Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltwasserwoche in Stockholm - Auch Agrarhandel hinterlässt Wasser-Fußabdruck

16.09.2009
Der indirekte Wasserverbrauch durch den weltweiten Handel mit Gütern trägt dazu bei, dass ein so genannter "Wasser-Fußabdruck" entsteht, der für einzelne Verbraucher oder ganze Nationen berechnet werden kann.

Das Verständnis um die globalen Wasserströme beruht auf dem Konzept des "virtuellen Wassers", das Anfang der neunziger Jahre von britischen Wissenschaftlern entwickelt wurde.

Nach Angaben des World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland ist darunter die Wassermenge zu verstehen, die während der gesamten Entstehungskette eines Produktes verbraucht, verschmutzt wird oder verdunstet. Für ein paar Lederschuhe könne beispielsweise bis zu 8 000 Liter virtuelles Wasser anfallen, die ebenso gut für die Versorgung einer Kuh benötigt würden.

Anlässlich der Weltwasserwoche, die im August in Stockholm stattfand, wurden unter etwa zweitausend Wissenschaftlern erneut Wege aus der globalen Wasserkrise diskutiert. Nach Angaben des WWF haben weltweit eine Milliarde Menschen kein sauberes Trinkwasser; mehr als fünf Millionen Kinder sterben weltweit jährlich an den Folgen einer schlechten Wasserversorgung.

Umweltverbände fordern deshalb seit langem eine UN-Konvention für ein nachhaltiges, verantwortungsvolles und grenzüberschreitendes Management von Trinkwasservorkommen. Denn durch den globalen Handel mit Produkten - auch landwirtschaftlichen Gütern - fließen gewaltige Ströme "virtuellen Wassers" um den Globus. Dies ist besonders dann kritisch, wenn aus trockenen Regionen wasserreiche Produkte, wie Früchte, Wein oder Gemüse in wasserreiche Gebiete exportiert werden. Die Wasserknappheit wird auf diese Weise immer weiter verschlimmert, ganz abgesehen von den hohen Transportkosten für das virtuelle Wasser. Der gestörte Wasserhaushalt soll durch die Umkehrung der Handelsströme wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Beispielsweise sollten Länder wie Ägypten besser gleich landwirtschaftliche Produkte aus wasserreicheren Nachbarländern importieren, als das Wasser für die aufwändige und verdunstungsreiche Beregnung seiner Wüstenfelder zu verbrauchen. Deutschland ist ein mit Wasserressourcen vergleichsweise gut ausgestattetes Land. Verbraucher können deshalb guten Gewissens Wein, Obst und Gemüse aus heimischen Anbaugebieten kaufen, statt Produkten aus Australien, Afrika oder anderen trockenen Regionen den Vorzug zu geben. Auf diese Weise kann jeder Einzelne einen Beitrag dazu leisten, der Verschärfung der Wasserknappheit Einhalt zu bieten.

Weitere Informationen:
www.bmz.de/de/presse/pressematerial/weltwasserwoche_2009/index.html
www.wwf.de/themen/politik/wasserpolitik/weltwasserwoche-2009

Friederike Eversheim | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie