Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zugvögel in Gefahr - jede Art zählt

06.05.2010
Am 8. und 9. Mai ist Welt-Zugvogeltag

EuroNatur fordert dringend einen verbesserten Schutz der Zugrouten. "Wir beobachten einen ungebremsten Rückgang der Zugvogelbestände", berichtet Projektleiter Dr. Martin Schneider Jacoby von der Naturschutzstiftung EuroNatur anlässlich des Welt-Zugvogeltags (World Migratory Bird Day).

Passend zum Internationalen Jahr der Biodiversität steht dieser 2010 unter dem Motto "Rettet bedrohte Zugvögel - jede Art zählt". Dazu gehört auch der in Europa vorkommende Dünnschnabel-Brachvogel. Im Jahr 2010 unterstützt die Bonner Konvention eine intensive Suchaktion nach dem Tier. Denn seit 2005 hat den seltenen Watvogel niemand mehr gesehen.

Gemeinsam mit Partnern auf dem Balkan hat sich EuroNatur an der Suche beteiligt. Schwerpunktgebiete waren die Hauptrastplätze für
Wat- und Wasservögel entlang der östlichen Adriaküste. Das Ergebnis ist ernüchternd: Obwohl der Dünnschnabel-Brachvogel Anfang des 20.

Jahrhunderts in Südeuropa noch ein häufiger Zugvogel war, konnten die Beobachter keinen einzigen Vertreter dieser Art mehr finden.

Stattdessen bot sich ein trauriges Bild. "Vor allem Albanien gleicht einer Front gegen die Zugvögel. Sämtliche Rastgebiete waren von Vogeljägern besetzt. Im Buna-Delta haben wir innerhalb von fünf Tagen nur eine Bekassine gesehen, ansonsten keine Watvögel. Dabei konnten über dem Meer im Bereich der Flussmündung der Bojana-Buna 40.000 Wasservögel beim Durchzug beobachtet werden", berichtet Schneider-Jacoby. Die Jäger hindern die Tiere selbst in Schutzgebieten und in der Schonzeit daran, zu rasten. Dabei müssten sie in den wenigen intakten Rastgebieten an der Adria dringend Energie für den Weiterflug tanken.

Das Schicksal des Dünnschnabel-Brachvogels ist somit nur die Spitze des Eisbergs. Viele andere Arten werden folgen, die bei uns in Deutschland bereits auf der Roten Liste stehen. Besonders gefährdet sind Zugvögel, die auf der Adria-Zugroute über die östliche Adria und die Balkanhalbinsel ziehen.

Zählungen von Wetlands International belegen die verheerende Situation mit eindrucksvollen Zahlen: Bei zwei Dritteln der Watvogel-Arten, die die Adria-Zugroute nutzen, sind die Populationen zurückgegangen. Hauptgründe dafür sind der zunehmende Lebensraumverlust und die Vogeljagd. EuroNatur fordert, dass die Jagdsaison in sämtlichen Balkanländern spätestens mit dem 15. Januar eingestellt wird. Ein konsequentes Jagdverbot für die wenigen verbliebenen Rastplätze an der Adria wäre ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in Europa.

Hintergrundinformationen:
- Mehr über den Welt-Zugvogeltag unter
http://www.worldmigratorybirdday.org/
- Mehr über die EuroNatur-Kampagne "Tatort Adria - Vogeljagd
auf dem Balkan" www.euronatur.org/vogeljagd

Katharina Grund | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.euronatur.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Nachhaltige Wasseraufbereitung löst Algenprobleme
26.10.2017 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie