Anzeige

Fernerkundungsexperten der Universität Jena erfassen Vegetationsveränderungen in Sibirien
Wenn Wald in großem Ausmaß vernichtet wird, dann hat das bekanntlich Auswirkungen auf das Klima. Doch solche Eingriffe in die Natur können bisher nur bis zu einem gewissen Grad von anderen Staaten oder Organisationen überprüft werden. Eine exakte Beobachtung solcher Vegetationsveränderungen soll das von der Europäischen Union (EU) geförderte Klimaforschungsprogramm SIBERIA ermöglichen.
Seine zweite Phase wurde 2002 unter Federführung der Universität Jena gestartet und erforscht bis 2005 die Veränderungen in den riesigen Wald- und Sumpf-Gebieten Sibiriens - einer Region, die besonders sensibel auf Klimaveränderungen reagiert. Am 28./29. März treffen sich die 14 an SIBERIA-II beteiligten Forschungsinstitute bei London, um neue Ergebnisse vorzustellen. Darunter befinden sich auch erste Satellitenaufnahmen der Fernerkundungsspezialisten aus Jena, auf denen die Waldverluste in Sibirien in den vergangenen zehn Jahren eindrucksvoll und einfach zu erkennen sind.
"Auf unseren Bildern sind deutlich Abholzungen und Waldbrandnarben zu sehen", sagt Dr. Sören Hese vom Institut für Geographie der Universität Jena. Der Mitarbeiter von Prof. Dr. Christiane Schmullius, die das Gesamtprojekt von Jena aus koordiniert, hat für diese Bilder "multitemporale Satellitendaten von Radarsensoren und Multispektralsensoren" genutzt. So zeigt er u. a. eine Abbildung, die aus Daten des Landsat TM 5-Sensors vom August 1990 und des Landsat ETM-Sensors vom August 2000 erstellt worden ist. Wenn beide Aufnahmen "übereinandergelegt" werden, sind Veränderungen der Waldflächen, die in Rottönen dargestellt werden, deutlich zu erkennen. Diese Ergebnisse liefern wichtige Informationen über die Taiga als Kohlenstoffspeicher für das Kyoto-Protokoll. Die Auswertung der Jenaer Bilder hinsichtlich der Treibhausgasbilanzierung ist nun Aufgabe der beteiligten Klimaforscher aus Potsdam, Österreich und Großbritannien. Die Forschungsarbeiten am Bereich Fernerkundung in der Geoinformatik der Jenaer Universität "konzentrieren sich in diesem Fall auf die Entwicklung von Methoden zur genauen Ableitung und Klassifizierung derartiger Veränderungen am Beispiel von Gebieten mit sehr unterschiedlichen Veränderungsdynamiken in den letzten zehn Jahren", erläutert Prof. Schmullius.
Die Analyse und Kartierung von Veränderungen der Waldbedeckung über einen bestimmten Zeitraum ist ein Schwerpunkt des EU-Forschungsprojekts. Besondere Bedeutung bekommen diese Informationen u. a. für das Verständnis von Prozessen der Kohlenstoffbindung bzw. -freisetzung durch die Vegetation. Dies hat auch wirtschaftliche Bedeutung: Im so genannten "Kyoto-Protokoll" wurde festgelegt, dass Wiederaufforstungen, die in einem bestimmten Zeitraum vorgenommen werden, auf die nationale Treibhausgasbilanz angerechnet werden können. Aufgrund der Bedeutung solcher Aufforstungsmaßnahmen für den Kohlenstoffkreislauf ist eine exakte Flächenkartierung auch für die Modellierung von Austauschprozessen zwischen Atmosphäre und Vegetation von Interesse.
"Die Fernerkundung liefert die Werkzeuge, um solche Veränderungen der Waldbedeckung zu erfassen", benennt der Geoinformatiker Dr. Hese den wichtigen Anteil der Jenaer Arbeiten im SIBERIA-II-Projekt.
Kontakt:
Dr. Sören Hese
Institut für Geographie der Universität Jena
Löbdergraben 32, 07743 Jena
Tel.: 03641 - 948873
Fax: 03641 - 948882
E-Mail: soeren.hese@uni-jena.de
Axel Burchardt | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-jena.de
Weitere Berichte zu: Klimaforschungsprogramm > SIBERIA > Vegetation > Vegetationsveränderungen
Ant Study Could Help Future Robot Teams Work Underground
21.05.2013 | Georgia Institute of Technology, Research Communications
Im Wettlauf mit der Zeit
16.05.2013 | Friedrich-Schiller-Universität Jena
Leichtbau gilt als Schlüsseltechnologie. Wo immer es um geringes Gewicht geht und Massen bewegt werden müssen, sind sie gefragt: Faserverbundwerkstoffe. Doch nicht immer geht es ohne Metall.
Eine Methode, die besten Eigenschaften verschiedener Werkstoffe miteinander zu verbinden, ist die Hybrid-Bauweise. Sinnvolle Kombinationen unterschiedlicher Materialien sind zum Beispiel CFK und Aluminium.
Derzeit erfolgt das Verbinden dieser Komponenten über ein adhäsives oder mechanisches Fügen. Insbesondere im Hinblick auf gewichtsoptimierte, integrale Strukturen mit verbesserten mechanischen Eigenschaften sind jedoch neue Konstruktions- ...
Einen tiefen Einblick in das Wesen quantenmechanischer Phasenübergänge gewannen Innsbrucker Quantenphysiker um Rainer Blatt und Peter Zoller im Labor.
Sie haben als erste Forscher den Kampf gegensätzlicher Dynamiken an einem neuartigen Übergang zweier quantenmechanischer Ordnungen simuliert und berichten darüber in der Fachzeitschrift Nature Physics.
„Bringen wir Wasser zum Kochen, steigen Wassermoleküle als Dampf auf. Eine solche Änderung der physikalischen Ordnung von Materie nennen wir Phasenübergang“, erklärt Sebastian Diehl vom ...
Supraleitungssensoren der PTB ermöglichen hochempfindliche Messungen der magnetischen Kernresonanz dünner Helium-3-Schichten - aktuelle Veröffentlichung in Science
Tieftemperatur-Spezialisten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben mit ihren SQUIDs dazu beigetragen, dass die magnetischen Momente von Atomen des seltenen Isotopes 3He (Helium-3) extrem empfindlich gemessen werden konnten. Mithilfe dieser Sensoren wurden hochempfindliche Kernresonanzspektrometer entwickelt, die jetzt tiefe Einblicke in den Zustand der Materie bei extrem tiefen Temperaturen lieferten.
Konkret sperrte ...
Gut 99 Prozent des gesamten Eises an Land ist in den riesigen Eisschilden der Antarktis und Grönlands gespeichert, nur knapp ein Prozent dagegen in Gletschern.
Die Schmelzwasser dieser Gletscher trugen im Zeitraum 2003 bis 2009 etwa genauso viel zum Anstieg des Meeresspiegels bei, wie die beiden Eisschilde: rund einen Drittel. Dies ist eines der Resultate einer internationalen Studie mit Beteiligung von UZH-Geographen.
Wieviel alle Gletscher zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen, wurde noch nie so genau ...
Siemens hat das weltweit erste kabellose Ultraschallgerät vorgestellt. Der Schallkopf ist mit einer Hand gut bedienbar und überträgt das Ultraschallbild per Radiofrequenz auf den Bildschirm.
Das Fehlen der Kabel ist vor allem bei Operationen oder interventionellen Eingriffen von Vorteil, wo beispielsweise Nadeln mit Hilfe von Ultraschall visualisiert werden. Die Kabel am Schallkopf behindern die Person, die das Gerät bedient, und sie können trotz steriler Schutzhüllen ein Infektionsrisiko darstellen.
Das kabellose Acuson Freestyle arbeitet bis zu ...
Anzeige
Anzeige

Genetische Ursachen von Hodenkrebs entdeckt
21.05.2013 | Biowissenschaften Chemie
Graphene Study Confirms 40-Year-Old Physics Prediction
21.05.2013 | Studien Analysen
In Early Earth, Iron Helped RNA Catalyze Electron Transfer
21.05.2013 | Biowissenschaften Chemie
DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juli 2013
21.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten
TU9 auf der 65. NAFSA Konferenz in St. Louis (USA)
21.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten
21.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten