Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Westafrikanische Fischbestände besser managen

13.06.2014

Afrika-Projekte des Thünen-Instituts für Seefischerei gehen in die praktische Phase / Forschungsschiff Walther Herwig III bricht in die Gewässer vor Westafrika auf

Die Fischgründe vor der westafrikanischen Küste zählen zu den produktivsten Meeresgebieten weltweit und werden nicht nur von den angrenzenden Staaten, sondern in hohem Maße auch von Trawlern anderer Länder befischt.


Unterwegs in westafrikanische Gewässer: Das Fischereiforschungsschiff Walther Herwig III

(Foto: Meike v. Klinkowström, Thünen-Institut)

Unzureichende Fischereikontrolle, aber auch Defizite in der fischereiwissenschaftlichen Infrastruktur und im Fischereimanagement sorgen dafür, dass ein Großteil der dortigen Fischbestände als überfischt und nicht nachhaltig bewirtschaftet gilt.

Diesem Mangel will das Hamburger Thünen-Institut für Seefischerei begegnen; zum einen mit der durch BMBF und BMEL geförderten deutsch-französisch-afrikanischen Forschungskooperation AWA (Umsetzung des Ökosystemansatzes im Fischereimanagement vor West-Afrika), zum anderen mit dem EU-Projekt PREFACE (Vorhersage und Auswirkungen von Klimaänderungen im tropischen Nord-Atlantik).

Im Rahmen dieser Projekte ist das deutsche Fischereiforschungsschiff Walther Herwig III am 12. Juni 2014 zu einer gut fünfwöchigen Reise aufgebrochen, um Arbeiten in den westafrikanischen Gewässern vor Mauretanien, Senegal und vor den Kapverdischen Inseln durchzuführen.

Die Zusammensetzung der wissenschaftlichen Crew spiegelt den neuen interdisziplinären und internationalen Ansatz der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung wider: Neben fünf deutschen Wissenschaftlern sind sechs weitere Kollegen aus Senegal, Marokko, Mauretanien und Spanien an Bord. Am 20. Juli wird die Walther Herwig III wieder in ihrem Heimathafen Bremerhaven zurück erwartet.

Während der Reise berichten die Thünen-Forscher in einem online-Blog über aktuelle Geschehnisse. Das Seetagebuch kann in den kommenden Tagen über http://www.ti.bund.de/seetagebuecher abgerufen werden.

Zentrales Ziel der deutsch-französisch-afrikanischen Forschungszusammenarbeit ist das ‚capacity building‘, speziell die Ausbildung von Doktoranden, wechselseitiger Austausch von Wissenschaftlern sowie die Durchführung von Seminaren und Workshops. Das soll die teilnehmenden afrikanischen Staaten in die Lage versetzen, ihre Meeresressourcen besser managen zu können.

Die westafrikanischen Fischbestände bilden eine wesentliche Komponente für die heimische Fischerei und sind zusätzlich auch durch den Export und den lizensierten Fang durch Drittstaaten ein bedeutender ökonomischer Faktor. Mit Hilfe von schiffsgestützen Untersuchungen und gekoppelten biologisch-ökonomischen Modellen werden am Ende Bewirtschaftungsempfehlungen für eine nachhaltige Nutzung der dortigen Fischbestände entwickelt.

Das EU-Projekt PREFACE baut darauf auf und widmet sich dem Einfluss von Klimafolgen auf die Nutzbarkeit der lebenden Meeresschätze in der Region. Das Thünen-Institut konzentriert sich hier auf Fische der Tiefsee, die immer mehr ins Zentrum der Begehrlichkeit der Fischerei rücken, aber gleichzeitig eine extrem wichtige Rolle in den Meeresökosystemen spielen. Inwieweit Folgen des Klimawandels die Verbreitung dieser sensiblen Fischarten im subtropischen Atlantik beeinflussen, soll nun untersucht werden.

Deutsche Partner des Thünen-Instituts in diesen Projekten sind die Universität Kiel, GEOMAR Kiel, das Zentrum für Marine Tropenforschung Bremen und das Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft der Universität Hamburg.

Weitere Informationen:

http://www.ti.bund.de/seetagebuecher - online-Blogs ("Seetagebücher") von Forschungsreisen der Thünen-Fischereiforschung

Dr. Michael Welling | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Nur die Spitze des Eisbergs / Monitoring-Programme unterschätzen den Einfluss des Menschen
16.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie