Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler der Universität Göttingen untersuchen Rolle der Artenvielfalt

03.03.2010
Auswirkungen des Artenrückgangs auf Ökosysteme bisher noch wenig erforscht

Welche Rolle spielen die Häufigkeit und die Zusammensetzung der Arten bei der Funktion von Ökosystemen? Diese Frage untersuchen derzeit Wissenschaftler aus der Agrar-, Forst- und Biologischen Fakultät der Universität Göttingen im Exzellenzcluster "Functional Biodiversity Research".

Bei einem Treffen in Göttingen stellten sie nun erste Ergebnisse vor. So haben die Forscher herausgefunden, dass die Pflanzenvielfalt im Grünland stark abgenommen hat. Auch die Zusammensetzung der Pflanzengesellschaft hat sich im Laufe der Jahre verändert. Das gilt ebenfalls für die Insektenfauna: Auch hier haben die Forscher einen Rückgang der Individuenzahlen bei den meisten untersuchten Insektenarten festgestellt.

Allein in den vergangenen 50 Jahren ist die Artenvielfalt in Mitteleuropa stark geschrumpft. Das ist ein Problem, denn wichtige Ökosystem-Prozesse wie die Produktion von sauberem Trinkwasser, die Bestäubung von Pflanzen durch Insekten oder die natürliche Schädlingsbekämpfung stehen in einem engen Zusammenhang mit der Artenvielfalt. Daher kann das Verschwinden bestimmter Arten direkte Auswirkungen auf die Funktionen des Ökosystems haben.

Die Wissenschaftler der Universität Göttingen erforschen die komplexen Zusammenhänge zwischen dem Nutzen von Ökosystemen und der Artenvielfalt. Dazu untersuchen die Forscher unter anderem, wie sich die intensive Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden auf verschiedene Pflanzenarten und auf Bodenprozesse auswirkt. Mithilfe von Baumpflanzungen unterschiedlicher Herkunftsorte wollen die Wissenschaftler herausfinden, ob sich die Produktionsleistung durch Mischungen ohne Düngung erhöhen lässt. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bedeutung die genetische Vielfalt in diesem Zusammenhang hat. Außerdem wollen die Fachleute die Diversitätsverluste und Landschaftsnutzungsänderungen in den wichtigsten Ökosystemen der norddeutschen Kulturlandschaft untersuchen.

Dazu werden zurzeit Studien aus den 1950er und 1960er Jahren wiederholt - wenn möglich, mit den damaligen Methoden - und die historischen Daten mit den aktuellen Untersuchungen verglichen. Mittelfristig wollen die Forscher weitere Artengruppen und zusätzliche Lebensräume in die Untersuchungen mit einbeziehen.

Das seit 2008 bestehende Exzellenzcluster wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und dem "Niedersächsischen Vorab" für fünf Jahre mit insgesamt 3,7 Millionen Euro gefördert.

Kontaktadresse:
Dr. Lars Köhler (wissenschaftlicher Koordinator)
Georg-August-Universität Göttingen
Biologische Fakultät
Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften
Grisebachstraße 1, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-5739
E-Mail: lkoehle@uni-goettingen.de

Dr. Bernd Ebeling | idw
Weitere Informationen:
http://www.functionalbiodiversity.uni-goettingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften