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Reines Wasser ohne Strom

08.07.2002

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Mancher Urlauber auf der deutschen Ferieninsel hat bereits seine bittere Erfahrung gemacht: Das Trinkwasser schmeckt in manchen Gegenden Mallorcas unerträglich salzig. Natürlich bemühen sich Betreiber von Aufbereitungsanlagen, den Salz- oder Kalkgehalt ihres kostbaren Nass’ durch Mischen auf ein erträgliches Maß zu senken. Doch wenn nicht genügend Süßwasser vorhanden ist, heißen die Auswege nur zu oft: Wasser aus der Flasche und vom Wasserschiff. Ein dritter Weg, der ohne den Transport solcher Gebinde auskommt, ist eine Entsalzungsanlage. Ein besonders kompaktes Gerät, das auch in entlegenen Gebieten ohne Strom arbeiten kann, stellt die Fraunhofer-Patentstelle für die Deutsche Forschung PST vor.


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Trinkwasser

Die meisten modernen Entsalzungsanlagen arbeiten nach dem Prinzip der Umkehrosmose, wie Edelgard Hund erläutert: »Das salzhaltige Wasser tritt unter Druck in das Modul ein und strömt über Kunststoffmembranen. Das Polymermaterial ist nur für Wasser, aber nicht für Salze durchlässig. Auf seiner Rückseite fließt salzfreies oder vollentionisiertes VE-Wasser ab.« Wie beim Destillieren auch, muss für diesen Prozess Energie aufgewendet werden. Bei den Geräten, die das Unternehmen UT&S GmbH vermarktet, erzeugt eine Wasserstrahlpumpe den für die Anlage nötigen Betriebsdruck, um salzhaltiges Wasser gegen seinen »Willen« durch die Membran zu treiben.

»Dies setzt voraus, dass genügend Brauchwasser mit einem Mindestdruck verfügbar ist«, räumt die Betreuerin der Erfindung ein. »Leider ist dies gerade in Ländern mit schwach entwickelter Infrastruktur nicht überall der Fall.« Daher ist diese Technik zur Entsalzung von Trinkwasser derzeit noch eine Option. Letztlich jedoch stellt sich auch für Hotelbetreiber die Kostenfrage: Wieviel muss er für einen Kubikmeter VE-Wasser aus einer solchen Anlage bezahlen? Oder sollte er doch lieber den traditionellen, doch ökologisch bedenklicheren Wasserlaster bestellen? Zwei weitere Anwendungen: Mit Gastronomiespülmaschinen, die ohne Wasser enthärtende Chemikalien auskommen, laufen derzeit Tests. Wird mit VE-Wasser endgespült, müssen Kalkflecken auf Gläsern nicht umständlich von Hand wegpoliert werden. Lukrativ eingesetzt werden die Anlagen bereits in einer anderen Branche: In Galvanikbetrieben müssen metallsalzhaltige Bäder in regelmäßigen Zeitabständen oder kontinuierlich erneuert werden. Dazu wird ebenfalls VE-Wasser verwendet, da Fremdsalze die Eigenschaften der Metallüberzüge negativ beeinflussen. So oder so: Wasser ist eben nicht gleich Wasser.

Dipl.-Chem. Edelgard Hund | Quelle: Mediendienst

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