Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltmeere zeigen synchrones Klimaverhalten

19.01.2015

Pelagische Ökosysteme auch ohne direkte Verbindung gleichgeschaltet

Das zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörende Istituto di Scienze Marine http://www.ismar.cnr.it  hat das Verhalten der Weltmeere im Zuge des fortschreitenden Klimawandels untersucht. Danach erfolgen die als "Regime Shifts" bekannten globalen Veränderungen auch bei nicht in Verbindung stehenden Meeren nahezu zeitgleich.


Hai im Meer: Ökosysteme reagieren ähnlich auf Erwärmung

Foto: pixelio.de/Völtz

Umdenken in Wissenschaft

Ausgangspunkt waren elf über den Zeitraum 1960 bis 2005 führende Datenbanken, die Angaben über das Plankton im nördlichen Atlantik, dem nördlichen Pazifik, der Ostsee, der nördliche Adria und der Nordsee enthalten.

"Obwohl ihre Wasserbecken nicht miteinander verbunden sind und die Umweltfaktoren unterschiedlich wirken, konnten wir eine beinahe synchrone Veränderung der Ökosysteme feststellen", so Projektleiterin Alessandra Conversi.

In der Wissenschaft bislang weit verbreitet ist die Meinung, dass vom Menschen verursachte Eingriffe wie Fischfang oder Umweltverschmutzung die Hauptrolle spielen. "Wir hingegen sind aufgrund unserer Analyse davon überzeugt, dass die vor allem Ende der 19810er-Jahre aufgetretenen Veränderungen der Ökosysteme überwiegend von einem Temperatursprung verursacht wurden", präzisiert die italienische Wissenschaftlerin.

Die Expertin vermutet, dass Folgen der arktischen Ozillation, also dem Luftdruckgegensatz der arktischen und mittleren Breitengrade in der nördlichen Hemishpäre, hinzugekommen sind. Während sich der Temperaturanstieg in den Meeren auf den Fortbestand bestimmter Fischarten und der gesamten Nahrungskette ausgewirkt hat, habe diese Oszillation das Strömungsverhalten von Atlantik und Pazifik sowie die Planktonbewegungen beeinflusst.

Drei bis fünf Grad Celsius wärmer

Die gewonnenen Erkenntnisse über die biologischen Zusammenhänge - falls durch weitere Analysen bestätigt - können zum Überdenken der wissenschaftlichen Meinung über pelagische Ökosysteme und deren klimatische Beeinflussung führen. Während die im beobachteten Zeitraum gemessene Durchschnittstemperatur weniger als ein Grad Celsius stieg, ist jetzt im fünften Assessment Report bis zum Jahre 2100 von ein Anstieg drei bis fünf Grad die Rede.

"Deshalb ist künftig mit immer häufiger auftretenden Regime Shifts zu rechnen", befürchtet Conversi. Die Untersuchung ist in Zusammenarbeit mit der britischen University of Plymouth http://plymouth.ac.uk  erfolgt. Einzelheiten können in der Fachzeitschrift "Philosophical Transactions" der Royal Society B http://rstb.royalsocietypublishing.org  unter dem Titel "Synchronous marine pelagic regime shifts in the Northern Hemisphere" nachgelesen werden.

Harald Jung | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie