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CO2-Speicher Meer: neue wichtige Daten für Modelle zum Klimawandel

15.02.2013
Der Ozean ist der größte CO2-Speicher und kontrolliert die CO2-Konzentration in der Atmosphäre.

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Erste hydrographische Messstation des OVIDE-Projekts, Grönland, 2002
Quelle: Ifremer / P. Lherminier



Schematischer Verlauf und durchschnittliche Steigerungsrate von anthropogenem CO2 im Nordatlantik (in molC/m2/Jahre).

Die schwarzen Pfeile zeigen die Oberflächenströmungen (GS: Gulf Stream NAC: North Atlantic Current),

die grauen Pfeile die mittleren Strömungen (LSW: Labrador Sea Water) und die weißen Pfeile die Tiefenströmungen.

Die blauen Punkte zeigen die hydrographischen Abschnitte der verschiedenen Programme.
Quelle: Ifremer

Das Verständnis der Mechanismen der CO2-Speicherung in Ozeanen ist entscheidend für eine genauere Prognose von Klimaänderungen. Die Ergebnisse der Arbeit eines französisch-spanischen Forscherteams (CNRS, Ifremer und CSIC [1]) zu diesem Thema wurden in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht [2].

Sie konnten eine Verbindung herstellen zwischen der Verlangsamung des ozeanischen “Förderbandes” (das warmes Oberflächenwasser in hohe Breitengrade und kaltes Tiefenwasser nach Süden transportiert) und der verringerten Absorption von anthropogenem (vom Menschen verursachte) Kohlenstoff im Nordatlantik. Die Daten wurden im Rahmen verschiedener internationaler Programme gesammelt: OVIDE, OVIDE CARBOCHANGE.

Heute wird etwa ein Viertel der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen von Ozeanen absorbiert. Zwischen 1990 und 2006 sank die Absorption von atmosphärischem CO2 im Bereich des subpolaren Nordatlantiks. Die Verlangsamung des ozeanischen “Förderbandes” zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist Teil einer Variabilität, deren Zyklen zwischen einem und mehreren Jahrzehnten andauern. Dieses Element kann als das “fehlende Bindeglied” beim Verständnis der Verlangsamung der CO2-Absorption betrachtet werden.

Für ihre Studie unterteilten die Forscher den Nordatlantik in zwei Regionen: in die subtropische und die subpolare Region. Sie wollten herausfinden, an welchen Stellen das CO2, und insbesondere das anthropogene CO2, absorbiert wird. Die wichtigsten Ergebnisse für den Zeitraum 1997-2006 sind:

- Die Absorption von anthropogenem CO2 erfolgte fast ausschließlich im subtropischen Gyre (Wirbel), wird jedoch durch die meridionale Zirkulation zum subpolaren Wirbel transportiert.

- Die Verlangsamung der meridionalen Zirkulation ist die wichtigste Ursache für den langsameren Transport des anthropogenen CO2 vom subtropischen zum subpolaren Wirbel, wodurch weniger anthropogenes CO2 in Tiefenwasser gespeichert wird.

- Durch die meridionale Zirkulation gelangt Wasser mit einer niedrigen CO2-Konzentration aus dem Süd- in den Nordatlantik. Aufgrund ihrer verlangsamten Strömung steigt der CO2-Gehalt an der Oberfläche des Nordatlantiks und begrenzt so den CO2-Transfer aus der Atmosphäre in die Tiefen des Ozeans.


[1] Labor für Meeresphysik (gemischte Forschergruppe Ifremer – Forschungsinstitut zur Nutzung der Meere / CNRS – Zentrum für wissenschaftliche Forschung / IRD – Forschungsinstitut für Entwicklung / UBO – Universität der Westbretagne)

CSIC: Hoher wissenschaftlicher Forschungsrat (Consejo Superior de Investigaciones Científicas), Spanische staatliche Agentur

[2] “Atlantic Ocean CO2 uptake reduced by weakening of the meridional overturning circulation” von Fiz F. Pérez, Herlé Mercier, Marcos Vázquez Rodríguez, Pascale Lherminier, Anton Vélo, Paula C. Pardo, Gabriel Rosón und Aida F. Ríos, Nature Geoscience, online 13. Januar 2013

Kontakte:

Marion Le Foll, Presseabteilung des Ifremer – Tel: +331 46 48 22 42
– Email: presse@ifremer.fr

Priscilla Dacher, Presseabteilung des CNRS – Tel: +331 44 96 46 06
– Email: priscilla.dacher@cnrs-dir.fr

Quelle:

Pressemitteilung des CNRS – 04.02.2013 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/2979.htm


Redakteur:
Clément Guyot, clement.guyot@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 238 vom 15. Februar 2013)
Französische Botschaften in Deutschland und Österreich

Clément Guyot | Quelle: Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
www.wissenschaft-frankreich.de

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