Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warnemünder Meeresforscher brechen zu einer Expedition im Südchinesischen Meer au

21.09.2009
Von der Ostsee nach Fernost

Morgen, am 22. September, wird eine Gruppe von sieben Wissenschaftlern des IOW für vier Wochen an Bord des chinesischen Forschungsschiffes FENDOU5 gehen. Die Forschungsreise führt in den Beibu Golf, einer großen Meeresbucht im Südchinesischen Meer an der Grenze zwischen China und Vietnam.

Das Gebiet ist für die Meeresforscher in mehrfacher Hinsicht interessant: Zum einen ist der Nährstoffkreislauf in der Bucht, wie er sich im jahreszeitlichen Wechsel und bei gleichzeitiger intensiver Beeinflussung durch menschliche Aktivitäten verändert, nur wenig bekannt. Zum anderen lagern hier am Meeresboden Sedimente der letzten 10.000 Jahre. Wie ein Archiv bieten sie wertvolle Informationen zum Klimawandel und den Umweltveränderungen im Holozän.

Im Verlauf der FENDOU5-Expedition werden im Beibu Golf auf einem engmaschigen Beprobungsnetz Wasser- und Sedimentproben genommen. Damit wollen die Forscher die Region für den Zeitraum des Südwest-Monsuns biogeochemisch charakterisieren, aber auch Sedimente als Klimazeugen vom Meeresboden für weitere Untersuchungen in den Laboratorien der Heimatinstitute entnehmen. Die hydrographischen, geologischen und biogeochemischen Analysen, die Spurenstoffmessungen sowie die Auswertung, Fernerkundung und Modellsimulationen werden im Anschluss an die Expedition in Zusammenarbeit aller Projektpartner in Deutschland und in China durchgeführt.

Die Arbeiten sind Bestandteil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über 3 Jahre geförderten Projektes BEIBU "Status der marinen Umwelt des Beibu Golfs, Südchinesisches Meer, und Entwicklung während des Holozäns im Wechselfeld natürlicher und anthropogener Einflüsse". Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung, Warnemünde, und dem Zentrum für Marine Tropenökologie auf deutscher sowie dem Guangzhou Marine Geological Survey und Guangxi Mangrove Research Center auf chinesischer Seite.

Generelles Ziel der deutsch-chinesischen Kooperation ist eine Bilanzierung von meso- bis langskaligen Energie- und Stoffflüssen des Beibu Golfs als Antwortfunktion auf natürliche und anthropogene Antriebe. Der Beibu Golf spielt eine wichtige Rolle für das Verständnis der Änderungen der Ablagerungsbedingungen subrezenter Sedimente und die Bilanz aus küstennahem Stoffeintrag, oberflächennahem Abbau von organischem Material und dadurch induzierter Elementflüsse. In seiner holozänen Sedimentationsgeschichte bildet er das Wechselspiel von Südlicher Oszillation, klimainduzierter ozeanischer Dynamik, Sedimenteintrag sowie tektonischer Prozesse ab. Hinzu kommt eine anthropogene Komponente, die sich aus der Landnutzung in den Flussmündungsgebieten und den Küstenzonen ableitet.

Kontakt:

Prof. Dr. Detlef Schulz-Bull (Leiter der Sektion Meereschemie), IOW,
Tel: 0381-5197-310
Dr. Barbara Hentzsch (Öffentlichkeitsarbeit), IOW,
Tel.: 0381 5107 102

Dr. Barbara Hentzsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.io-warnemuende.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie