Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit modernste Recyclinganlage nimmt Testbetrieb auf

18.02.2011
Effizientere Elektronik- und Elektro-Altgeräteverwertung

Die neue, automatische und effizientere Recyclinganlage für Elektronik- und Elektro-Altgeräte der Adamec Recycling GmbH nimmt in diesen Tagen am Standort in Nürnberg den Testbetrieb auf. Mit der selbstentwickelten Anlage können deutlich mehr Metalle und Kunststoffe als bisher üblich zurück gewonnen werden. Das Investitionsvolumen des mittelständischen Recyclingbetriebs aus Fürth beträgt rund 10 Millionen Euro.

Davon wurden durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nach Prüfung durch das Bundesumweltministerium rund 1,5 Millionen Euro aus dem Umweltinnovations-programm zur Verfügung gestellt.

Nach dem Testbetrieb, der hauptsächlich der Feinjustierung aller Abläufe dient, wird Mitte 2011 die vollständige Inbetriebnahme der nach heutigem Stand weltweit modernsten Recyclinganlage erfolgen. Mit der Investition werden auch 15 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Thomas Adamec, Geschäftsführer der Adamec Recycling GmbH: „Mit unserer Investition in die neue Recyclinganlage für Elektronik- und Elektroaltgeräte leisten wir einen aktiven und richtungsweisenden Beitrag zum Umweltschutz. Selbstverständlich sind bei der Anlage alle Kriterien der fachlich einwandfreien und umweltgerechten Verwertung eingehalten.“

Recyclingquote über 95 %

Die mit eigener jahrelanger Erfahrung entwickelte und in Eigenregie geplante und aufgebaute Anlage wird im ersten Schritt eine rohstoffliche Recyclingquote von mehr als 95 Prozent aufweisen. Die Planung sieht eine jährliche Verarbeitungskapazität von mehr als 35.000 Tonnen Elektroaltgeräte vor. In mehreren Schritten erfolgt dabei die Zerkleinerung der Altgeräte bis auf Größen von weniger als einem Millimeter. Jedem Zerkleinerungsprozess schließt sich unmittelbar ein Trennvorgang an, der die unterschiedlichen Materialien sortenrein abliefert. Am Ende der Verarbeitung fällt nur noch ein Staubgemisch an, das aktuell noch der thermischen Verwertung zugeführt wird. Dieses Staubgemisch hat ein Volumen von ca. fünf Prozent des ursprünglichen Materialvolumens der recycelten Elektroaltgeräte.

Sortenrein und unbelastet

Mit dem von Firmeninhaber Thomas Adamec maßgeblich entwickelten Recycling-Verfahren können zudem mit halogenhaltigen Flammschutzmitteln belastete Kunststoffe erstmals identifiziert und ausgeschleust werden. Das Ergebnis sind unbelastete Kunststoffe, die wieder problemlos stofflich zu verwerten sind. Auf diese Weise kann bei der Neuproduktion der Einsatz von neuen Kunststoffen reduziert werden. Bisher bestand die Gefahr, dass beim Recycling Kunststoffe mit hochtoxischen Dioxin- und Furanverbindungen entstehen.

Ergebnis bislang einmalig

Nach heutigem Stand ist die Recyclinganlage mit ihrer Verarbeitungstiefe und der rohstofflichen Recyclingquote weltweit einmalig. Zur weiteren Optimierung der Prozesse arbeitet Adamec Recycling in Kooperation mit der Fraunhofer Gesellschaft bereits an einer Verwertungsmöglichkeit der nach dem letzten Arbeitsschritt anfallenden Stäube. Sobald diese Stäube auch der Wiederverwertung zugeführt werden können, steigt die Recyclingquote der innovativen Anlage auf annähernd 100 Prozent.

Der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zum Start der Investition: "Das Vorhaben zeigt, dass es sich auch wirtschaftlich lohnt, neue, Ressourcen schonende Verfahren einzuführen, um Stoffkreisläufe besser zu schließen. Außerdem spart der Einsatz von Sekundärrohstoffen Energie und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Nicht zuletzt hilft er, Luft und Wasser weniger zu belasten. Angesichts der steigenden Menge an Elektro- und Elektronikaltgeräten kommt innovativen Recyclinganlagen eine wachsende Bedeutung zu."

Hintergrund:
Am 1. September 2004 hat die Bundesregierung mit Kabinettsbeschluss das parlamentarische Verfahren zur nationalen Umsetzung der EU-Richtlinien über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE) und zur Verwendung bestimmter Stoffe (RoHS) eingeleitet. Am 24. März 2006 startete die operative Entsorgung im Rahmen des Elektro- und Elektronikgeräte-Gesetzes. Es regelt in Deutschland die Entsorgung der jährlich rund zwei Millionen Tonnen in Verkehr gebrachten Geräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke, Fernseher, Computer oder Handys und dem dabei enthaltenen Kunststoffanteil von etwa 400.000 Tonnen. Die Rücknahme und fachgerechte Verwertung obliegt dabei der Industrie in Zusammenarbeit mit dafür qualifizierten Verwertungsbetrieben.
Über die Adamec Recycling GmbH
Die Adamec Recycling GmbH mit Sitz in Fürth ist seit mehr als 50 Jahren auf dem Gebiet der Wiederverwertung unterschiedlichster Materialien tätig. Das Unternehmen ist seit 1996 ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb (Efb) und nach ElektroG als Erstbehandlungsanlage ebenfalls zertifiziert. Zudem setzt das Unternehmen ein Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001:2005 ein. Die Adamec Recycling GmbH beschäftigt aktuell 35 Mitarbeiter und verwertet jährlich ca. 20.000 Tonnen Materialien.

Kontakt:

Adamec Recycling GmbH
Thomas Adamec
Karolinenstraße 156-158
90763 Fürth
Tel: +49 (911) 707065
Mail: Info@adamec.de

Uwe Manzke | IWP Wissenschaftsredaktion
Weitere Informationen:
http://www.adamec.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Nur die Spitze des Eisbergs / Monitoring-Programme unterschätzen den Einfluss des Menschen
16.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie