtenholz* hergestellt.
Im Spätherbst sind die Junggesellen unter den Spatzen auf Wohnungssuche. Sie brauchen ein solides Zuhause, denn in den letzten 25 Jahren ist der Spatzenbestand in vielen Teilen Deutschlands deutlich zurückgegangen. Längst steht der Haussperling auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Moderne Bauten mit glatten Wänden aus Beton und Glas bieten keine Nistmöglichkeiten mehr. "Ritzen und Löcher in Gebäuden werden abgedichtet und verschmiert, alte Bäume gefällt, Hecken und Sträucher verschwinden - nicht nur der Spatz, viele heimische Vogelarten finden immer weniger natürliche Nistmöglichkeiten", sagt Dr. Martin. Beim Aufhängen der Nistkästen gibt es einiges zu beachten: Der Standort sollte vor Wind und Regen geschützt und für Nesträuber wie Katzen unerreichbar sein. Einen Baum kann man mit einer speziellen Katzensicherung (im Handel erhältlich) oder einer einfachen Plastik-Manschette vor dem Erklettern schützen. Für eine solche Manschette benötigt man große und tiefe (30 cm) Plastik-Blumentöpfe: Einfach den Boden herausschneiden und die Seitenwände durchtrennen. Dann kann man die Manschetten problemlos am Baum befestigen. Das Einflugloch der Nistkästen sollte nach Osten oder Südosten zeigen. Auch Südwesten ist möglich, doch die Nord- und Westseiten sind weniger geeignet. Denn dort ist es in der Regel feuchter und kälter. Das kann im Frühjahr unter Umständen die Brut gefährden. Zum Aufhängen eignen sich am besten Häuser- und Schuppenwände oder ein geschützter Platz unter dem Dach.
Nisthilfen sollten generell ausreichend befestigt sein und nicht wackeln. Die Mindesthöhe ist etwa 2,50 Meter. In der näheren Umgebung von etwa fünf Metern sollte es Büsche oder Bäume geben, damit sich die Vögel dort aufhalten können. Spatzen und andere Vögel stören sich gegenseitig eher selten, doch sicherheitshalber sollten zwischen den Nistkästen einige Meter Abstand liegen. Mehrere Spatzen-Reihenhäuser kann man allerdings in nahem Abstand zueinander aufhängen, denn der Haussperling brütet gern in Kolonien.
* FSC steht für Forest Stewardship Council und ist ein international anerkanntes Gütesiegel, das garantiert, dass das Holz aus einer sozial- und umweltverträglichen Holzwirtschaft stammt. Pressekontakt Deutsche Wildtier Stiftung: Eva Goris, Pressesprecherin, Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg, Telefon: 040 73339-1874, Fax: 040 7330278, E.Goris@DeWiSt.de
Eva Goris | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: wwww.DeutscheWildtierStiftung.de
Weitere Berichte zu: Brutzeit > Haussperling > Nesträuber > Nisthilfen > Nistkästen > Nistplatz > Spatz > Spätherbst > Wildtier > Wohnungssuche
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